Warnung: Beschränkter Zugang!

Vielleicht zieht dich ein Musikstück zum Göttlichen hin, oder ein schöner Sonnenuntergang, eine schöne Frau oder einen schneidiger Kerl. Tief in uns drin sehnen wir uns nach Intimität und doch können wir sie nicht mit all denen teilen, wie wir wollen (außer in unserer Phantasie!). Stell dir vor, ich mag eine Frau namens Sarah. Ich kann Sarah nicht kennenlernen, bis sie mich zum Abendessen einlädt oder bis sie meine Einladung zum Mittagessen annimmt. Wenn ich nie Zeit mit ihr verbringe, lebe ich verblendet in meiner eigenen Phantasiewelt.

Ich fürchte, dass die gegenwärtige Generation etwas Ähnliches mit Gott tut: Wir können Freundschaft mit Gott haben, genau wie damals, als Adam und Eva bei Gott waren, aber wir müssen uns darüber klar sein, dass die Sünde unsere Beziehung zu ihm zerstört hat. Wenn wir auf die Sinai-Halbinsel zurückkehren und uns anschauen, wie das Volk Israel seine ersten Schritte vom Berg weg taten, können wir begreifen, wie eine Beziehung zu Gott wirklich aussieht.

Ich denke bei sowas oft an John F. Kennedy und seinen Autokorso in Dallas, an jenem verhängnisvollen Tag.

Stell dir mal den Besuch eines Präsidenten vor: Ich denke bei sowas oft an John F. Kennedy und seinen Autokorso in Dallas, an jenem verhängnisvollen Tag. Als ich im letzten Jahr in Israel war, sahen wir Benjamin Netanjahus Autokorso. Riesige Autos umgaben den Wagen des Premiers. Er wurde geschützt. Man wusste sofort, dass jemand Wichtiges im zentralen Wagen war. Die dunklen Fenster, die Geschwindigkeit der Autos, die Art, wie andere Autos Platz machten, bedeutete es nur eins: Der Miniserpräsident war unterwegs. Oder vielleicht hast du schon einmal die Queen vom Buckingham Palast zum Oberhaus fahren sehen. Eine königliche Prozession. Die goldenen Kutschen, die gepflegten Pferde, die militärische Präsenz. Das kann nur eins bedeuten: Die Königin und ihr Gefolge ziehen hier entlang. Stell dir auch einmal vor, wie Tausende von Panzern auf beiden Seiten die Königin flankieren, links und rechts, die Kanonen bereit, vorne wie hinten. Das wäre ein besonderer Anblick. Vielleicht sogar ein erschreckender. Vielleicht kennst du noch die Paraden der Sowjets oder der Chinesen. Die waren ein wenig beunruhigend.

Als sich das Volk Israel dem gelobten Land näherte, dachte jeder, der das Tabernakel sah, flankiert von Hunderttausenden von Menschen zur Linken und zur Rechten und von Hunderttausenden von vorne wie von hinten, dass dies nur eins bedeuten könnte: Der König und sein Volk waren unterwegs. Dieser König war Gott selbst. Ein erschreckender Gedanke! Wir können uns vorstellen, was für eine tiefe Angst diejenigen hatten, die dies sahen, und wie ihnen ums Herz flau wurde. Das Tabernakel in der Wüste war Gottes Gegenwart auf der Erde, die am deutlichsten durch eine Feuersäule symbolisiert wurde, die über ihm aufstieg. Das Heranrücken des königlichen Geleitzugs, den wir als Tabernakel nennen, war eine erschreckende Sache, aber kein leerer königlicher Palast. So wie die britische Fahne gehisst wird, wenn die Königin in den Palast kommt, zeigte die feurige Wolke, die vom Tabernakel aufstieg, dass Gott zu Hause war, dass der HERR, ihr Gott, mit seinem Volk Israel war, und man jauchzte dem König zu:

„Der HERR, sein Gott, ist bei ihm, und es jauchzt dem König zu. Gott, der sie aus Ägypten geführt hat, ist für sie wie das Horn des Wildstiers.“ Bamidbar / 4. Moses 23, 21-22

Sie waren auf dem Weg zum gelobten Land, das ihnen versprochen worden war. Die riesigen Zahlen der zwölf Stämme umfassten insgesamt 600.000 Männer unter Waffen. Gott war bereit für den Krieg. Da zitterten die Nationen in Kanaan in ihren Stiefeln – oder hätten dies zumindest tun sollen. Erinnerst du dich an die zehn Plagen, die Ägypten in die Knie zwangen? Heute sprechen die Menschen davon, Gott zu kennen und Zugang zu ihm zu haben, aber dieses Denken hat nichts mit dem Gott der Bibel zu tun.

