happily-ever-after

Am Ende leben Shrek und Fiona glücklich bis zu ihrem Ende; die Schöne entdeckt, dass ihr Biest ein hübscher Prinz ist – und James Bond stirbt an einem anderen Tag, nur nicht heute. So kitschig dies auch sei, wir alle scheinen ein Happy End zu lieben. Es ist einfach magisch, wenn alles am Ende klappt. Vielleicht hoffen wir insgeheim, dass es die Wirklichkeit mit uns so gut meint, wie die Filmwelt. Wir alle wollen unser Happy End!

Josef wurde von seinen Brüdern als Sklave verkauft für tot gehalten…

Während das Happy End meist für Hollywood-Filme reserviert ist, gibt es dennoch auch Beispiele dafür im echten Leben: Wir finden eins in der Parascha dieser Woche, namens Wajigasch, die die Josef-Geschichte abschließt – was das für eine Story war! Josef wurde von seinen Brüdern als Sklave verkauft für tot gehalten, überlebt die Gefangenschaft in einem fremden Land und wird in einem der einflussreichsten Länder jener Epoche zum Oberbefehlshaber. Es ist eine klassische Geschichte „vom Tellerwäscher zum Millionär“, doch geht hier etwas Tieferes vor sich. In der Lektion dieser Woche testet Josef seine Brüder, um zu sehen, ob sie sich wirklich geändert haben, und nicht mehr die eifersüchtigen intriganten Individuen sind, die sie einmal waren. Als seine Brüder Ägypten verlassen, befiehlt er seinen Dienern, seinen silbernen Becher in Benjamins Tasche zu schieben, dann jagt er sie und verlangt eine Erklärung. Juda, der anfangs auf die Idee gekommen war, Josef zu verkaufen, beweist, dass er sich verändert hat, indem er anbietet, in einem ägyptischen Kerker zu bleiben, damit sein jüngerer Bruder Benjamin frei sein kann. Josef, überzeugt durch den Herzenswandel seines Bruders und überwältigt von Emotionen, erklärt ihnen alles und der Rest ist Geschichte. Jakob bringt seine ganze Familie nach Ägypten und unser Volk überlebt die Hungersnot. Eine bemerkenswerte Wendung der Ereignisse, die, wie wir erfahren, von Gott im Voraus geplant wurde (siehe Bereschit / 1. Moses 50, 20).

Wenn wir tiefer gehen, erkennen wir, dass dieses Happy End nur wegen des Sinneswandels von Juda und Josef möglich war. Josef war irgendwie in der Lage, seinen Brüdern zu vergeben, dass sie ihn verkauft hatten – und er hat auch Gott vergeben können, dass er im ägyptischen Gefängnis gelandet war; er konnte letztendlich die Hand Gottes in all dem erkennen. Wir wissen nicht genau, was er während dieser Umbrüche so dachte, doch als sie vorbei waren, sagt er klar: „Ihr hattet Böses mit mir vor, aber Gott hat es zum Guten gewendet; denn er wollte auf diese Weise vielen Menschen das Leben retten. Das war sein Plan, und so ist es geschehen.“ (Bereschit / 1. Mose 50, 20). Für einen, der das durchmachen musste wie er, ist das eine unglaubliche Bemerkung!

Wir bekommen weniger Einblick in Juda und sein Denken, aber wir können es wohl ganz gut erraten.

Wir bekommen weniger Einblick in Juda und sein Denken, aber wir können es wohl ganz gut erraten. Die Josef-Story wird in Kapitel 38 von Bereschit / 1. Mose unterbrochen, um den Blick auf Juda zu wenden, nachdem er seinen Bruder in die Sklaverei verkauft hatte: Juda durchleidet seine eigenen Probleme und wird sich seiner eigenen Heuchelei im Umgang mit seiner Schwiegertochter bewusst. Der Juda, dem wir in der Parascha dieser Woche begegnen, ist dazu gebracht worden, sein Leben für das seines Bruders zu opfern. Letztlich wird Josef mit Juda und seinen Brüdern versöhnt, weil ihre Herzen von Gott verändert wurden, der entsprechend die Fäden gezogen hatte.

Die Parallelen zwischen der Josef-Story und der des Messias Jeschua sind faszinierend – und ich bin sicher nicht der erste, der sie bemerkt. Jeschua, einer von uns, vom Volk Israel, wurde von uns, seinem Volk, dem Tode übergeben und von einem seiner engsten Freunde, Juda (Judas auf Griechisch) verraten. Ganz wie Josef, der von seinen Brüdern, und darunter besonders von Juda, dem sicheren Tode übergeben wurde. Heutzutage betrachten viele aus unserem jüdischen Volk Jeschua nicht mehr als einen der ihren, oder einer für sie, weil er wie ein Ausländer oder eine fremde Gottheit erscheint, so wie Josefs Brüder ihn nicht mehr erkannten, weil er wie ein Ägypter aussah. Der Messias Jeschua starb wie ein Verbrecher, wird aber wieder als messianischer König zurückkehren, genau wie es die Propheten schrieben. Ganz ähnlich wurde Josef als letztes von seinen Brüdern als Sklave betrachtet, der dazu bestimmt war, vergessen zu werden. Doch am Ende herrschte er über sie als Prinz von Ägypten. Der Messias Jeschua starb, um sein Volk und alle anderen Völker zu retten, genau wie Josef seine traumatischen Erfahrungen durchmachen musste, um nicht nur seine Brüder und die ganze Familie, sondern auch ganz Ägypten und andere Völker in der Umgebung zu retten. Und es gibt noch viele andere Parallelen.

Die Geschichte von Josef und dem Messias Jeschua lässt sich in zwei Worten zusammenfassen: Rettung und Versöhnung.

Die Geschichte von Josef und dem Messias Jeschua lässt sich in zwei Worten zusammenfassen: Rettung und Versöhnung. Josef rettete seine Brüder vor dem Hunger und wurde schließlich mit ihnen versöhnt. Jeschua rettete sein Volk von seiner Sünde und wird eines Tages von der Mehrheit unseres Volkes akzeptiert, wie es die Propheten vorausgesagt haben (siehe Zecharja / Sacharja 12,10 – 13,1).

Rettung und Versöhnung sind zwei Zutaten, die für ein Happy End essentiell sind, auch für unser eigenes. Der Messias Jeschua hat bereits die Strafen auf sich genommen, die wir für all die falschen Dinge verdient haben, die wir verbrochen haben – mit anderen Worten: Er hat uns bereits gerettet. Damit aber alles am Ende gut werden kann, müssen wir auch durch ihn mit Gott versöhnt werden. Was ist, wenn er wirklich der Messias ist, und wenn er starb, um dich zu retten? Vielleicht bist du in deiner eigenen Josef-Geschichte an dem Punkt, wo du erkennst, dass der Mann vor dir tatsächlich dein Bruder ist, derjenige, dem du Unrecht getan hast? Jeschua streckt dir seine Hand aus, um dich mit ihm zu versöhnen und damit du mit Gott versöhnt werden kannst. Wenn du deinen Glauben in ihn legst, bedeutet das nicht, dass dein Leben nachher keine Probleme mehr bereitet, sondern dass dein Leben ein Happy End hat – die Ewigkeit mit der ewigen Quelle des Glücks und der Freude zu verbringen, mit Gott. Klingt schon wie ein Happy End für mich!