hamburger
Verfasst von Aaron Lewin

Mach das so, wie du es magst!

In unserer Zeit ist gesundheitsbetontes Essen immer beliebter – und es ist erstaunlich, dass die Menschen da immer noch so gerne Hamburger essen.

In unserer Zeit ist gesundheitsbetontes Essen immer beliebter – und es ist erstaunlich, dass die Menschen da immer noch so gerne Hamburger essen. Vielleicht ein klassischer Werbeslogan einer der Gründe für den Erfolg einer ganz bestimmten Burger-Kette, Burger King: „Have it your way!“ („Mach das so, wie du es magst!“). Wir wollen etwas, das genau so ist, wie wir es mögen.

In den letzten 10 Jahren sind Firmen verstärkt mit Marken auf Kundenfang, die ganz auf den Verbraucher ausgerichtet sind.

Dieses Marketing-Phänomen beschränkt sich übrigens nicht nur auf Hamburger: In den letzten 10 Jahren sind Firmen verstärkt mit Marken auf Kundenfang, die ganz auf den Verbraucher ausgerichtet sind. Es ist z.B. kein Zufall, dass wir „YouTube“ („meine Glotze“) auf einem iPhone (einem „Ich-Phon“) schauen. Letztendlich lieben wir es in der westlichen Gesellschaft, alles angepasst zu bekommen, alles personalisiert, alles genau so, wie wir es mögen.

Doch wir sind nicht die einzigen, die die Dinge so wollen, wie wir sie mögen. Gott sorgt sich auch sehr darum, dass die Dinge so gemacht werden, wie man sie laut ihm machen sollte. Die Parascha-Lektion aus der Thora ist in dieser Woche Re’eh, in etwa eine Wiederholung der Dinge, die wir schon früher im Laufe des Jahres gelesen haben. Unter anderem erinnert uns Gott an seine Feste, seine Speisegesetze und das Sabbatjahr. Doch er lässt uns auch etwas Neues wissen:

Gott wollte, einen zentralen Ort, sodass wir gemeinsam als Volk dorthin kommen, ihn anbeten und mit ihm dort verbunden sein konnten.

Bis zu diesem Punkt sind wir durch die Wüste gewandert, dann wird er uns bald ins Gelobte Land bringen, das er uns versprochen hat, und will dabei sicherstellen, dass, wenn die verschiedenen Stämme die verschiedenen Regionen des Landes besiedeln, sie einen besonderen Wunsch nicht vergessen würden – ihm Opfer zu bringen und Gott an einem zentralen Ort zu verehren – einen, den er selbst wählen würde. Wenn wir zu Gott einen Draht aufbauen wollen, müssen wir es so unter seinen Bedingungen tun und an der Stelle, die er festlegt. Letztlich führte dies zum Bau des Tempels in Jerusalem. Gott wollte, einen zentralen Ort, sodass wir gemeinsam als Volk dorthin kommen, ihn anbeten und mit ihm dort verbunden sein konnten.

Aber ist diese Idee – mehrere tausend Jahre später und nach dem Bau und der anschließenden Zerstörung von zwei Tempeln – heute überhaupt noch relevant für uns? Müssen wir wirklich in eine Synagoge gehen, um Gott zu begegnen? Oder an die Kotel / Klagemauer?

Doch Gott interessieren Orte nicht so sehr, wie ihn die Beziehung zu uns interessiert.

Komischerweise wurde Jeschua, als er unter uns weilte, genau dasselbe von einer fremden Frau gefragt, die meinte, dass Jerusalem nicht der Ort sei, an dem Gott verehrt werden sollte (siehe Johannes / Jochanan 4). Jeschua sagte voraus, dass eine Zeit kommen werde, in der es egal sein würde, wo wir beteten, aber nicht wie wir beteten. Wir würden „im Geiste und in der Wahrheit“ beten müssen (Johannes / Jochanan 4,23). Es ist ziemlich einfach, an einen besonderen Ort zu gehen und dort ein besonderes Gebet sprechen und dann den Ort wieder zu verlassen und bei all dem gar nicht mit Gott verbunden zu sein. Doch Gott interessieren Orte nicht so sehr, wie ihn die Beziehung zu uns interessiert. In der Tat dreht es sich im gesamten Tanach darum, dass Gott einen Weg zur Wiederherstellung unserer Beziehung zu ihm vorbereitet, durch seinen Plan, um das auszulöschen, was uns von ihm trennt, nämlich unsere Sünde, oder mit anderen Worten, die schlechten Dinge, die wir tun, sagen, denken usw. Heute können wir den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten, wenn wir ihn durch Jeschua anbeten, der für unsere Sünden gestorben und von den Toten wieder auferstanden ist.

Wir leben in einem Zeitalter der Personalisierung.

Wir Juden haben nun schon seit circa 2000 Jahren keinen Tempel mehr, aber Gott hat uns den Weg zu einer Verbindung mit ihm durch den Messias Jesus geöffnet. Jesus ist unser Tempel geworden (siehe Johannes / Jochanan 2,19), Er ist der Weg, den Gott auserwählt hat über den wir uns mit ihm verbinden sollen.

Wir leben in einem Zeitalter der Personalisierung. Wir im Westen leben außerdem in einem Zeitalter der unbegrenzten Möglichkeiten, in dem wir tun, denken und ausleben können, was immer wir wollen. Das einzige jedoch, das wir nicht personalisieren können, ist, wie wir uns Gott nähern. Es klingt vielleicht schön, von Glaubenssystemen zu hören, die es ihren Mitgliedern ermöglichen, sich mehr oder minder einen Gott in ihrem Sinne auszudenken. Doch sagt der Gott Israels ganz klar, dass wir nur zu seinen Bedingungen zu ihm kommen. Die Frage ist, ob wir bereit sind, das auch zu tun! Burger King kann sagen: „Mach das so, wie du es magst!“, aber Gott sagt: „Mach es so, wie ich es mag!“ Wofür wirst du dich entscheiden?