mikvah
Verfasst von Ceil Rosen

Ist die Taufe heidnischen oder jüdischen Ursprungs?

„Du bist ja ein Heide geworden!“ Diese Anschuldigung hören wir als jüdische Gläubige an den Messias Jeschua (Jesus) oft von ungläubigen Angehörigen und Freunden, nachdem wir getauft worden sind.

„Du bist ja ein Heide geworden!“ Diese Anschuldigung hören wir als jüdische Gläubige an den Messias Jeschua (Jesus) oft von ungläubigen Angehörigen und Freunden, nachdem wir getauft worden sind. Sie sehen in der Taufe den mystischen Schlüssel zu einer unumkehrbaren und gefürchteten Veränderung, die den Täufling von seinem gesamten Erbe und all seinen bisherigen Loyalitäten abschneidet; und sie hoffen, ein noch Ungetaufter könnte seine Meinung über den Glauben noch ändern.

Die Taufe produziert keineswegs Hingabe.

Wer so etwas denkt, verwechselt die Abfolge von Ursache und Wirkung: Die Taufe produziert keineswegs Hingabe. Vielmehr fördert die Hingabe eines Menschen an den Glauben seinen Wunsch, im Gehorsam gegenüber Gottes Gebot getauft zu werden. Ursache für diesen Wunsch des Gläubigen ist, dass die unumkehrbare Veränderung bereits in seinem Herzen stattgefunden hat. Diese von Gott selber bewirkte innere Veränderung verfolgt nicht das Ziel, einen Menschen von seinem Hintergrund und Erbe zu entfremden; sie produziert vielmehr eine neue und engere Beziehung zum Schöpfer.

Warum haben jüdische Menschen Angst vor der Taufe?

Die Taufe verwandelt Juden genauso wenig in Heiden, wie sie Männer zu Frauen oder Schwarzafrikaner zu blonden Schweden macht. Warum also gibt es in unserem jüdischen Volk so viele Missverständnisse und Ängste hinsichtlich der Taufe? Nach einer Antwort muss man nicht besonders lange suchen.

Die Geschichte liefert schockierende Berichte darüber, wie Juden im Laufe der Kreuzzüge und der Spanischen Inquisition von so genannten „Christen“ zwangsgetauft wurden. Aufgrund der Wahlmöglichkeit „Tod oder Taufe“ wurden viele Juden von Menschen hingerichtet, die niemals den Christus gekannt hatten, dem sie nach ihrer eigenen Behauptung dienten. Es ist also nur zu verständlich, wenn unser jüdisches Volk die Taufhandlung als ultimative Assimilation im Lager von Feinden betrachtet, die eine lange Geschichte blutiger Judenverfolgung aufweisen. Wer jedoch diese voreilige Schlussfolgerung zieht, verkennt leider drei wichtige Wahrheiten.

Die erste Wahrheit: Echtes Christentum ist nicht eine heidnische, antisemitische Religion, sondern die Zusammenkunft von jüdischen und nichtjüdischen Gläubigen an den jüdischen Messias und den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.

Die Hingabe eines Gläubigen an Jeschua gilt nicht irgendeiner Gruppe, sondern einer Person – dem Messias persönlich.

Die zweite Wahrheit: Die Hingabe eines Gläubigen an Jeschua gilt nicht irgendeiner Gruppe, sondern einer Person – dem Messias persönlich. Was immer wir Gläubigen an Gruppenloyalität empfinden oder praktizieren, entspringt unserer Liebe zum Messias und seinen Lehren. Die von uns empfundene Liebe und Einheit untereinander verdanken wir ihm und seiner Vollmacht in unserem Leben.

