Foto: Tim Mossholder

„Schanah Tovah“ heisst ganz einfach „Ein gutes neues Jahr“! Rosch Ha-Schanah (das Neujahrsfest) beginnt jedes Jahr mit Sonnenuntergang am 1. Tischri beginnt (normalerweise im September). Es ist der erste der „Hohen Feiertage“; Jom Kippur (der Versöhnungstag) folgt zehn Tage später.

An Rosch Ha-Schanah ist es Sitte, Äpfel oder eine besondere runde Challah (Eierbrot) zu essen; beides wird in Honig getaucht. Dabei wünscht man sich gegenseitig „LeSchanah tova tikatevu“ – „Ein fröhliches neues Jahr! Möge dein Name im Buch des Lebens geschrieben sein.” Die Süße der Äpfel und des Honigs sind Ausdruck der Hoffnung auf ein kommendes, „süßes“ neues Jahr.

Rosch Ha-Schanah stammt aus 3. Mose 23,23-25. Dort wird das Lärmblasen erwähnt, jedoch nicht das zu verwendende Instrument. Traditionell steht das feierliche Blasen des Schofar (Widderhorns) für den Anlass. Was für eine herrliche Vorschattung auf 1. Korinther 15,52. Wenn der Messias wieder kommt, „wird die Posaune erschallen und die Toten werden auferstehen unverweslich.“ Für diejenigen unter uns, die Jeschua (Jesus) kennen, ist Rosch haSchanah der perfekte Tag, um nicht nur ein neues Jahr zu beginnen, sondern sich auch an dem neuen und ewigen Leben zu freuen, das wir in ihm haben.

Jom Kippur, ein Tag des intensiven Fastens und Gebets, beginnt in diesem Jahr mit Sonnenuntergang am 8. Oktober. Es ist der heiligste Tag des jüdischen Jahres. Für die meisten säkularen jüdischen Menschen ist Jom Kippur einer der wenigen Tage, an denen sie in die Synagoge gehen. Die zehn Tage zwischen Rosch haSchanah und Jom Kippur sind als Jamim Noraim bekannt – die zehn Tage der Ehrfurcht. Es ist eine Zeit zum Nachdenken, für die Erinnerung an vergangene Sünden und für das Gebet um Vergebung.

Das Wort kippur bedeutet „Sühne“ und stammt vom hebräischen Wort für „bedecken“. Zu biblischer Zeit musste der Hohepriester sich gründlich reinigen und ein Mal im Jahr ins Allerheiligste gehen; dort brachte er Gott ein Brandopfer dar. Der Priester sprengte Tierblut auf und vor die Bundeslade. Dazu legte der Priester seine Hände auf einen „Sündenbock“ und sagte die Sünden des Volkes auf; damit wurde symbolisiert, dass ihre Sünden nun auf das Tier übertragen wurden. Dann wurde das Tier in die Wüste geschickt, um niemals zurückzukehren (3. Mose 16,2-24). Es ist schwer, Jeschua nicht in all diesen Dingen zu sehen; denn er erfüllte die Rolle dieser beiden Opfer. Sein vergossenes Blut erwirkt Sühnung für unsere Sünden; und er trug unsere Sünden so weit fort, „wie der Osten ist vom Westen“ (Psalm 103,12).

Heute betet unser jüdisches Volk weltweit an diesem Tag, dass Gott wirklich ihre Sünden vergeben und ihre Namen ins Buch des Lebens schreiben möge. Und dennoch gibt es keine Sicherheit. Wie traurig – und wie ironisch! Denn als der Tempel noch in Jerusalem stand, gab es dieses Gefühl der Sicherheit. Ja, zu biblischen Zeiten war es ein Höhepunkt, wenn an Jom Kippur der Hohepriester lebendig aus dem Allerheiligsten zurückkam. Dass er wieder kam, zeigte, dass sein Opfer für uns vor Gott annehmbar war. In gewissem Sinne begriffen wir: Sein Wiederkommen war der Beweis, dass der Preis für unsere Sünden bezahlt war.

Was für ein Bild für den Tod und die Auferstehung des Messias! Denn „Christus ist gekommen als Hoherpriester der zukünftigen Güter und ist ein für allemal in das Heiligtum hineingegangen durch das größere und vollkommenere Zelt … mit seinem eigenen Blut und hat uns eine ewige Erlösung erworben“ (Hebräer 9,11-12). Und genau, wie das Wiederkommen des levitischen Hohenpriesters uns Hoffnung verlieh, so sichert uns Jeschuas Auferstehung aus dem Grab zu, dass sein Opfer für unsere Sünden vor Gott vollkommen und annehmbar war.

Bitte beten Sie, dass viele unserer jüdischen Mitmenschen in Deutschland, Israel und in aller Welt zu dieser besonderen Jahreszeit ihr Herz Jeschua zukehren. Und beten Sie bitte für uns, während wir weiterhin unserem Volk mitteilen, dass Vergebung, Sühne und Gewissheit im Lamm Gottes und unserem großen Hohenpriester zu finden sind – im Messias Jeschua.