Kannst Du abstrakt denken?

Die abstrakte Kunst war eine Bewegung, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts beliebt wurde, als die Künstler von der „realistischen“ Malerei Abstand nahmen und stattdessen Symbole verwendeten, um Botschaften und Bedeutungen zu vermitteln. Abstrakter Kunst oder abstrakten Konzepten kann man manchmal nur schwer folgen, aber das Abstrakte kann auch gut dazu dienen, um symbolisch eine tiefgehende Wirklichkeit abzubilden. Vielleicht war Gott der erste echte Erfinder der abstrakten Kunst, als Er uns bot, die Mischkan (die Stiftshütte) zu bauen, wie die Thoralesung dieser Woche lehrt. Dreimal (zweimal in der Lesung dieser Woche: Schmot /2. Mose 25,9 und 40;Bamidbar/4. Mose 8,4) befiehlt Gott Moses die Mischkan zu bauen, zusammen mit all dem Zubehör, nach dem Plan, den Gott ihm selbst gab. Womit sich die Frage stellt: Warum? Warum war Gott so genau, bezüglich der Frage, wie wir Sein Zelt und die Altäre und all das bauen?

Gott uns offenbaren will, wer Er ist

Die Antwort, die wir im Rest des Tanach sowie in der Brit Chadaschah finden, ist, dass Gott uns offenbaren will, wer Er ist – und dass Symbolik ein äußerst effektives Mittel für Ihn ist, tiefe theologische Wahrheiten in Weisen darzustellen, die wir ergründen können. So lernen wir mittels des Goldes, das genutzt wurde, um die Mischkan zu bauen, dass Gott ein König ist, der verehrt und geehrt werden muss, und mittels der Bronze, dass er auch ein gerechter Richter ist. Mittels der Menorah (dem Leuchter) lernen wir, dass „Gott Licht ist, und in ihm ist keine Finsternis.“ (1 Joh. 1,5) Mittels der Aron HaBrit (Bundeslade) lernen wir, dass er ein Gott ist, der Bündnisse schließt und hält und der unter den Menschen wohnen will, die Er erwählt hat. Vor allem aber lernen wir mittels der Anordnung der verschiedenen Abschnitte des Mischkan, dass Gott heilig ist und nur mit den Methoden angegangen werden kann, die Er bestimmt – durch Opfer und durch Mediatoren (die Priester).

Also ich zumindest würde mich gar nicht trauen, zu Angela Merkel oder jedem anderen Leiter eines anderen Landes zu laufen und eine Audienz zu verlangen. Wie viel weniger würde ich mich das dann beim Gott trauen, der alles gemacht hat!

Die Frage, die wir uns stellen müssen, ist, ob wir bereit sind, uns Gott unter Seinen Bedingungen zu nähern und die Dinge nach Seinem Muster zu tun, oder wollen wir versuchen, uns ihm unter unseren eigenen Bedingungen zu nähern, auf unsere eigene Weise, die wir erfunden haben, mit unseren eigenen Köpfen. Jeschua sagte selbst hierzu: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich!“ (Joh 14,6). Bist Du bereit, diesen Weg zu gehen oder versuchst Du, Deinen eigenen Weg zu nehmen, um den Gott Dich nicht gebeten hat und den Er nicht akzeptieren wird?