Drittens: Die Taufe ist genauso jüdisch wie die Mikwe! Das hebräische Wort für Taufe „t’vilah“ (übersetzt mit „Eintauchen“ oder „Untertauchen“) wird im Segensspruch beim Mikwe-Ritual rezitiert. Bestimmt würde niemand anzweifeln, dass die Mikwe ein jüdisches Ritual ist. Die in der Tora (1.-5. Mose) und den übrigen Schriften angeordneten rituellen Waschungen und Reinigungen waren Grundlage für die rabbinischen Mikwe-Gesetze. Als unsere Weisen diese Regeln formulierten, betonten sie übereinstimmend: Zweck der Mikwe war eher geistliche als körperliche Reinigung. Sie lehrten: Wie die Mikwe den Unreinen reinigt, so reinigt der heilige Gott sein Israel. Die Wurzeln der Taufe ruhen tief und dauerhaft im Mutterboden dieser jüdischen Schriften und Traditionen. Sowohl Mikwe als auch Taufe zeigen also durch eine äußerliche Handlung den inneren Glaubensvorgang; und beide verkünden: Der Heilige Israels hat die Macht, Herz und Leben des Menschen zu reinigen.

Zeremonielle Waschungen sind älter als die Mikwe

In der Tora lesen wir: Vor Übergabe des Gesetzes am Berg Sinai befahl Gott dem Volk, ihre Kleider als Akt der symbolischen Reinigung zu waschen (2. Mose 19,10).

3. Mose 8,6 berichtet von der Waschung Aarons und seiner Söhne, als sie zum Priesterdienst in der Stiftshütte eingesetzt werden. In 3. Mose 16,4 erhält Aaron von Gott den Befehl, sich zu waschen, bevor und nachdem er am Großen Versöhnungstag seinen Dienst im Allerheiligsten verrichtet.

4. Mose 19 enthält ausdrückliche Anweisungen für die Waschungen nach Verunreinigung durch einen Leichnam. Nach dem Bad und dem Waschen seiner Kleider musste der „Unreine“ mit frischem Wasser besprengt werden, das mit der Asche eines geopferten Tieres vermengt war. Dieses „Wasser der Reinigung“ benutzten die Israeliten auch, um sich selbst und ihre Beute nach dem Kampf mit den Midianitern zu reinigen (4. Mose 31,21-24).

Rituelle Waschungen verordnete die Tora außerdem sowohl für Männer als auch für Frauen, wenn sie durch Austritt verschiedener Körperflüssigkeiten „verunreinigt“ oder wenn sie von Aussatz genesen waren.

All diese Wasser-Rituale bildeten die Grundlage für die jüdischen Mikwe-Gesetze.

All diese Wasser-Rituale bildeten die Grundlage für die jüdischen Mikwe-Gesetze. Während das hebräische Wort „mikwe“ wörtlich eine „Sammlung“ oder ein „Sich-Zueinander-Sammeln“ bezeichnet, geht es in diesem Kontext um eine „Wasser-Ansammlung“ oder einen Teich zwecks ritueller Reinigung. – In 1. Könige 7,23ff. und der Parallelstelle (2. Chronik 4,2ff.) wird das riesige, runde „Meer Salomos“ geschildert, das gemeinsam mit dem Ersten Tempel gebaut wurde und den Priestern zur zeremoniellen Waschung diente.

Die Mikwe ist Vorläufer der Taufe

Neben den bereits in der Tora erwähnten Aufgaben wurde noch eine weitere symbolische Reinigung durch Wasser zum Bestandteil frühjüdischer Tradition: das Untertauchen bzw. die Taufe für nichtjüdische Konvertiten zum Judentum. Obwohl Beschneidung die einzige biblische Bedingung für den Eintritt in den Bund war, wurde die Proselyten-Taufe zu einer weiteren Forderung. Niemand weiß genau, wann oder durch wen die Bedingungen verändert wurden, sodass auch die Taufe dazugehörte; auf jeden Fall war es noch vor der Zeit Jeschuas. Das wissen wir, weil Debatten über das Thema Proselyten-Taufe zwischen den Rabbiner-Schulen von Schammai und Hillel verzeichnet sind; beide lebten einige Zeit vor dem Auftreten Jeschuas. Die Schule Schammai betonte die Beschneidung als den Augenblick des Übergangs; die Hillel-Anhänger dagegen hielten die Taufe für das Wichtigste, weil sie geistliche Reinigung und den Anfang eines neuen Lebens symbolisiere. Letztendlich setzte sich die Ansicht Hillels durch, was sich in den talmudischen Schriften niederschlägt. Maimonides, der hoch verehrte jüdische Gelehrte aus dem 12. Jahrhundert, fasste die gesamte talmudische Überlieferung mit Blick auf Konvertiten zum Judentum folgendermaßen zusammen:

