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Verfasst von David Brickner

Abraham, Jeschua und Rosch Ha-Schanah

Das jüdische neue Jahr beginnt am Abend des 1. Tischri (normalerweise im September). Der traditionelle Gruß in dieser Zeit lautet „leSchanah tovah“, das heißt „auf ein gutes Jahr.“ Wir essen Äpfel mit Honig, Honigkuchen und Süßigkeiten, um einander ein süßes Neujahr zu wünschen. Aber trotzdem steht Rosch Ha-Schanah eigentlich für den Beginn einer Zeit der Prüfung – der geistlichen Prüfung.

Das jüdische neue Jahr beginnt am Abend des 1. Tischri (normalerweise im September). Der traditionelle Gruß in dieser Zeit lautet „leSchanah tovah“, das heißt „auf ein gutes Jahr.“ Wir essen Äpfel mit Honig, Honigkuchen und Süßigkeiten, um einander ein süßes Neujahr zu wünschen. Aber trotzdem steht Rosch Ha-Schanah eigentlich für den Beginn einer Zeit der Prüfung – der geistlichen Prüfung.

Der mit diesem heiligen Tag verbundene Ruf des Schofar (Widderhorns) ruft uns zu einer achttägigen Zeit der Selbstbeobachtung und Selbstprüfung, bekannt als „Tage der Ehrfurcht“. Diese Zeit des Nachdenkens und der Buße soll uns vorbereiten auf Jom Kippur, den Versöhnungstag: den heiligsten aller Tage im jüdischen Jahreskreis. In diesen Tagen prüfen wir uns selbst, um zu erkennen, wo wir in unserem geistlichen Leben stehen. Wir müssen unser Herz untersuchen, um zu erkennen, ob wir wirklich so für Gott leben, wie wir sollten. Wenn wir Sünde in unserem Leben entdecken (was nicht allzu schwer ist, wenn wir vor uns selbst und vor Gott ehrlich sind), sollten wir über diese Sünde Buße tun, uns dem Herrn zuwenden und Vergebung suchen…

Aber wir können durchaus auch feststellen, dass wir in dieser Zeit von Gott geprüft werden. Seine Gründe hierfür sind nicht immer sofort deutlich zu erkennen. Prüfungen sind ein Lebensfaktor. Von der Geburt bis zum Tod durchlaufen wir verschiedene Arten von Prüfungen und Tests. So manchem Menschen kommt das Leben wie eine Dauerprüfung vor. Viele sehnen den Augenblick herbei, an dem die Zeit der Prüfungen und Anspannung für immer vorbei ist. Aber Gott möchte, dass seine Prüfungen uns im Glauben stärken und uns näher zu Ihm hinziehen. Gott weiß, wie eine Prüfung auszusehen hat, die genau auf das abzielt, was Er bewirken möchte.

In der ganzen Heiligen Schrift sehen wir, dass Gott Sein Volk prüft. Schauen Sie nur Abraham an. Zu dieser Jahreszeit lesen jüdische Menschen traditionell von der „Akedah“, der Fesselung Isaaks. Lassen Sie sich dadurch ermutigen: Nicht nur, dass Abraham die Prüfung durchhielt (d. h. dass er bereit war, seinen einzigen Sohn aufzugeben); sondern weil er den Test bestand, erhielt er auch das kostbare Versprechen von Gott: „Weil du das getan hast, darum werde Ich dich reichlich segnen und deine Nachkommen überaus zahlreich machen wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist…“ (1. Mose 22,16b-17a).

Heute profitieren wir alle von Abrahams Treue – von seiner Treue inmitten schwerer Prüfung. Die Fesselung Isaaks war ein vorläufiges Bild für die Passion und das Leiden Jeschuas (Jesus), auch für seinen Tod und seine Auferstehung. Es war über den Messias vorhergesagt, dass Gott ihn derartig prüfen würde: „Doch dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen. Er hat ihn leiden lassen“ (Jesaja 53,10). Wir können uns nur andeutungsweise die Kämpfe vorstellen, die Jesus durchzumachen hatte: Er wusste, was vor Ihm lag. Er sagte seinen Jüngern schon im Voraus, was für einen emotionalen Preis Ihm diese Prüfung abverlangte: „Meine Seele ist sehr betrübt, bis zum Tod“ (Markus 14,34a).

Unser Messias Jeschua erduldete zu unseren Gunsten eine schreckliche Prüfung. Er erduldete und bestand diesen furchtbaren Test; wenn wir Ihm vertrauen, erhalten wir Vergebung und werden von all unserer Sünde gereinigt. Wir haben eine Hoffnung, die nie schwindet: die Sicherheit unseres ewigen Lebens bei Ihm in der Herrlichkeit. Unser Versöhnungstag war, als wir unser Vertrauen auf den Messias Jesus als unseren Erlöser und Retter von Sünde setzten. Nun können wir tagtäglich vor ihn treten und die Zusicherung Seiner Gnade haben.

Dennoch schadet es nichts, einmal innezuhalten, nachzudenken und unser Herz zu prüfen. Vielleicht ist diese Zeit des Jahres ein guter Augenblick hierfür. Die Zusicherung der Vergebung Gottes schließt uns nicht von Prüfungen aus. Ja, vielleicht machen manche von Ihnen gerade jetzt schwere Anfechtungen durch. Die gute Botschaft ist, dass Gott uns verheißen hat, bei uns zu sein und uns beim Durchhalten zu helfen, wie Er auch Abraham und unserem Messias Jesus geholfen hat. Wie Abraham und Jeschua können wir uns sicher sein, dass diese Prüfungen uns zum Besten dienen sollen: „Ihr wisst, dass die Erprobung eures Glaubens Ausharren bewirkt“ (Jakobus 1,3). Im Wissen, dass Gott nur Gutes für uns beabsichtigt, werden wir auch angewiesen: „Prüft euch, ob ihr im Glauben seid…“ (2. Korinther 13,5a).

In den Klageliedern lesen wir: „Prüfen wollen wir unsere Wege und erforschen und umkehren zu dem HERRN“ (Klagelieder 3,40). Werden Sie an diesem Rosch Ha-Schannah erprobt? Fürchten Sie nicht die Prüfungen. Versuchen Sie nicht, sie zu vermeiden. Schauen Sie stattdessen auf den Segen und finden Sie heraus, was Gott durch diese Prüfung in Ihrem Leben tun möchte. Diese Art von Vertrauen hilft Ihnen, ein gutes neues Jahr zu haben. LeSchannah Tovah!