mishpaha
Verfasst von Leonid Dolganovsky

Naase wnischma

Vater zu sein hilft mir, meine Beziehung zu Gott besser zu verstehen.

Vater zu sein hilft mir, meine Beziehung zu Gott besser zu verstehen. Ob es darum geht, seine Liebe zu uns besser durch meine Liebe zu meinen Kindern zu verstehen oder seine Vorstellung, was für uns am besten ist: Ich habe ein tieferes Verständnis von Gott bekommen, indem ich selbst Vater wurde. Vor allem, wenn es um das Konzept des Gehorsams geht.

Unsere Parascha-Lektion dieser Woche heißt „Mischpatim“ – das bedeutet „Gesetze, Vereinbarungen, Urteile“. Während es in der Passage eine Vielzahl möglicher Aspekte zu entdecken gibt, weckte eine Sache meine Aufmerksamkeit: die Worte „naase wnischma“, das heißt: „Wir werden es tun und wir werden darauf hören.“ (Schemot / 2. Mose 24, 7) Das sind die exakten Worte, die unser Volk zu Gott sagte, als es die Tora erhielt. Mit anderen Worten: „Alles, was der HERR gesagt hat, werden wir beachten und ihm gehorchen!“

Was hier bemerkenswert ist, ist der Wunsch des Volkes zu gehorchen.

Was hier bemerkenswert ist, ist der Wunsch des Volkes zu gehorchen. Der Gehorsam, den Gott sich wünscht, ist total und bedingungslos – ein Gehorsam, der auf Vertrauen in ihn basiert und nicht unbedingt darauf, dass man nachvollziehen kann, was er uns aufgetragen hat. Dies ist der Schlüssel, der uns hilft, Gott zu verstehen und das, was er für uns will. Die Leute sagen oft: „Ich muss es verstehen, um etwas zu tun oder zu gehorchen.“ Aber Gott sagt: „Gehorche und dann wirst du es verstehen.“ Das mag ein wenig hart klingen, wenn man eine lebendige Beziehung zu Gott hat; doch man kann Anordnungen auch befolgen, ohne sie zu verstehen, ähnlich wie Kinder den Anweisungen ihrer Eltern gehorchen. Warum? Weil Gott völlig vertrauenswürdig und kompetent ist und die Anordnungen, die er gibt, zu unserem Nutzen sind! Denke an Abrahams bedingungslose Hingabe, als er sogar bereit ist, Isaak auf dem Altar zu opfern. Beim Gehorsam dreht es sich nicht darum, das Gehirn auszuschalten, sondern vielmehr um unser Vertrauen in ein viel höheres Verständnis – das von Gott.

Damals antwortete unser Volk so, wie wir das heute nicht mehr erwarten würden. Heutzutage verlassen wir uns auf unser Wissen und unsere Vernunft, nicht auf den Gehorsam gegenüber einem Gott, der es am besten wissen sollte. Doch als Leute, die an den Messias glauben, müssen wir sicherstellen, dass wir gemäß den Prinzipien der „naase wnischma“ leben. Jeschua selbst sagt: „Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist’s, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ (Johannes 14, 21)

Wie ist das mit dir? Bist du bereit, Gott zu gehorchen, wenn er dich bittet, etwas zu tun, was du nicht verstehst, genau wie Abraham? Bist du bereit, dein Vertrauen in den Messias Jeschua zu setzen, auch wenn es viele Dinge an ihm gibt, die du noch nicht verstehst?