„Durch Drei trat Israel ein in den Bund: durch Beschneidung, durch Taufe und durch Opfer. Beschneidung geschah in Ägypten, wie geschrieben steht: ‚Kein Unbeschnittener soll davon essen‘ (2. Mose 12,48). Taufe geschah in der Wüste unmittelbar vor Übergabe des Gesetzes, wie geschrieben steht: ‚Heilige sie heute und morgen, und sie sollen ihre Kleider waschen‘ (2. Mose 19,10). Und Opfer, wie es heißt: ‚Und er sandte Jünglinge der Kinder Israel hin, und sie opferten Brandopfer‘ (2. Mose 24,5) … Ist ein Nichtjude bereit zum Eintritt in den Bund, … so muss er beschnitten und getauft werden und ein Opfer darbringen… Und zu dieser Zeit, da es kein Opfer gibt, müssen sie beschnitten und getauft werden; und ist der Tempel erbaut, müssen sie ein Opfer darbringen… Der Nichtjude, der zum Proselyten, und der Sklave, der frei wird: Siehe, er ist wie ein neugeborenes Kind.“

Bis heute müssen sich Nichtjuden, die zum Judentum übertreten wollen, einer Taufe in der Mikwe unterziehen. Zweck dieses zeremoniellen Untertauchens ist das Darstellen ritueller Reinigung, wie es Maimonides in seinem Kodex der Mikwe-Gesetze zusammenfasst:

„…Unreinheit ist nicht Schlamm oder Schmutz, was von Wasser beseitigt werden kann; sie ist vielmehr eine Frage biblischer Verordnung und abhängig von der Absicht des Herzens.“

Ein jüdischer Prophet, der taufte

Aus allem bisher Gesagten ersehen wir: Wasser als Symbol der Reinigung und Heiligung ist durch und durch eine jüdische Vorstellung – dazu sogar noch eine sehr alte. Als daher der jüdische Prophet Johannes (Jochanan ben Sacharja) die Bühne betrat, sahen die Juden seiner Zeit nichts Heidnisches oder Falsches in seiner Forderung, die Leute sollten über ihre Sünden Buße tun und sich symbolisch im Jordan reinigen lassen. Johannes’ Beiname „der Täufer“ stammt vom griechischen Verb „baptidzo“, das die gleiche Aussage vermittelt wie die hebräische Wurzel „taval“: durch Ein- oder Untertauchen im Wasser reinigen. Johannes’ Botschaft war zwar nicht beliebt, stimmte jedoch mit dem überein, was auch all die anderen jüdischen Propheten verkündeten. Er predigte das bevorstehende Gericht Gottes und warnte, Israel müsse Buße tun und geistlich erneuert werden, weil die Ankunft des Messias unmittelbar bevorstand. Vielleicht waren selbstgerechte Menschen ja anderer Meinung hinsichtlich ihrer eigenen Bußbedürftigkeit; aber mit Johannes’ Methode der symbolischen Reinigung hatten sie keine Probleme. Andernfalls hätten die jüdischen Religionsführer ihn bestimmt als falschen Propheten steinigen lassen.

Eines Tages kam Jeschua an den Jordan, um von Johannes getauft zu werden.

