future

Jeder hat schon mindestens einmal davon geträumt: Stell dir vor, du könntest sehen, was die Zukunft bringt. Was würdest du wissen wollen? Was würdest du mit dem Wissen tun, das du so bekommst? Versteh das bitte nicht falsch: Ich spreche nicht von Wahrsagerei, Hellsicht oder Astrologie, denn das alles hasst Gott. Ich spreche von Prophetie und davon, den Weg zu gehen, den Gott für dich vorbereitet hat, damit sein Name in deinem Leben verherrlicht wird.

In der Parascha dieser Woche, Wajechi, erfahren wir, dass Jakob (auch genannt Israel) seit 17 Jahren in Ägypten ist, und mit seinen 147 Jahren nähert er sich dem Ende seines Lebens auf dieser Erde. So ruft Israel seinen Sohn Josef und bittet ihn, dass er nicht in Ägypten begraben wird, sondern im gleichen Grab wie seine Vorväter. Josef schwört ihm das.

Einige Kapitel später versammelt Israel seine Söhne und segnet jeden einzelnen von ihnen. Aber nicht nur das: Er kündigt ihnen auch an, dass er ihnen verraten wird, was mit ihnen am Ende aller Tage geschehen wird. An diesem Punkt werden diese Texte zu messianischen Passagen, die nicht nur die Zukunft des Lebens seiner Söhne und ihrer Nachkommen beeinflussen werden, sondern auch die der übrigen Menschheit.

Interessanterweise scheint Jakob am Anfang der Parascha in Bereschit / 1. Mose 48, 3-4, Wert darauf zu legen, dass seine Vision von dem, was kommen wird, nicht nur Wunschdenken eines Sterbenden für seine Kinder ist. Tatsächlich ist das noch nicht einmal seine eigene Vision. Stattdessen gibt er zu: „Der allmächtige Gott erschien mir zu Lus im Lande Kanaan und segnete mich und sprach zu mir: »Siehe, ich will dich wachsen lassen und mehren und will dich zu einer Menge von Völkern machen und will dies Land zu eigen geben deinen Nachkommen für alle Zeit.«“

Wie beeindruckend! Das ist doch mal ein Blick weit voraus in die Zukunft?!

Aber wie wirkt sich das auf uns aus?

Dies ist wiederum nicht einfach sein eigener Segen für seine Söhne, sondern vor allem ein Segen und ein Versprechen, das vom Höchsten kommt, dem Aleph und dem Tav, dem Anfang und dem Ende. Und obwohl Jakob weiß, dass es Dinge gibt, die einige seiner Söhne getan hatten, die gegen seinen Willen waren (am berüchtigtsten war der Verkauf ihres Bruders Josef als Sklave an die Ägypter, nur um sich später von Josef retten zu lassen, ohne dass sie ihn freilich erkannten), gilt die Verheißung, die Gott ihm und seinen Nachkommen schenkt, immer noch und für alle Zeiten als ewiges Erbe. Der vielleicht wichtigste Segen, der den Lauf der Geschichte ändern würde, wird dabei Jehuda (Juda) gegeben, dem Sohn Israels. Die implizierte Prophezeiung ist, dass der Messias aus seiner Linie hervorgebracht wird und letztlich für alle Ewigkeit herrschen wird.

Aber warum sagt Israel, dass Judas Brüder ihn „anerkennen“ werden?

„Juda, du bist’s! Dich werden deine Brüder anerkennen. Deine Hand wird deinen Feinden auf dem Nacken sein, [und] vor dir werden deines Vaters Söhne sich verneigen.“ (Bereschit / 1. Mose 49: 8). Aber warum sagt Israel, dass Judas Brüder ihn „anerkennen“ werden? Wissen sie denn noch nicht, dass er ihr Bruder ist? Wissen seine Brüder nicht, dass Jakob Judas Vater ist? Nun, natürlich tun sie das und es scheint unwahrscheinlich, dass sie es in Zukunft vergessen; also ist das vielleicht eine Andeutung von etwas, was sich in Zukunft ereignen wird. Schließlich spricht Jakob zu ihnen über „das Ende der Tage“.

Wenn wir seine Worte als eine Prophezeiung für die Zukunft betrachten, stehen sie vielleicht für den Messias, der kommen wird, und den seine Brüder nicht anerkennen werden. Vielleicht drehen die Kinder Israels ihm den Rücken zu und erkennen ihn nicht als die Erfüllung der Verheißung und des Segens Gottes für sie und alle Völker an?

Der Prophet Jeschajahu / Jesaja schreibt in Kapitel 53, Verse 1-3: „Aber wer glaubt dem, was uns verkündet wurde, und an wem ist der Arm des Herrn offenbart? Er schoss auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.“

Der Wille dieses 147 Jahre alten, im Sterben liegenden Jakob ist sicherlich, dass seine Segnungen wahr werden und dass diese Segnungen, die ihm Gott gegeben hat und die er an seine Kinder weitergibt, auch wenn seine Kinder entgegen diesen Willen handeln, für immer wirken. Dass die Brüder Judas eines Tages die Notwendigkeit erkennen werden, Ihn anzuerkennen, sich vor Ihm niederzubeugen und einzugestehen, dass der Messias als Erfüllung des einst gegebenen Segens gekommen ist. Dass eines Tages der Messias geboren wird und auf dieser Erde wandelt und nicht nur sein eigenes Volk erlösen wird, sondern alle, die ihn anerkennen. Dass er für unsere Sünden zahlen wird und dass wir in Ihm wieder versöhnt werden.

Um zum Ende zu kommen, möchte ich dir noch eine Prophezeiung mitteilen, von der ich sehr zuversichtlich bin, dass sie eintreffen wird. Aber genau wie bei Jakob ist diese Vorhersage, bzw. dieser „Blick in die Zukunft“, nicht meine eigene. Bist du bereit?

„Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht wiedersehen, bis ihr sprecht: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!“ (Matthäus 23, 39) (Hervorhebung von mir). Das sind die Worte Jeschuas. Bleibt nur noch eine einfache, aber wichtige Frage: Hast Du ihn schon anerkannt?