house
Verfasst von Aaron Lewin

Nach Hause kommen

Letztens habe ich versucht, so schnell zu gehen, wie ich konnte, und schaffte es, die meisten anderen Passagiere auf dem Weg zum Terminal zu überholen.

Letztens habe ich versucht, so schnell zu gehen, wie ich konnte, und schaffte es, die meisten anderen Passagiere auf dem Weg zum Terminal zu überholen. Ohne Gepäck konnte ich einfach so durch den Zoll gehen, in ein Taxi springen und endlich nach Hause zu kommen. Ich kannte mich aus, hatte das schon viele Male vorher getan. Ich konnte es nicht erwarten, meine Familie wiederzusehen!

Auch wenn es ein Klischee ist, gibt es wirklich keinen Ort wie das Zuhause. Ich glaube nicht, das es ein Zufall ist, dass das hebräische Wort für „Haus“, bayit, in manchen Kontexten auch „Familie“ bedeuten kann. Denn der Grund, warum ich mich immer so freue, nach Hause zu kommen, ist nicht, dass ich mit all meinen Sachen wiedervereint sein will, sondern mit meiner Familie. Mit denen, die mich lieben.

Passah ist auch eine Geschichte über das Nach-Hause-Kommen.

Passah ist auch eine Geschichte über das Nach-Hause-Kommen. Oder genauer, über das Verlassen des Heims, um dann nach in ein neues Zuhause zu kommen – ein besseres Zuhause, von Gott gegeben. Trotz der großen Wunder, die Gott an Passah getan hatte, bin ich sicher, dass viele unserer Vorfahren nicht wirklich Lust auf eine lange Wanderung ins Ungewisse durch die feindliche Umwelt der Wüste hatten. Und es gab tatsächlich einen Punkt, an dem die meisten von ihnen umdrehen und nach Ägypten zurückkehren wollten! Vielleicht war es für sie besser, Sklave zu sein und das, was einen erwartet, wirklich zu kennen, als sich auf das Ungewisse einlassen zu müssen.

Aber letztendlich, nachdem sie fast alles falsch gemacht hatten, und zum Großteil dank Gottes Hilfe, schafften wir es in das gelobte Land! Wir kamen in unser neues Zuhause.

Wir reisen wie unsere Vorfahren – aber intensiver, viel heftiger.

Heutzutage ist das Leben ein bisschen anders. Reisen ist jetzt viel einfacher, was bedeutet, dass es mehr Menschen tun und häufiger, und in mehr Teile der Welt gelangen als vorher. Wir reisen wie unsere Vorfahren – aber intensiver, viel heftiger. Und wir suchen immer noch unser Zuhause. Die Ironie dabei ist, je mehr wir reisen, und je mehr Kulturen wir sehen und Erfahrungen, wir dort sammeln, desto weniger fühlen wir uns zu Hause. Oder besser gesagt, je mehr wir uns in den verschiedenen Teilen der Welt wie zu Hause fühlen, desto weniger gibt es für uns den einen Ort, wo wir wirklich zu Hause sind und sagen können: „Hier sind alle meine Lieben.“

Folglich unterscheiden wir uns nicht so sehr von unseren Vorfahren. Wir suchen nach einer Heimat, einem Ort, der sicher ist, geschützt und wo wir das Gefühl haben, geliebt und akzeptiert zu werden. Das Problem ist: Es gibt keinen solchen Ort – zumindest nicht auf dieser Erde. Selbst als unsere Vorfahren das „gelobte Land“ erreicht hatten, mussten sie erst Feinde besiegen und sich wiederholt gegen Plünderer verteidigen. Schließlich wurden sie wieder aus dem Land hinausgeworfen, wegen ihres Ungehorsams, und waren erneut im Exil.

„Ich bin der Weg […]; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“Johannes 14, 6

Die gute Nachricht ist, dass Gott uns ein Zuhause versprochen hat, das sicher und geschützt ist – dort wird Gott „alle Tränen von ihren Augen“ wischen (Offenbarung 21, 4), wo wir alle von seiner allumfassenden Liebe umhüllt sind. Aber um dorthin zu gelangen, müssen wir uns auf den Weg machen: Wir müssen unsere alten, kaputten, korrumpierten Leben hinter uns lassen und die Reise zu unserer neuen, geistlichen Heimat beginnen. Die gute Nachricht ist, dass wir einen Reiseführer haben, der uns auf dem Weg dorthin hilft. Als Jeschua, der Messias, vor fast 2000 Jahren gestorben und auferstanden war, öffnete er den Weg zum Vater wieder. Er selbst sagte: „Ich bin der Weg […]; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Johannes 14, 6). Wenn wir ihm vertrauen, gibt er uns ein neues Leben und wir machen uns auf den Weg in ein neues Zuhause.

Aber so einfach ist das nicht, oder? Was ist mit unserem alten, kaputten Leben? Obwohl es ruiniert ist, wissen wir immer noch von ihm und klammern uns an es. „Ach, hätten wir doch Fleisch zu essen!“, riefen unsere Vorfahren. „Wir denken an die Fische, die wir in Ägypten umsonst aßen, und an die Kürbisse, die Melonen, den Lauch, die Zwiebeln und den Knoblauch.“ (Bemidbar / 4. Moses 11,4-5) Bist du wirklich bereit, dein altes Leben loszulassen, um das zu bekommen, was du wirklich ersehnst? Bist Du bereit, Ägypten hinter dir zu lassen und die Reise in das gelobte Land zu riskieren – oder wirst Du für immer ein Sklave deiner Wünsche und Ängste bleiben?

Wie gut es war, zu Hause zu sein!

Ich tippte den Türcode ein, lief die Treppe hoch und steckte den Schlüssel in das Schloss. Meine Frau und die Kinder erwarteten mich – was für ein wunderbares Wiedersehen! Wie gut es war, zu Hause zu sein! Aber die Wahrheit ist, dass ich wirklich im Jahr 2004 nach Hause kam – als ich mein Vertrauen in Jeschua setzte. Und seitdem bin ich auf den Weg zu meinem endgültigen Zuhause bei ihm, dem Vater und dem Ruach HaKodesch (heiligen Geist) und allen Gläubigen. Was ist mit dir? Wäre es nicht schön, endlich nach Hause zu kommen?