Eines Tages kam Jeschua an den Jordan, um von Johannes getauft zu werden. Der erkannte in Jeschua den Messias, wies die Volksmenge auf ihn hin und sagte: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ (Johannes 1,29) Jeschua war vollkommen und sündlos. Doch indem er sich gemeinsam mit bußfertigen Sündern taufen ließ, gab er sich als derjenige zu erkennen, der gesandt war, um Gottes Zorn und Gericht zu erleiden, damit alle an ihn Glaubenden frei ausgehen können.

Als der Messias auf dieser Erde lebte, brachten diejenigen, die Buße taten und von Johannes symbolisch im Jordan gereinigt wurden, noch immer Tieropfer zum Tempel, um Gottes Vergebung zu erlangen. Doch nachdem der gerechte Messias sein Leben als Sühnopfer hingegeben hatte, bekam die Taufe für die Glaubenden eine andere und vollständigere Bedeutung. Wer das Sühnopfer des Messias zu unseren Gunsten annahm, empfing nun durch seinen Opfertod eine neue und DAUERHAFTE Reinigung. Nachdem sie dann gläubig geworden waren, ließen sie sich im Gehorsam seinem Gebot gegenüber taufen (Matthäus 28,19).

Taufe im Neuen Bund

Der Bibelteil namens Neuer Bund (auch „Neues Testament“ genannt) schildert die Taufe in Römer 6,3-4 als ein Bild für Tod und Auferstehung; d.h. durch die Taufe verkündet der Gläubige öffentlich, dass er durch den Glauben an den Messias seinen alten sündigen Gewohnheiten gestorben und für Gott lebendig geworden ist. Im Neuen Bund lehrt die Bibel: Wer an den Messias glaubt, wird in seinen Sühnetod versenkt oder begraben, sodass Gott ihn zu einem neuen Leben auferwecken kann – ganz, wie auch der Messias von den Toten auferstanden ist.

Jüdische Proselyten-Taufe im Vergleich mit der Taufe im Neuen Bund

Obwohl viele symbolische Aspekte der Taufe im Neuen Bund mit den Symbolen der Proselyten-Taufe übereinstimmen, gibt es auch einige wichtige Unterschiede – vor allem in ihrer jeweiligen Aufgabe. Maimonides zählt die drei Voraussetzungen für den Übertritt eines Nichtjuden zum Judentum als Beschneidung, Taufe und Opfer auf (vermutlich auch in dieser Reihenfolge auszuführen). Sowohl jüdische als auch nichtjüdische Gläubige an den Messias erfüllen ihre Glaubenshingabe in allen diesen drei Punkten – jedoch in anderer Reihenfolge und auf andere Art.

Im Glauben des Neuen Bundes steht das Opfer an erster Stelle. Maimonides war sich bewusst, dass das jüdische Volk seit Zerstörung des Tempels keinen Ort mehr für die Darbringung von Opfern hat; daher setzte er diese Voraussetzung einstweilig außer Kraft, bis der Tempel wieder aufgebaut sei. Allerdings erkannte Maimonides nicht, dass Gott die Forderung nach einem Opfer zur Sühnung von Sünden niemals außer Kraft gesetzt hat. Genau deshalb schickte er ja noch VOR Zerstörung des Tempels den Messias, damit er ein für alle Mal die Sühnung für Sünde vollbringen konnte. So blieben alle an ihn Glaubenden NICHT ohne annehmbares Opfer für ihre Sünde zurück.

Das Opfer des Messias ist die Grundlage und Motivation für die Taufe im Neuen Bund.

Das Opfer des Messias ist die Grundlage und Motivation für die Taufe im Neuen Bund. Durch das Opfer des Messias werden die Gläubigen geistlich gereinigt und bekommen ihre Sünde vergeben. Dann wird die Taufe zur äußerlichen Darstellung dieser inneren geistlichen Erneuerung, die durch ihren Glauben an den Messias Israels bewirkt wird.

