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Sie haben es schon wieder getan. Gerade als viele dachten, dass das Entertainment-Erlebnis nicht noch besser oder noch realistischer werden kann, gab Sony ein Virtual-Reality-Headset1 heraus. Es ist so gut, dass den Menschen sogar schlecht wird, wenn sie damit spielen. Autsch.

Ist das echt? Ist das nur Phantasie?Freddy Mercury

Unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit scheint sich zu ändern. Freddy Mercury fragte: „Ist das echt? Ist das nur Phantasie?“ Je besser die Technologie wird, desto schwieriger wird es für uns, den Unterschied zwischen dem Echten und dem am Computer Generierten zu bestimmen.

Aber nicht nur hierbei haben wir mit unserer Wahrnehmung der Realität zu kämpfen. Neben den ganzen philosophischen, existentialistischen Zweifeln und Fragen („Gibt es mich wirklich?“ usw.), kämpfen du und ich gleichermaßen auf andere Weise mit der Wirklichkeit. Nehmen wir zum Beispiel die Arroganz:

Das berühmte amerikanische Wörterbuch Merriam-Webster definiert „arrogant“ als „übertriebene oder zur Übertreibung neigende Einschätzung des eigenen Werts oder der eigenen Bedeutung, oft durch eine anmaßende Art.“2 Arrogant zu sein, heißt folglich einfach, eine falsche Realität wahrzunehmen –eine, in der ich besser, intelligenter, größer usw. als andere bin und auf deren Basis ich dann andere unterdrücke. Autsch.

Aber Arroganz ist nicht nur schädlich für die Opfer, sondern auch für die arrogante Person selbst. Nehmen wir zum Beispiel Mosche und Aharon (Moses und Aaron) in der Parascha-Lektion dieser Woche (Chukkat): Mosche ist mit unserem Volk so lange so geduldig, er wird von Gott genutzt, so viele Wunder für es zu vollbringen – aber dann hat er genug: Sie quengeln mal wieder nach Wasser und diesmal hört Mosche nicht auf Gott, sondern beschließt, dass er derjenige sein wird, der sie rettet, nicht Gott. Anstatt dem Felsen zu befehlen, dass er Wasser hervorbringen sollte, wie es ihm befohlen war, haut er den Felsen mit seinem Stab. Das Wasser sprudelt heraus, die Leute sind glücklich, aber etwas stimmt nicht (siehe Bamidbar / 4. Moses 20, 2-13). Mosche hatte den Menschen suggeriert, dass er für sie sorgen könnte, nicht Gott.

Mosche musste einen hohen Preis für seine Arroganz zahlen, für seine übertriebene Selbstwahrnehmung: Er und sein Bruder durften nicht mehr in das von Gott verheißene Land ziehen. Da die Arroganz eine falsche Realität ist, kann sie nie lange dauern. Irgendwann bricht sie um uns zusammen, verschüttet ihre Nutzer, und verletzt sie, so wie sie es bei Mosche und Aharon tat.

Was kann man also bei Arroganz machen? Einige argumentieren, dass Arroganz in Demütigung endet, aber das muss so nicht sein. Sie kann auch in Demut münden.

Wenn die Arroganz eine falsche Wahrnehmung der Realität ist, dann ist die Demut eine korrekte Wahrnehmung der Wirklichkeit. Sie ist eine nüchterne, realistische Sicht der Dinge, die nicht nur uns selbst berücksichtigt (wie die Arroganz), sondern auch die anderen um uns herum. Und auch Gott.

Während die Arroganz ihren Nutzern und Opfern schadet, baut die Demut sie hingegen auf.

