Die Stadt Davids, die Stadt Gottes

Wenn dies heute passieren würde, würde es die jüdische Welt völlig erschüttern. Ein solches Ereignis wäre überall in der Welt die Nachricht des Tages. Sicherlich wäre es hier bei uns nicht nur auf der Titelseite der Jüdischen Allgemeinen Zeitung, sondern auf Seite eins jeder Zeitung überall in der Welt. Doch, ich wiederhole: Jerusalem fiel! Nicht vor 100 Jahren, nicht einmal vor 1000 Jahren, und ich denke noch nicht einmal an die Tragödie von 70 n.Chr. – ich denke an den Fall Jerusalems im Jahre 586 v.Chr.. Heute wissen wir von diesem schrecklichen Massaker des Falls von Jerusalem. Der große jüdische Prophet Jiremejahu/Jeremiah warnte Israel immer wieder, dass es nicht gut enden werde und er hatte recht. Der Fall Jerusalems war nichts weniger als der geistige Tod Israels. Die ganze Nation wurde gefangen genommen und ins Exil geschickt, und die riesige Ruine, wo einst der große Tempel des Salomo stand, wurde zur Heimstatt der Ärmsten der Armen, die noch nicht einmal die Babylonier für würdig befanden, als Geisel verschleppt zu werden. So mancher hätte damals wohl gedacht, dass Israel somit in den Geschichtsbüchern verschwinden würde, zusammen mit den Hethitern und Edomitern, von denen man nie wieder etwas sah oder hörte. Dennoch ist Israel tatsächlich wieder auferstanden, wie der Phönix aus der Asche.

Wenn dies heute passieren würde, würde es die jüdische Welt völlig erschüttern.

Doch warum fiel Jerusalem? Die Stadt fiel, weil sie als Nation den HERRN und sein Gesetz aufgegeben hatte. Es war derartig schlimm: Das Buch der Chronik meint gar, dass sich unsere Vorfahren wirklich nie daran gehalten hatten! Sie mögen vielleicht gesagt haben, dass sie auf Gott trauen, doch waren das nur Lippenbekenntnisse. Sie haben Gott nie ernst genommen, sie vernachlässigten seine Sabbatjahre, seine Jubiläumsjahre, die vorgeschriebenen Zeiten der Begegnung mit ihm im Tempel. Sie nahmen ihn nie beim Wort, trotz seiner endlosen Warnungen vor dem Fluch, der dem Ungehorsam folgen würde, aus denen der größte Teil der Parascha dieser Woche namens „Behar / Bechukotai“ besteht. Unsere Vorfahren sprachen Eide gegenüber Gott aus, die sie nie zu halten beabsichtigten. Was wir von all dem lernen können, ist, dass Gott bemerkenswert geduldig ist: Denn Hunderte von Jahren vergehen und Gott hält seinen Zorn zurück – doch am Schluss endet seine Geduld und das Urteil wird gefällt, ganz wie er gewarnt hatte. Gott hasst es, wenn die Menschen nicht auf ihn hören – und unsere Vorfahren waren umso schuldiger, da sie ich als sein Volk bezeichneten und eigentlich seiner süßen Stimme ihr Ohr hätten leihen sollten. Wenn ein Sohn nicht auf seinen Vater hört, ignoriert er die Regeln, die aufgestellt worden sind. In unserem Fall stimmte unser Volk Regeln zu, die in dem Vertrag aufgelistet sind, den es im Blut des Bundes unterzeichnet hatte. Sein Urteil war gerecht, sie verurteilten sich im Prinzip selbst, denn ihre Sünde war himmelschreiend und ihr Ende war aufgrund ihrer Einstellung unvermeidlich. Gott hatte sie gewarnt, dass er sie richten würde, wenn sie nicht gehorchten – und er tat es, und Jerusalem fiel mit Pauken und Trompeten. (Jiremejahu / Jeremia 16, 19 – 17,14).

Wenn ein Sohn nicht auf seinen Vater hört, ignoriert er die Regeln, die aufgestellt worden sind.

