Fehlerhafte Prismen – oder wie ich wieder klar sehen konnte

Nein, ich spreche nicht von der Hilfe durch Raschi oder Rambam oder deinen örtlichen Rabbi – es gibt eine bessere Brille, eine bessere Sichtweise, mit der du die hebräischen Schriften lesen kannst. Hier kommt der Schock: Es ist das Neue Testament, mit Jeschua, Jesus, als Dolmetscher! Lass mich dich überreden, deine Sicht auf die Dinge zu ändern, denn wir haben eine falsche Sichtweise geerbt und brauchen nur das Neue Testament, um die hebräischen Schriften richtig zu verstehen – nicht die Mischna, die Gemara, den Sohar oder den Schulchan Aruch.

Vielleicht sollten wir uns zunächst fragen, ob wir den Tanach überhaupt gut genug kennen. Wir sollten keine Fünfbuchjuden sein, die gelegentlich die anderen 19 Bücher der hebräischen Schriften erwähnen. Wir sind 24-Buch-Juden, die die gesamte hebräische Bibel akzeptieren. Und ein 24-Buch-Jude kann gar nicht anders, als die hebräischen Schriften auf eine Art zu verstehen, die ein Fünfbuchjude nicht erhoffen kann. Aber was ist nun mit dieser neuen Linse, unserem neuen Prisma? Das Neue Testament bezieht sich auf jeder einzelnen Seite auf die hebräische Schrift. Das Neue Testament kommt dabei gar nicht mit vorher nie dagewesenen Ideen: Es zieht sein Denken einzig aus den hebräischen Schriften, da es ein jüdisches Buch ist, geschrieben von jüdischen Autoren, die über den jüdischen Messias sprechen.

Geistige Schuld muss vernünftig geregelt werden…

Nehmen wir ein Beispiel. Wenn du den Tanach durch die falsche Linse liest, könntest du sagen: „Gott zeigt gerne Mitleid, doch geht dies immer auf Kosten seiner Gerechtigkeit. Gott ist ein Richter, der wissentlich den Schuldigen vergibt und er macht seine Arbeit gut, wenn die Schuldigen reumütig sind. Sünden sind eine Schuld, die einfach abgeschrieben werden kann. Gott löscht nicht nur die Sünde aus, sondern ersetzt sie durch eine gute Bilanz. Die Sünde wird gelöscht, ohne dass Gerechtigkeit nötig ist. Es hat keinen Sinn, die Schuldigen zu bestrafen.“

Doch die Sichtweise des Neuen Testaments sagt uns etwas ganz anderes: Geistige Schuld muss vernünftig geregelt werden; Schulden müssen bezahlt werden; der Gerechtigkeit muss genüge getan werden. Dieser Grundsatz spricht Bände über den Charakter Gottes. Ob du dich schuldig fühlst oder nicht: Spirituelle Schuld (Sünde) kann niemals einfach so abgeschrieben werden. Das Opfersystem und besonders der Jom Kippur (der Tag des Sühnopfers) lehren uns, dass Sünde niemals abgeschrieben werden kann. Gott ist böse über unsere Sünde und er muss seinen Zorn befrieden: Er muss unsere Sünde von uns entfernen und sie auf jemand anderes legen, eine Ersatzperson, damit wir mit ihm in Frieden leben können. Die Sünde ist viel tödlicher, als wir bisher geglaubt haben. Die Sünde ist eine moralische Beleidigung des lebendigen Gottes. Der Tod kam wegen der Sünde in die Welt. Die Sünde verursacht den Tod. Sünde trennt uns ewig von Gott, bis Gott uns mit einem Opfer zu ihm zurückbringt. Sünde bedeutet Tod. Wir sterben, weil wir sündig sind.

Zum Glück erklärt das Neue Testament nicht nur unser tiefes Problem, sondern löst auch die Spannung zwischen der Heiligkeit Gottes und der Sündhaftigkeit des Menschen: Der Tod des göttlichen Messias ist die Buße für unsere Sünde, da er die Strafe bekommt, die eigentlich wir verdienen. Der Tod des wahrhaft Gerechten ist die Buße für jeden, der glaubt. So wie der Tod durch einen Menschen in die Welt kam, Adam, wurden uns das ewige Leben und die Vergebung der Sünde durch den göttlichen Messias Jesus gebracht.

Wir müssen das Blut des Messias auf die Türpfosten unserer Herzen streichen.

Im Buch Jesaja lesen wir, dass der leidende Diener sterben wird, indem er die Strafe für unsere Sünden auf sich nimmt. Er wird aus dem Land der Lebenden herausgeschnitten und begraben – und dann wieder zum Leben erweckt. Das bedeutet, dass die Vergebung jetzt für alle verfügbar ist, die Jeschua als Sohn Gottes, als dem ewig Unerschaffenen, als Messias und Herr vertrauen. Wie unsere Vorfahren in Ägypten müssen auch wir das Blut des Lammes an unsere Türpfosten streichen, um das kommende Gericht abzuwenden. Wir müssen das Blut des Messias auf die Türpfosten unserer Herzen streichen. Wenn wir ungeschützt bleiben, erwartet uns letztlich Gottes ewiges Strafgericht.

Aus diesem Grunde müssen wir uns ernsthaft fragen: Welche Version von Gottes Urteil entspricht seinem Urteil in unserem jüdischen Tanach? Gott ist ein gnädiger Gott, ja, aber er ist auch heilig und gerecht. Was ist, wenn wir die ganze Zeit durch die falsche Linse geschaut und Gottes Urteil nicht ernstgenommen haben? Was ist, wenn wir niemals den Tanach durch die Linse des Neuen Testaments gelesen haben? Heute ist ein Tag, der so gut wie jeder andere dazu geeignet ist, sich diese Fragen nicht nur zu stellen, sondern auch zu handeln: Wenn das, was der Tanach und das Neue Testament lehren, wahr ist, dann hängt dein Leben davon ab!