starwars

Star Wars muss man einfach lieben.

Es hat alle klassischen Elemente einer wunderbaren Saga: Liebe, Ehrgeiz, Rivalität, Gerechtigkeit usw. Vielleicht ist es deshalb im Laufe der Jahre bei uns so populär geworden – weil es uns innerlich berührt. Ein grundlegender Zug von Star Wars ist der Kampf für die Gerechtigkeit. Das böse und unterdrückerische Imperium will die Herrschaft über das Universum und nur eine kleine Zahl separatistischer Rebellen kann es aufhalten. Vielleicht können wir uns mit diesen Rebellen identifizieren, da auch wir eine tiefe Sehnsucht nach dem Sieg der Gerechtigkeit und dem universellen Frieden fühlen.

Der Aufstand in der Star-Wars-Saga ist durchaus gerechtfertigt. Doch im Laufe der Geschichte gab es oft Rebellionen gegen gute Regime, die zu Diktaturen führten. Wie soll man die aber einordnen?

Wir lesen von einer solchen Rebellion in der Parascha dieser Woche, benannt nach dem Hauptprotagonisten Korach. Korach hat eine privilegierte Position: Er ist ein Levit, was bedeutete, dass er Zugriff auf die Mischkan (die Stiftshütte) hatte und dabei half, die heiligen Gegenstände zu transportieren. Doch reicht ihm diese privilegierte Stellung nicht: Er will mehr. Er will Leiter der Nation werden – er will Chef des Priestertums sein.

Er will Leiter der Nation werden – er will Chef des Priestertums sein.

Also zetteln Korach und seine Anhänger eine Rebellion gegen Moses und Aaron an. Einige von ihnen werden vom Feuer verbrannt, der Boden öffnet sich und verschluckt den Rest. Man könnte meinen, dass dies klar zeigen sollte, wem Gott die Führung seines Volkes anvertraut. Doch am nächsten Tag geht das Murren der Gemeinde weiter und Gott muss ihrem Murren ein Ende setzen, indem er ein Wunder bewirkt: Aarons Stab produziert Mandelblüten und Mandeln, und das über Nacht!

Korach und seine Rebellion gingen schließlich zugrunde. Sie war nicht von einem Gefühl der Ungerechtigkeit motiviert oder den Kampf gegen eine repressive Diktatur: Korach wollte einfach nur die ultimative Macht. Und doch, trotz seines Todes, lebt Korachs Rebellion noch heute weiter: Um genau zu sein, geht sie heute nicht nur weiter, sie wurde sogar von einer Rebellion inspiriert, die lange Zeit vor der von Korach ausgebrochen war.

Dieser große Aufstand geschah im Garten Eden. Unsere ersten Vorfahren, Adam und Eva, wohnten in einem perfekten Garten, wo alles in Frieden war, so wie es sein sollte. Und dann kam die Tragödie: Adam versagte bei der Verteidigung sowohl des Gartens als auch seiner Frau, und Eva glaubte die Lüge, dass sie Gott sein kann. Sie aß die Frucht, die sie von der Quelle des Lebens abschnitt, und sie und ihr Mann wurden ins Exil verbannt. Alles war zerstört, auch wir, ihre Kinder. Warum? Nun, da wir immer noch die Lüge glauben, dass wir Gott sein können. Die gleichen Wünsche, die Eva motivierten und Korach antrieben, finden wir auch tief in unserem Herzen, wenn wir mal ehrlich sind. Wir wollen nicht, dass Gott uns sagt, was wir zu tun haben – wir wollen Gott sein.

Zusammen mit der Parascha der letzten Woche sind das schon drei Male.

Korachs Geschichte ist faszinierend, nicht nur wegen seiner Rebellion. Seine Geschichte ist auch wegen der Reaktion auf seine Rebellion faszinierend, durch Gott und Moses bzw. Aaron. Zweimal (Bemidbar/4. Mose 16,22 und 16,45) will Gott nicht nur Korach und seine Anhänger vernichten, sondern die ganze Gemeinde, wegen ihres Murrens! Aber beide Male bitten Mose und Aaron Gott, es nicht zu tun. Beide Male flehen sie zu Gott, dieses lästige, rebellische, wankelmütige Volk zu verschonen. Zusammen mit der Parascha der letzten Woche sind das schon drei Male. Und es ist nicht nur unglaublich, dass sie Gott bitten, dies zu tun, sondern dass Er es tatsächlich tut. Er schont die Gemeinde, die den Aufstand unterstützt hatte, und straft nur die Rebellen.

Und Er tut das Gleiche mit uns. Gott hätte wohl durchaus das Recht, uns wegen des Verrats zu vernichten, den jeder von uns im Herzen trägt – wir wollen Ihn vom Thron stoßen und uns gegen Ihn erheben. Und doch hört Er das Flehen seines Sohnes, des Messias, für uns und entschließt sich, uns zu verschonen, wenn wir unser Vertrauen in Jeschua setzen und Ihn bitten, uns diesen Aufstand zu vergeben. So wie Mose damals Gott um Gnade für die Rebellen bat, bittet Jeschua bei Gott für uns. Und er tat noch mehr: Jeschua gab bereitwillig sein Leben, um für die Rebellion zu zahlen, die wir vom Zaun gebrochen hatten. Und Gott hörte auf ihn.

Fiktive Filme wie Star Wars verwenden oft Themen, die uns am Herzen und nahe an der Realität liegen, weil die Macher wissen, dass wir uns mit ihnen identifizieren können. Die Sache ist aber die: Wir rebellieren nicht gegen eine böse, unterdrückerische Diktatur wie es die Jedis taten. Wir rebellieren gegen einen guten, lieben, gütigen Vater: Gott! Und doch bietet Er uns die Möglichkeit, diesen Aufstand zu beenden, uns mit ihm zu versöhnen und ein Leben zu leben, das einen Sinn hat – wenn wir bereit sind, zuzugeben, dass wir unrecht haben, zu ihm kommen und uns seiner Autorität beugen. Warum? Weil Er gut ist und das will, was für uns am besten ist.

Möge die Macht mit dir sein? Nein, mögest du mit der Macht (mit Gott!) sein!