Zwischen den wiederholten Verfluchungen wegen des Ungehorsams gab es immer wieder den Appell, zum Herrn zurückzukehren, doch unser Volk hat ihn sich nicht zu Herzen genommen: „Werdet ihr mir aber auch dann noch nicht gehorchen und mir zuwiderhandeln, so will auch ich euch im Grimm zuwiderhandeln und will euch siebenfältig mehr züchtigen um eurer Sünden willen.“ (Wajikra / 3. Mose 26, 27-28).

Ungehorsam war Israels Untergang und bedeutete 70 Jahre Exil, genau wie von Jiremejahu / Jeremiah vorhergesagt (siehe auch Daniel 9, 2). Nachdem sie die 70 Jahre hinter sich hatten, begannen sie, zu dem zurückzukehren, was von ihrer alten Heimat noch übrig war. Sie mussten wieder ganz von vorne anfangen und bauten eine Stadt auf den Ruinen. Aber nachdem eine Supermacht nach der anderen sie bedrängte, würde Jerusalem ein zweites Mal auf gleichermaßen verheerende Weise fallen, diesmal durch die Römer. Im Jahr 70 n.Chr. wurde Israel wieder durch einen vierjährigen Krieg in die Knie gezwungen und das Grauen stieg erneut auf diese alte Stadt herab. Und genau wie Jeremiah die erste Zerstörung des Tempels voraussagte, prophezeite ein anderer jüdischer Mann Jerusalems zweitem Abstieg in Schutt und Asche – es war Jeschua von Nazareth:

„Und als er nahe hinzukam und die Stadt sah, weinte er über sie und sprach: Wenn doch auch du erkenntest an diesem Tag, was zum Frieden dient! Aber nun ist’s vor deinen Augen verborgen. Denn es wird eine Zeit über dich kommen, da werden deine Feinde um dich einen Wall aufwerfen, dich belagern und von allen Seiten bedrängen und werden dich dem Erdboden gleichmachen samt deinen Kindern in dir und keinen Stein auf dem andern lassen in dir, weil du die Zeit nicht erkannt hast, in der du besucht worden bist.“ (Lukas 19, 41-44)

Jeschua ist Israels verheißener Messias und Erlöser

Jeschua ist Israels verheißener Messias und Erlöser; Jeschua ist der ewige Sohn Gottes, der dem Vater gleich ist, und er kam vom Himmel zur Erde, um Frieden zwischen Mensch und Gott zu bringen. Hier sagt er eindeutig, dass Israels Ablehnung von ihm sein Niedergang sein würde, und 40 Jahre später fiel Jerusalem – unter wirklich schrecklichen Umständen. Weitere 65 Jahre später, im Jahr 135 n.Chr, wurde Israel endgültig ausradiert von der Karte. Jeschua war also nicht nur ein großer Retter, war er auch ein großer Prophet. Er warnte seine Jünger:

„Wenn ihr aber sehen werdet, dass Jerusalem von einem Heer belagert wird, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahe herbeigekommen ist. Alsdann, wer in Judäa ist, der fliehe ins Gebirge, und wer in der Stadt ist, gehe hinaus, und wer auf dem Lande ist, komme nicht hinein. Denn das sind die Tage der Vergeltung, dass erfüllt werde alles, was geschrieben ist. Wehe den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! Denn es wird große Not auf Erden sein und Zorn über dies Volk kommen.“ (Lukas 21: 20-23)

Und doch, genau wie im Tanach, sagt Gott uns, dass Er uns, das jüdische Volk, nicht aufgegeben hat, noch hat Er unsere Stadt vergessen (siehe Römer 11, 11). Durch seinen Tod und seine Auferstehung bereitete Jeschua, der Messias, uns einen Weg, unsere Herzen zu beschneiden (siehe Jirmejahu / Jeremia 9, 25) und ein neues Herz und einen neuen Geist zu bekommen – und zwar solche, die bereit sind, Gott zuzuhören und ihm zu gehorchen (siehe Jehezchiel / Hesekiel 36, 26). Außerdem lesen wir, dass Gott eines Tages Jerusalem wiederherstellen wird – doch wird es ein Jerusalem sein, das vom Himmel herabkommt (siehe Offenbarung 21). Wirst du dann auch dort sein? Du kannst es, wenn du dem Messias erlaubst, dich zu verwandeln. Komm zu ihm, solange dazu noch Zeit ist!