Im Glauben des Neuen Bundes wird auch der Aspekt „Beschneidung“ durchs Sühnopfer des Messias erfüllt. Wer als Nichtjude durch den Messias Israels Gott dienen will, braucht sich nicht mehr länger der körperlichen Beschneidung zu unterziehen, wie es für seine Vorfahren vor Ankunft des Messias nötig gewesen wäre. Sobald jemand gläubig wird und sich Gott anvertraut, erhält er an seinem Herzen Gottes inwendiges Zeichen, das ihn unter den (im Blut des Messias versiegelten) Neuen Bund bringt. Der Rabbi und Apostel Paulus schildert das in seinem Brief an die nichtjüdischen Gläubigen der Stadt Kolossä folgendermaßen:

„Denn in ihm [dem Messias] wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; und ihr seid in ihm zur Fülle gebracht. Er ist das Haupt jeder Gewalt und jeder Macht. In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschehen ist, sondern im Ausziehen des fleischlichen Leibes, in der Beschneidung des Messias, mit ihm begraben in der Taufe, in ihm auch mit auferweckt durch den Glauben an die wirksame Kraft Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat“ (Kolosser 2,9-12).

Vor dem Tod des Messias mussten nichtjüdische Proselyten beschnitten werden, um unter Gottes Bund zu kommen. Das Zeichen des Neuen Bundes dagegen ist innerlich und nur für Gott sichtbar. Durch seinen Geist schreibt er sein Gesetz auf die Herzen all derjenigen, die sich ihm durch den Glauben ans Opfer des Messias ergeben (Jeremia 31,33). Die Heilige Schrift lehrt, dass alle Menschen (Juden und Nichtjuden gleichermaßen) diese innerliche Beschneidung des Herzens brauchen, um Gott zu gefallen und eine ewige Beziehung zu ihm haben zu können.

Es verbleibt noch ein wichtiger Unterschied zwischen der Proselyten-Taufe im Judentum und der Taufe im Neuen Bund, die ja von einer Beziehung zum Schöpfer durch das Opfer des Messias spricht. Im jüdischen Gedankengut beinhaltet die Proselyten-Taufe ein Aufkündigen aller bisherigen Beziehungen. Wer sich im Altertum zum Gott Israels bekehrte, kam normalerweise aus einem Hintergrund des Götzendienstes; daher musste ein solcher Mensch allen seinen Götzen abschwören und zeremoniell von ihrem verunreinigenden Einfluss gereinigt werden. Der jüdische Gläubige an den Messias dagegen kündigt weder seine jüdische Identität noch Gottes Gesetz noch Gottes körperlichen Bund mit Abraham auf. Gottes Bundesschlüsse waren rein und wurden nur durch Menschen verunreinigt…

Kein Mensch kann Gott ohne die übernatürliche Hilfe gefallen, die er durchs Sühnopfer des Messias bereitgestellt hat.

Somit besteht keine Notwendigkeit, ihnen abzuschwören, damit man seinen Glauben auf den Messias setzen kann. Das Einzige, dem ein Glaubender des Neuen Bundes abschwört und wovon er sich bekehrt, ist sein Hang zur Sünde und sein Versagen an Gottes heiligen Maßstäben. Es handelt sich um das Eingeständnis: Kein Mensch kann Gott ohne die übernatürliche Hilfe gefallen, die er durchs Sühnopfer des Messias bereitgestellt hat. Dieser Unterschied – ein Eingeständnis anstatt einer Aufkündigung – muss unbedingt klar definiert werden. Bei falschem Verständnis wird dieser Unterschied wahrscheinlich zu einem

Hauptgrund für negative Reaktionen unter unserem jüdischen Volk gegen die Taufe des Neuen Bundes. Und Missverständnisse hinsichtlich dieses wichtigen Unterschieds sind meist auch Ursache der oft bitteren Anschuldigung gegenüber jüdischen Gläubigen an den Messias: „Ihr seid ja Heiden geworden!“

