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Der Sonnenuntergang warf einen verzauberten Schein auf die fruchtbaren Hügel. Ich bestaunte die üppige und grünende Umgebung. Es gab reichlich Pfirsich-, Apfel-, Kirsch- und Pistazien-Bäume. Die Felder waren bebaut und wimmelten von Leben. Einige moderne Begrenzungen ragten heraus und bezeichneten die Seiten eines groben Feldweges. Ich war auf einer Erhebung, hoch genug, um einen Teil der Gush Etzion Siedlung zu sehen. Eine vage Silhouette von Jerusalem war in der Entfernung von etwa 20 km sichtbar. Gush Etzion spielte eine entscheidende Rolle in Jerusalems Verteidigung, als Israel sich zu Beginn in die Eigenstaatlichkeit kämpfte.

Die gesamte Szene verschwamm vor mir, als mich die Auswirkung der Geschichte zu Tränen bewegte. Der Kibbuz (Kollektivsiedlung), in dem ich stand, K’far Etzion, war ein religiöser, der 1943 gemeinsam mit drei anderen Siedlungen gegründet wurde, die die Gush Etzion Siedlung ausmachen.

Heute ist es schwer zu glauben, dass dieser Hügel einst wertlos war, aber die freiliegende Lage in der Mitte von feindlicher Umgebung auf der altertümlichen Straße zwischen Hebron und Jerusalem, hat den Kibbuz verwundbar für Angriffe gemacht. Während des Unabhängigkeits-Krieges erlitt diese strategische kleine Siedlung eine Besetzung nach der anderen und war von jeder Hilfe isoliert. Irgendwie schafften es die Pionier-Familien, sechs Monate auszuhalten, bis schließlich die arabische Legion die Kolonie mit Panzern, bewaffneten Fahrzeugen und einer riesigen Armee angriff. Die wenigen überlebenden Siedler mit ihren selbstgebauten Waffen gebrauchten ihre eigenen Körper, um das Voranschreiten des Feindes nach Jerusalem aufzuhalten. Ganze Familien gaben ihr Leben in einem heroischen Kampf um das Wohl Jerusalems.

Die Siedlung wurde zerstört, aber die überlebenden Kinder dieser jüdischen Pioniere blieben mit ihr in Verbindung. Neunzehn Jahre lang war das Land um Gush Etzion in arabischen Händen und verblieb verlassen. Im August 1967 jedoch wurden diese Hügel zurückgefordert und diese „Kinder“ kehrten zurück und bauten K’far Etzion und andere Siedlungen wieder auf und verwirklichten die Träume und Mühen ihrer Väter und Vorväter.

Dieser Kampf, den diese Geschichte beschreibt, ist nicht vorüber. Israel muss für seine Verteidigung immer noch extreme Mühen aufwenden.

Verteidigung ist das größte Element in Israels Budget: 35% des Bruttosozialproduktes im Gegensatz zu 15% in Russland, 5% in den USA und 2% in Deutschland.

Bis heute wird der Kibbuz nicht nur dafür genutzt, das Land zu bebauen und die Wüste zum Blühen zu bringen, sondern er dient als wesentlicher Teil in Israels Verteidigung. Vieles ist mit starken Stacheldrahtzäunen umgeben und jeder Zugehöriger des Kibbuz bekommt Wachdienste zugeordnet.

Sogar die Schulbusse in Israel benötigen Schutz. Während ich in Akko, einer Stadt entlang der Küste von Galiläa war, sah ich eine Busladung mit Kindern von Tel Aviv auf einem Schulausflug, der von drei bewaffneten Soldaten begleitet wurde. Ich befragte einen der Soldaten, warum es so eine Hochsicherheits-Vorkehrung für eine Grundschulklasse gab. Er antwortete „Wir hatten zu viele Terroristen-Angriffe auf Busse und Schulen. Wir können unsere Kinder nicht gehen lassen, ohne sie zu beschützen.“

Als amerikanische Jüdin hatte ich Schwierigkeiten, mich an diese Geschlossenheit solcher feindlichen Nationen und der konstanten Gegenwart von israelischen Soldaten zu gewöhnen. Und trotzdem, die Notwendigkeit sich zu verteidigen, der jeden Aspekt des Lebens durchdringt, ist etwas, woran israelische Juden gewöhnt sind.

