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Jeder hasst Heuchler. Oft, wenn ich mit Menschen über Jesus spreche, kommt das Thema Religion auf. Da ich die meiste Zeit im Gespräch mit Menschen aus einem sehr säkularen Hintergrund oder einer solchen Weltanschauung verbringe, wird Religion oft als etwas Negatives, etwas Heuchlerisches angesehen. „Religiöse Menschen sind die schlimmsten Verbrecher!“ meinte ein Freund von mir vor kurzem. Und weißt du was? Er hat recht. Ob schreckliche Kindsmissbrauch-Skandale durch Priester / Gurus / Rabbiner / Pastoren usw. oder einfach nur das demonstrative Verhalten gegenüber bestimmten Leuten, das im Gegensatz zu ihrem Verhalten hinter dem Rücken der Leute steht: Eine Religion, die zu Heuchelei führt, nutzt keinem. Derartige Dinge sind in der Tat eine schreckliche Verfälschung der wahren Religion – einer lebendigen und pulsierenden Beziehung zu Gott.

Die wahre Religion muss ganzheitlich sein: Sie muss jeden Aspekt unseres Lebens durchdringen.

Die wahre Religion muss ganzheitlich sein: Sie muss jeden Aspekt unseres Lebens durchdringen. Nehmen wir zum Beispiel den Nasiräer in der Parascha dieser Woche (Nasso). Er hatte sich Gott so völlig gewidmet, dass es Auswirkungen darauf hatte, was er essen und trinken durfte (keine Trauben, Wein oder ganz allgemein keinen Alkohol), wie er aussah (lange Haare und Bart) und welche Beziehungen er hatte (er durfte kein totes Familienmitglied berühren). Anstelle einmal ein Auge zudrücken, wenn der Nasiräer eines der Dinge tat, die er geschworen hatte, nicht zu tun, forderte Gott von ihm, dass er sein Gelübde wieder von vorn beginnen und es bis zum Ende weiterverfolgen sollte, bis es vollendet war. Das ist schon anmutig, bietet aber keinerlei Raum für Heuchelei.

Aber was ist denn so attraktiv an der Ehrlichkeit und was so abstoßend an der Heuchelei? Einfach gesagt, dass wir alle nach etwas Echtem suchen. Wenn das Etikett Bio sagt, wollen wir Bio. Wenn dein Handy ein Apple-Logo hat, hoffst du (und ich), dass es das Original ist. Wenn wir also alle nach etwas Echtem im Leben suchen, warum ist es so schwer zu finden? Und wenn wir alle das Echte lieben, warum verhalten wir uns so oft auf eine Weise, die unecht ist – ob wir uns nun als „religiös“ bezeichnen oder nicht?

Weil wir gebrochen sind.

Da kann man alles versuchen: Ein falsches iPhone wird nie ein echtes iPhone sein. Du kannst einige der Teile ersetzen oder Original-Software installieren, aber letztlich wird es nie das Original sein. Dasselbe gilt für uns. Während wir durchaus in der Lage sind, von Zeit zu Zeit authentisch zu sein, ist uns allen sehr wohl bewusst, dass wir im Grunde alle Heuchler sind. Wir verstecken unsere wahre Identität vor den anderen, aus Angst, dass sie herausfinden, wer wir wirklich sind.

Die Ironie ist: Je mehr wir es brauchen, desto weniger werden wir es bekommen.

Akzeptiert und geliebt werden sind Dinge, die wir uns alle wünschen; und das ist ja auch gut und richtig so. Aber wenn man dann von natürlichen Wünschen zu etwas kommt, was man braucht, um sich im Leben erfüllt zu fühlen, stimmt etwas nicht. Wir jagen nach Akzeptanz, verlangen Lob und betteln um Anerkennung – und haben dann dieses Natürliche zum Götzen gemacht. Die Ironie ist: Je mehr wir es brauchen, desto weniger werden wir es bekommen. Aber es gibt einen Ausweg!

Erinnerst du dich noch an den Nasiräer aus der Wochenlektion? Einer, der völlig holistisch wurde, ganz Gott gewidmet, innen und außen? Wer könnte im Leben schon einen solchen Standard erfüllen? Ein Mensch konnte das – der kam und ein Leben lebte, das ganz Gott gewidmet war, ohne Heuchelei. Dieser Nasiräer par excellence wurde am Ende durch religiöse Heuchler getötet, die eifersüchtig auf Ihn waren. Aber gleichzeitig gab Er sein Leben im Namen von uns Heuchlern, um es uns möglich zu machen, dass wir uns ändern und ein Leben führen, in dem wir keine Heuchler sein müssen. Sein Name war Jeschua – Jesus. Er führt mich aus Heuchelei, denn Er kam und beseitigte die Konsequenzen meines Götzendienstes. Ich muss nicht mehr um Akzeptanz der Menschen betteln, weil Er mich akzeptiert hat. Ich brauche mir keine Sorgen zu machen, ob Er mich morgen ablehnen könnte, denn Seine Akzeptanz basiert auf Seiner echten Liebe zu mir und nicht auf meiner sozialen Leistung oder der Einhaltung religiöser Gebote.

Vielleicht müssen wir endlich damit anfangen, ehrlich zu uns selbst zu sein. Fürchten wir uns davor, was andere denken? Sind wir Sklaven unseres Images? Glücklicherweise müssen wir das dank Jeschua nicht mehr sein. Einer seiner Anhänger schreibt: „…die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus…“ (1 Johannes 4,18). Wir werden von dem Einzigen geliebt, auf den es ankommt – vom Original.