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Im Jahre 2008 war Karfreitag ein Tag von zwei Galgen. Hier kamen auf ungewöhnliche Weise Karfreitag und Purim zusammen. Wir wissen: Der Karfreitag erinnert an die Kreuzigung unseres Messias Jesus. Purim erinnert an die Erlösung des jüdischen Volkes von Hamans Mordkomplott – davon lesen wir im Buch Ester. Selten fallen diese beiden Tage auf ein und dasselbe Datum; doch aufgrund der Unterschiede zwischen dem jüdischen (Mond-)Kalender und dem römischen oder christlichen (Sonnen-)Kalender stellte uns im Jahre 2008 vor eine seltsame und herausfordernde Kombination.

Beide historischen Ereignisse haben mit Gott und den Galgen zu tun. Ich wollte diese beiden Tage und Gottes Wirken in der Geschichte nach den Aufzeichnungen der Heiligen Schrift einmal vergleichen und unterscheiden.

  • Beide Ereignisse trugen sich im Nahen Osten zu – eines in Persien, das andere in Israel.
  • Beiden ging ein Triumphzug des „Helden“ durch die Straßen der Stadt voraus.
  • Beide Galgen waren aus Holz. Wir wissen, dass Hamans Galgen ca. 25 m hoch war. Wir wissen, dass die römischen Galgen oder Kreuze aus zwei Holzstücken bestanden; der obere Balken wog etwa 50 kg.
  • Tod an einem persischen Galgen trat durch Genickbruch oder Erwürgung ein. An einem römischen Kreuz starb man an Erstickung oder an Blutverlust.

In diesen beiden historischen Ereignissen wurden die Galgen jeweils errichtet, um unschuldige Juden umzubringen. In der Geschichte von Purim schmiedete Haman ein Komplott gegen Mordechai, weil sein (Hamans) Stolz verletzt worden war. Die Evangelien berichten, dass sich gewisse jüdische Leiter gegen Jesus verschworen, weil Er ihre Heuchelei aufgedeckt hatte.

  • In beiden Fällen trachteten die Verschwörer danach, schwache Herrscher zur Mitarbeit in ihrem Mordplan zu bringen: der persische König Ahasveros und der römische Prokurator Pilatus.
  • Die Hinrichtung Mordechais war Teil von Hamans Mordplan gegen das jüdische Volk. Die Hinrichtung Jesu war Teil vom Plan des Teufels, die Menschheit zu vernichten.
  • Hamans Komplott wurde vereitelt, als er und seine Söhne anstelle von Mordechai am Galgen gehängt wurden.
  • Der Plan des Teufels wurde vereitelt, als die geplante Hinrichtung vollzogen wurde und Jesus anstelle der Sünder am Kreuz hing.
  • An Purim wirkte Gott hinter den Kulissen; nirgends im Buch Ester wird Sein Name erwähnt.
  • An Karfreitag war Gottes Wirken durch Zeichen und Wunder offensichtlich, sodass sogar ein römischer Hauptmann Jesus als den Sohn Gottes erkannte.
  • An Purim wurde das jüdische Volk vor der Vernichtung bewahrt.
  • Am Karfreitag brachte Gott der ganzen Welt Rettung – allen, die sie annehmen.

Zweifellos lassen sich noch weitere Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Karfreitag und Purim finden. Beide Tage zeugen dafür, dass Gott durch die ganze Weltgeschichte hindurch Derselbe bleibt. Er ändert sich nie. Ob Sein Wirken nun offensichtlich oder unseren Augen verborgen ist: Wir können sicher sein, dass unser Gott ein rettender Gott ist. Er möchte alle retten, die Ihn anrufen; und es bereitet Ihm unaussprechliche Freude, Menschen auf unerwartete Weise zu retten.

Letztendlich möchte Gott immer den Plan des Bösen umwerfen und Seine Gerechtigkeit auf der Erde aufrichten. Wie bitter die Bedrohung auch sein mag, wie hoch der Galgen auch aufragt, wie düster die Umstände oder wie dunkel die Stunde auch ist: Gottes Rettung wird immer gewinnen. Sein Plan wird niemals vereitelt, und Sein Sieg ist immer sicher.

Menschen vertrauen vielleicht auf die Mächtigen, auf die Herrscher, auf die Reichen. Aber „Der in den Himmeln sitzt, spottet ihrer.“ Er überlässt die Schwachen und Niedergetretenen nicht der Gnade herzloser Männer und Frauen. Er überlässt arme Seelen nicht Seinem Widersacher.

Wir wollen uns die Lektionen der Geschichte zu Herzen nehmen und

„dem HERRN [dienen] mit Furcht, und [jauchzen] mit Zittern! … Glücklich alle, die sich bei Ihm bergen“ (Psalm 2,11-12).

In der gesamten Geschichte lädt Gott uns ein, Vergleiche zu ziehen. Wir dürfen uns in Erinnerung rufen, wie Er in der Vergangenheit gehandelt hat, damit wir für die Zukunft Glauben an und Vertrauen zu Ihm haben. Vielleicht starren Sie gerade jetzt auf die düsteren Umstände in Ihrem Leben; vielleicht sind Sie entmutigt und fragen sich voll Zweifel, wie das alles ausgehen wird.

Wir durchleben Tage, die für die Welt generell ziemlich trübe aussehen – und ganz bestimmt für die Diener des Herrn im Besonderen. Vielleicht sind auch die politische und wirtschaftliche Unsicherheit dieser Tage eine Herausforderung für Sie. Dennoch können das Wirken Gottes in der Geschichte und Sein vollendetes Werk in Jesus Christus ganz bestimmt in Ihrem Leben zusammenkommen, um Hoffnung und Rettung zu bringen. Wenn wir begreifen, wie beständig Gott die Fäden der Geschichte mit unserem eigenen Leben verwebt, um Seine Ziele zu erreichen, können wir froh mit dem Apostel Paulus sprechen:

„Wir [wurden] übermäßig beschwert, über Vermögen, sodass wir sogar am Leben verzweifelten. Wir selbst aber hatten in uns selbst schon das Urteil des Todes erhalten, damit wir nicht auf uns selbst vertrauten, sondern auf Gott, Der die Toten auferweckt. Und Der hat uns aus so großer Todesgefahr errettet und wird uns erretten; auf Ihn hoffen wir, dass Er uns auch ferner erretten werde“ (2. Korinther 1,8-10).

Halleluja!