Eine Erfahrung, die dies verdeutlicht, geschah, als ich in Jerusalem auf dem Offenen Markt (Mahane Yehuda) einkaufen war. Ich war gerade im Begriff, einige wunderschöne Granatäpfel zu kaufen, als drei israelische Soldaten, die ihre Maschinenpistolen fest in ihren Händen gegen ihre Brust gedrückt hielten, schnell und voller Autorität begannen, uns zurück auf eine andere Straße zu drängen. Angst ergriff mich, als ich mit der Masse zusammengedrängt wurde. Verzweifelt versuchte ich zu fragen: „Was ist los? Was ist passiert?!“ Ein israelischer Obsthändler antwortete mit einem müden Seufzen: „Eine weitere Bombendrohung.“

Kontinuierlich bedroht Gefahr von außen und Gefahr von innen dieses kleine Land, ein Land, das andauernden Schutz benötigt. Wenn man jedoch auf die Geschichte blickt, sogar weiter zurück als die frühen Tage vor der Staatsgründung, zeigt sich, dass dieser Kampf um das Überleben, diese überwältigende Notwendigkeit für Verteidigung nichts Neues ist.

Sie existiert seit der Zeit Abrahams. Aber noch mehr, eine andauernde Drohung wurde von den alten jüdischen Propheten prophezeit und in der Bibel festgehalten: Wenn Israel in der richtigen Beziehung mit Gott ist, wird Er der undurchdringliche Schutz sein, aber wenn Israel seinem Schöpfer nicht gehorcht, wird es ständig in Schwierigkeiten sein. So wurde zum Beispiel über König David gesagt, dass der Herr auf jeder Seite Israel Frieden von all seinen Feinden gab, weil David die richtige Beziehung zu Gott pflegte (siehe 2. Samuel 7).

Der Prophet Hesekiel sagte andererseits: „Die anderen Völker aber werden begreifen, dass Mein Volk Israel aus eigener Schuld in die Verbannung musste. Es war mir untreu geworden; deshalb hatte Ich Mich von ihm abgewandt und es in die Gewalt seiner Feinde gegeben, sodass alle seine Kriegsleute erschlagen wurden.“ (Hesekiel 39:23)

Es wird berichtet, dass, als sich ein anderer jüdischer Prophet Jerusalem näherte, er die Stadt sah, er über sie weinte und sagte: „Wenn doch auch du heute erkannt hättest, was dir Frieden bringt! Aber Gott hat dich blind dafür gemacht. Darum kommt jetzt über dich eine Zeit, da werden deine Feinde einen Wall rings um dich aufwerfen, dich belagern und von allen Seiten einschließen. Sie werden dich und deine Bewohner völlig vernichten und keinen Stein auf dem andern lassen. Denn du hast den Tag nicht erkannt, an dem Gott dir zu Hilfe kommen wollte.“ (Lukas 19:41-44)

Dieser Prophet beschrieb genau die Zerstörung Jerusalems 70 n. Chr. durch die Römer, lange bevor sie passierte. Aber auf welchen „Tag der Hilfe“ bezieht er sich? Der gleiche Prophet wurde von Kaiphas, dem jüdischen Hohen Priester gefragt: „Bist du der Messias, der versprochene Retter, der Sohn Gottes?“ Seine Antwort war: „Ich bin es.“ (Markus 14:61,62)

Dieser Mann, Jeschua (bekannt als Jesus), der behauptete, der Messias zu sein, behauptete sogar, Gottes undurchdringlicher Schutz zu sein, wenn Israel Ihn erkennen würde. Sacharja sprach über den Messias: „Dann aber, an jenem Tag, wird der Herr selbst gegen diese Völker in den Kampf ziehen, wie Er in früheren Zeiten für Sein Volk gekämpft hat. Er stellt sich auf den Ölberg, der östlich von Jerusalem liegt…“ (Sacharja 14:3,4)

Israel ist und wird, trotz seiner exzellenten militärischen Abwehr, damit scheitern, sich selbst angemessen zu verteidigen. Wenn Jeschua der Messias ist, dann sind Seine Worte wahr. Er, wie auch die anderen jüdischen Propheten, hat gesagt, dass wir, die jüdische Nation, immer Schwierigkeiten haben werden, bis wir den Tag der Hilfe erkennen und unseren Messias anerkennen. Gott sprach durch Hesekiel über das, was passieren wird, wenn Israel zu seinem Schöpfer umkehrt: „Ich werde sie aus den Ländern ihrer Feinde holen und wieder in ihr eigenes Land bringen. So erweise Ich mich vor allen Völkern als der heilige Gott. Wenn sie dann vor Feinden sicher in ihrem Land leben, werden sie beschämt sein, wenn sie daran denken, wie treulos sie gegen Mich gewesen sind.“ (Hesekiel 39:26-27)

Die Bibel gibt eine ultimative Antwort auf Israels Notwendigkeit für leibliche Sicherheit – und es ist eine spirituelle Lösung: Der Messias selbst wird dafür sorgen, dass wir sicher wohnen, wenn wir Ihn akzeptieren. Er wird unser Schutz sein.

*Israel zählt zu den top vier Ländern mit den höchsten Abwehrmöglichkeiten.