Während die Arroganz ihren Nutzern und Opfern schadet, baut die Demut sie hingegen auf. Nehmen wir wieder die Parascha der Woche: Nach dem Vorfall mit dem Felsen / Wasser, beschwert sich das Volk erneut, diesmal über das Essen. Aufgrund ihres Mangels an Vertrauen, schickt Gott feurige Schlangen und viele sterben. Aber Gott zeigt uns auch einen Ausweg auf: Mosche formt eine Bronzeschlange, die aussieht wie die feurigen Schlangen, und montiert sie auf einer Stange. Wann immer jemand von den Schlangen gebissen wird, müssen sie nur die Bronzeschlange ansehen und sie werden wieder gesund (siehe Bamidbar / 4. Moses 21, 4-9).

Aber was hat das alles mit Demut zu tun, fragst du? Nun, um geheilt zu werden, mussten sie nur die Bronzeschlange ansehen – ein Abbild von dem, das ihnen Probleme bereitete. Es erinnerte sie an ihren Mangel an Vertrauen und Glauben an einen Gott, der andauernd für sie gesorgt hatte, nicht nur in Ägypten, sondern auch nachdem sie dort weggegangen waren. Wenn sie geheilt werden wollten, mussten sie also zugeben, dass sie etwas falsch gemacht hatten, dass sie ihre Strafe verdient hatten, und dass sie geheilt werden konnten, wenn sie Gottes Weg folgten.

Jeschua, an ein Kreuz genagelt, ein Symbol für unsere Rebellion gegen Gott und den Mangel an Gottvertrauen.

Die Parallelen zu dieser Schlangenbiss-Bonanza und den Ereignissen, die Tausende von Jahren später stattfanden, sind unverkennbar. In Mosches Tagen blickte das Volk auf das Symbol der Strafe für seinen Unglauben, um geheilt zu werden. Später, in den Zeiten römischer Unterdrückung, blickte es wieder auf ein Symbol seiner Strafe, das aufgerichtet worden war, damit es alles sehen konnten: Jeschua, an ein Kreuz genagelt, ein Symbol für unsere Rebellion gegen Gott und den Mangel an Gottvertrauen. Paulus schreibt: „Gott hat Christus, der ohne Sünde war, an unserer Stelle als Sünder verurteilt, damit wir durch ihn vor Gott als gerecht bestehen können.“ (2. Korinther 5,21) Jeschua nimmt alle unsere Fehler am Kreuz auf sich, und bietet uns somit einen Weg zur Vergebung unserer Sünden an. Damit wir uns ändern. Damit wir neues Leben haben. Aber genau wie in der Wüste, müssen wir Demut zeigen und zugeben, dass wir falsch lagen, dass es unsere Sünde war, die Jeschua in diese Lage brachte, und dass wir ihn um Vergebung bitten müssen.

Sind wir bereit, diesen Preis zu zahlen? Es kränkt unser Ego, zuzugeben, dass wir falsch lagen, dass wir etwas falsch gemacht haben und es nicht wiedergutmachen können. Es kränkt uns, zugeben zu müssen, dass wir jemanden brauchen, der uns rettet. Wie viel erstaunlicher ist es also, dass Jeschua bereit war, einen so hohen Preis zu zahlen, um uns zu retten, während wir seine Feinde waren. Stell dir mal vor, wie er dich empfangen wird, wenn du dich nun an ihn wendest und zugibst, dass du ihn brauchst!

Und so wird klar, dass die virtuelle Realität nicht wirklich etwas Neues ist. Wir haben unsere Sicht der Dinge seit Tausenden von Jahren verzerrt – jeder von uns denkt immer, dass er irgendwie besser ist als andere. Doch wenn wir bereit sind, unsere Arroganz mal beiseite zu legen und die Wirklichkeit zu erkennen, dann bemerken wir, dass wir jemanden haben, der uns von all dem Falschen rettet, das wir getan haben, und von der Arroganz in unserem Leben. Ist das zu gut, um wahr zu sein? Ist das echt oder ist es nur Phantasie? Nein, Freddy, das ist keine Phantasie. Bitte ihn und er wird sich dir selbst zeigen!

  1. http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article128547976/Sony-Morpheus-ist-so-gut-dass-einem-schlecht-wird.html DEUTSCHE VERSION
  2. http://www.merriam-webster.com/dictionary/arrogant