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Verfasst von Avi Snyder

Sieg auf dem Kirchentag

Im letzten Juni wurde uns messianischen Juden auf dem Evangelischen Kirchentag eine Stimme gegeben. Mehrere hundert Menschen hörten zu, als Dr. Richard Harvey, ein britischer messianischer Jude und Wissenschaftler von Juden für Jesus, über das Thema „Was heißt Messianisches Judentum?“ sprach.

Im letzten Juni wurde uns messianischen Juden auf dem Evangelischen Kirchentag eine Stimme gegeben. Mehrere hundert Menschen hörten zu, als Dr. Richard Harvey, ein britischer messianischer Jude und Wissenschaftler von Juden für Jesus, über das Thema „Was heißt Messianisches Judentum?“ sprach. An dem Podiumsgespräch mit Richard beteiligte sich Prof. Dr. Micha Brumlik vom Zentrum Jüdische Studien Berlin- Brandenburg sowie Ralf Meister, der Landesbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover.

Reiner Lorenz, Pastor der EFG Essen-Altendorf besuchte den Kirchentag und kehrte mit einem wunderbaren Bericht über die Reaktion der Menschen auf das, was Richard Harvey zu sagen hatte, zurück. „Richard gewann die Zuneigung der Mehrheit der Menschen dort (…) Ohne sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, gelang es ihm, Begebenheiten aus seiner Familiengeschichte mitzuteilen, wodurch er eine Verbindung zum deutschen Volk herstellte. Einer der Höhepunkte war, als er Zeugnis gab und erwähnte, wie schwer es für ihn als Juden gewesen sei, an Jesus zu glauben. Als er berichtete, wie Gott ihm das Wunder des leeren Grabes offenbarte, konnte Micha Brumlik nur sagen: `Unglücklicherweise kann man dieser Erfahrung nichts entgegenstellen` …. Der erste Schritt ist gemacht worden“ fuhr Pastor Lorenz fort. „Preist Gott, dass Er Richard gebraucht hat, um dies zu erreichen.“

Ja, preist Gott! Dies war ein eindeutiger Sieg. Aber der Kampf ist noch lange nicht vorbei. Tatsächlich geht es in dem wahren Kampf nicht darum, die Anerkennung von Vertretern unterschiedlicher religiöser Ansichten zu gewinnen. Der eigentliche Kampf hat damit zu tun, die Herzen unseres jüdischen Volkes zu gewinnen, so dass sie ihr Vertrauen auf Jeschua, den jüdischen Messias setzen werden. Schließlich war es eine jüdische Zuhörerschaft, vor der Jeschua verkündigte: „[…] Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“ (Joh. 14,6). Und es war vor einer ausschließlich jüdischen Gesellschaft – vor dem Hohen Rat – vor dem der Apostel Petrus ohne Scham verkündigte, „Und es ist in keinem anderen das Heil; denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel dem Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen!“ (Apostelgeschichte 4,12).

So schließt der eigentliche Kampf ganz klar das Gewinnen von offenherziger Anhörung unter unserem Volk mit ein. Aber da gibt es noch eine andere Front in dieser Schlacht, und die wird durch dieses Kirchentagsereignis versinnbildlicht. Wir müssen die Herzen echter Christen gewinnen, die den schwerwiegenden Fehler begangen haben, sich selbst von der Angelegenheit der Evangelisation unter Juden zu distanzieren. Viele Christen – viele, die möglicherweise den Kirchentag besucht haben, denken fälschlicherweise, dass sie meinem jüdischen Volk Liebe und Respekt entgegenbringen, wenn sie sich mit der Evangelisation unter jüdischen Menschen zurückhalten. Die tragische Ironie liegt darin, dass diese Christen genau das Gegenteil tun. Sehen Sie, wenn Jesus wahrhaftig der einzige Retter gleichermaßen für Juden und Nichtjuden ist, wie die Bibel sagt, dann ist es keine Tat der Liebe, meinem Volk die Botschaft vorzuenthalten, nur weil wir jüdisch sind; eher ist es eine Angriffshandlung, die zu unserer geistlichen Zerstörung führt.

Mein Herz schmerzt wirklich um Christen, die den ernsten Irrtum begangen haben, Evangelisation unter Juden zu verurteilen.

Würden sie den größten jüdischen Evangelisten verurteilen, der jemals das Evangelium zu den Seinen gebracht hat – Jesus?

Lassen Sie uns beten, dass Gott uns weiterhin Gelegenheiten gibt wie dieses Podiumsgespräch, das Er Richard Harvey auf dem Kirchentag ermöglichte.

Lassen Sie uns gleichzeitig ernsthaft darum beten, dass Christen, die dem gefährlichen Irrtum unterliegen, die Evangelisation unter Juden zu verdammen, umkehren und die Sache, die Jesus so am Herzen liegt, auch zu ihrer Angelegenheit machen. Und lassen Sie uns weiterbeten für die Errettung meines Volkes, wie es sogar der Apostel Paulus inbrünstig betete: „Brüder, der Wunsch meines Herzens und mein Flehen zu Gott ist, dass sie gerettet werden.“ (Römer 10,1).