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Verfasst von Aaron Lewin

Versteckspiel

„Hab dich!“ quietschte meine Dreijährige, als sie er mit viel Freude das Tuch wegzog, unter dem ich mich versteckt hatte.

„Hab dich!“ quietschte meine Dreijährige, als sie er mit viel Freude das Tuch wegzog, unter dem ich mich versteckt hatte. Meine Kinder lieben Versteckspiele – vielleicht ist es die Spannung, gefunden zu werden oder das Suchen nach einem guten Versteck, die das Ganze zu so einem Nervenkitzel macht. Was jedoch kein Spaß ist, ist wenn die Person, die man sucht, versteckt bleibt…

Was jedoch kein Spaß ist, ist wenn die Person, die man sucht, versteckt bleibt…

Die Parascha dieser Woche, Wajelech, ist sehr kurz und behandelt nur ein Kapitel: Josua wird als Nachfolger von Mosche bestimmt, der es nicht ins Gelobte Land schafft. Aber Josuas Ernennung ist nicht besonders ermutigend: Gott sagt ihm gleich, dass das Volk, kurz nachdem es ins Land kommt, ihn aufgeben und fremde Götter anbeten wird. In der Mitte von Gottes Rede an Josua sagt er ihm, dass er an diesem Tag „[sein] Antlitz vor [unserem Volk] verbergen“ wird. Das ist kein lustiges Versteckspiel mehr: Wenn Gott sein Antlitz von uns wegdreht, bedeutete das die völlige Abwendung von unseren zerstörerischen Lebensweisen, die wir gewählt hatten. Gott würde sich vor uns nicht so verbergen, dass er gefunden werden konnte, wie ich das mit meinen Kindern mache. Er sagte im Prinzip, wenn unsere Vorfahren weiterhin seine Liebe, Sorge und Lehren ablehnen würden, dann würde er sie dem, was sie unbedingt wollten, überlassen, und er würde sich abwenden.

Leider kam es dann auch dazu, wie wir im Tanach lesen können. In mehreren Stellen sagt Gott uns, dass Er Sein Gesicht verbergen musste (siehe Micha 3,4 und Ezechiel 39,23 als Beispiele), wegen all des Bösen, das wir getan hatten. Und doch ist vielleicht die berühmteste und sicherlich die faszinierendste Erwähnung eines verborgenen Antlitz in Jeschajahu / Jesaja 53,3 zu finden: Außer, dass Gott nicht der ist, der Sein Antlitz verbirgt, sondern wir verbergen unser Gesicht – vor dem Messias.

An dem Tag, als Jeschua für all unsere Sünden starb, übernahm er die Strafe, die wir hätten bezahlen sollen.

Jeschajahu / Jesaja 52: 13-53: 12 ist vielleicht die klarste Darstellung des Messias im Tanach. Trotz moderner Behauptungen, dass der Text von uns Juden als Ganzes spricht, verstanden ihn alte Kommentatoren und Übersetzungen so, dass er über den Messias spricht (siehe z.B. Targum Jonathan über diese Stelle). An dieser Stelle sehen wir die Gestalt eines Mannes, der von unserem Volk völlig abgelehnt wird, so sehr, dass wir es nicht einmal ertragen können, ihn nur anzusehen. Wir verbergen unsere Gesichter vor ihm (siehe 53,3). Warum? Weil wir dachten, dass er von Gott abgelehnt worden war und für sein eigenes Unrecht leiden musste. Und doch macht der Prophet klar, dass er in unserem Namen litt: „Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“ (Vers 5) An dem Tag, als Jeschua für all unsere Sünden starb, übernahm er die Strafe, die wir hätten bezahlen sollen. Tatsächlich verbarg Gott an diesem Tag sein Angesicht wieder – nicht vor uns, sondern vor Jeschua. Am Kreuz litt der Messias darunter, dass Gott sich abwandte, damit wir die Möglichkeit haben würden, wieder aufgenommen zu werden. Wie Jeschajahu in seiner Beschreibung des Messias weiter sagt: „Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden.“ (Vers 11) Jetzt, wo unsere Sünde durch den Messias bezahlt worden ist, kann Gott wieder auf uns schauen.

Gott sehnt sich danach, von uns gefunden zu werden. Wenn wir bereit sind, uns ihm zuzuwenden und ihn zu suchen, wenn wir bereit sind zu erkennen, dass wir falsch gehandelt haben und seine Vergebung brauchen, wenn wir bereit sind zu akzeptieren, was der Messias Jeschua für uns getan hat, dann verspricht er, sich uns zu offenbaren. Jeschua selbst sagt: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.“ (Matthäus 7, 7-8)

Derzeit nähern wir uns wieder dem Jom Kippur, und so können wir wieder einmal darüber nachdenken, was wir im Laufe des Jahres so alles getan haben. Und viele fragen sich, ob Gott ihnen vergeben wird. Dies ist dann auch die richtige Zeit zu erkennen, dass der Messias diese Vergebung für uns schon herbeigeführt hat. Alles, was wir nun tun müssen, ist, sie anzunehmen. Gott selbst fleht uns an: „Suchet den Herrn, solange er zu finden ist; ruft ihn an, solange er nahe ist. Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum Herrn, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung.“ Jeschajahu / Jesaja 55: 6-7.

Spielst du immer noch Versteck mit Gott? Er sehnt sich danach, dass du zu Ihm kommst und dich von Ihm finden lässt. Finde Ihn heute!