Eine noch bevorstehende endgültige Mikwe oder Taufe

Im 36. Kapitel des Propheten Hesekiel verheißt Gott dem Volk Israel eine endgültige Reinigung und Wiederherstellung für die Tage des Messias. Er spricht:

„Und ich werde euch aus den Nationen holen und euch sammeln aus allen Ländern und euch in euer Land bringen. Und ich werde reines Wasser auf euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von allen euren Unreinheiten und von allen euren Götzen werde ich euch reinigen. Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben; … Und ihr werdet in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gegeben habe; und ihr werdet mein Volk, und ich werde euer Gott sein“ (Hesekiel 36,24-28).

Weiter prophezeit Hesekiel in den Versen 21-24 von Kapitel 37:

„So spricht der Herr, HERR: Siehe, ich werde die Kinder Israel aus den Nationen herausholen … und ich werde sie von ringsumher sammeln und sie in ihr Land bringen. … Und sie werden allesamt einen König zum König haben … Und ich werde sie retten aus allen ihren Wohnsitzen, in denen sie gesündigt haben, und werde sie reinigen; und sie werden mein Volk, und ich werde ihr Gott sein. Und mein Knecht David wird König über sie sein…“

„Mein Knecht David“ bezieht sich hier auf den Messias selbst. Mit Blick auf dasselbe Ereignis verspricht Gott durch den Propheten Sacharja:

„Und ich werde über das Haus David und über die Bewohner von Jerusalem den Geist der Gnade und des Flehens ausgießen; und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen gleich der Wehklage über den einzigen Sohn und bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich über den Erstgeborenen Leid trägt. … An jenem Tag wird eine Quelle geöffnet sein für das Haus David und für die Bewohner von Jerusalem für Sünde und für Unreinheit“ (Sacharja 12,10; 13,1).

An jenem Tag wird das gesamte jüdische Volk erkennen, dass Jeschua wahrhaftig unser Messias ist. Sacharja 14,3 spricht von seiner Wiederkunft, wobei seine Füße wortwörtlich auf dem Ölberg stehen werden. Das jüdische Volk wird ihn zurückkommen sehen; sie werden um sein voriges Leiden und seine Ablehnung klagen, sie werden ihm ihre unqualifizierte Ergebung schenken und Gottes vollkommene ewige Reinigung erfahren.

Laut den Lehren in der Heiligen Schrift könnte diese Zeit schon sehr bald eintreten. In der Zwischenzeit jedoch muss jeder Mensch – ob Jude oder Nichtjude – als Einzelperson diese Reinigung durchs Opfer des Messias von Gott bekommen. Jesaja 64,5 lehrt: Unsere Gerechtigkeiten sind „wie ein beflecktes Kleid“. Aus diesem Grunde genügt nicht der Versuch, das Gesetz zu halten, zur Mikwe zu gehen oder Mitzwot (Taten der Barmherzigkeit und Güte) zu vollbringen. Der Messias Jeschua hat für den einzigen von Gott annehmbaren Weg der Reinigung gesorgt. Er spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich“ (Johannes 14,6).

Möchten Sie nicht Gottes Weg dahin annehmen, vor ihm rein und annehmbar zu sein? Die wirkliche Taufe – die innere Waschung des menschlichen Herzens – kommt an erster Stelle. Die dann folgende Wassertaufe ist lediglich eine öffentliche Verkündigung dessen, was im Inneren geschehen ist; und wir als Gläubige verkündigen das öffentlich, weil wir unsere gute Botschaft auch mit anderen teilen wollen.

Anm. d. Hrsg.: Dieser Artikel repräsentiert nicht alle christlichen Sichtweisen der Taufe, sondern diejenigen der Autorin und ihrer Forschungsassistenten Bob Mendelsohn und Rachmiel Frydland.