In den Kapiteln 1-10 des vierten Buches des Moses (Bamidbar) bereitet sich das Volk Israel darauf vor, mit seinem Gott zu ziehen. Wir können eben nacherzählen, wie die levitischen Priester den Mischkan bewachen und wie die Cherubim auf dem Deckel der Bundeslade uns daran erinnern, wie wir aus dem Garten Eden verstoßen wurden, damit wir nicht zurückkehren und für immer als Feinde Gottes leben, oder wie die goldene Menorah dem Baum des Lebens nachempfunden war. Doch schon bald würden wir begreifen, dass vor allem eins galt: Der Mensch war damals mit seinem Gott, den er seit dem Garten Eden nicht mehr sehen konnte, wieder mitgezogen, auch wenn dies unter hohen Sicherheitsvorkehrungen geschah, um sicherzustellen, dass ihm keiner der Israeliten zu nahe kam und starb:

„Und ich gab sie aus der Mitte der Israeliten zur Gabe Aaron und seinen Söhnen, damit sie ihren Dienst tun für die Israeliten in der Stiftshütte und für sie Sühne schaffen, sodass es nicht unter den Israeliten eine Plage gibt, wenn sie sich dem Heiligtum nähern.“ Bamidbar / 4. Moses 8, 19

Wenn wir nun zu Kapitel 26 springen, fragen wir uns vielleicht, warum eine neue Volkszählung durchgeführt wird, und bemerken einige offensichtliche Unterschiede in den Dimensionen bestimmter Stämme, aber damit wollen wir uns jetzt nicht belasten. Weiter geht‘s und aufwärts, das Land erwartet uns! In der Parascha dieser Woche, Kapitel 25-30, geht es um das gelobte Land, das Erbrecht und die Rolle von Opfern im täglichen Leben der Menschen. Gott hat versprochen, sein Volk in das gelobte Land zu bringen, und er hält sein Wort:

„Da sprach der HERR zu Abram: Das sollst du wissen, dass deine Nachkommen Fremdlinge sein werden in einem Lande, das nicht das ihre ist; und da wird man sie zu dienen zwingen und unterdrücken vierhundert Jahre. Aber ich will das Volk richten, dem sie dienen müssen. Danach werden sie ausziehen mit großem Gut. Und du sollst fahren zu deinen Vätern mit Frieden und in gutem Alter begraben werden. Sie aber sollen erst nach vier Menschenaltern wieder hierher kommen; denn die Missetat der Amoriter ist noch nicht voll.“ Bereshit / 1. Moses 15, 13-16

Vielleicht sind wir neugierig, was den Inhalt der Kapitel 11-25 betrifft.

Vielleicht sind wir neugierig, was den Inhalt der Kapitel 11-25 betrifft. Mit dem Tabernakel an Ort und Stelle, als Israel seine ersten Schritte vom Berg Sinai weg tut, passierte was? Die Israeliten begannen sich zu beklagen und zu weinen! Dies sind die Jahre der Wildnis, die vierzig Jahre großer Disharmonie zwischen Gott und seinem Volk: die große Übersicht auf die israelische Rebellion gegen Gott. Es gab viele Plagen, die Gott auf Israel herabkommen ließ, das Versagen der Spione, der Aufstand gegen Aaron, Mosche und den Herrn, Korachs Auflehnung, die Schlangen und der Speer des Pinchas (oder „Phineas“). Am Schluss steht ein Vorstrafenregister von Israels Sünden, das länger als dein Arm ist.

Wenn wir also eins aus der Parascha dieser Woche lernen, während wir die Abschnitte betrachten – Kapitel 1-10, 11-25, 26-36 –, so sehen wir, dass Gott seinem Volk auch weiterhin verpflichtet ist, es trotz seiner Sünde ins gelobte Land zu bringen. Gott hat etwas versprochen und er wird es halten, trotz unseres Unglaubens. Wir können sogar so weit gehen zu sagen, dass Israel die Folie ist, die uns hilft zu sehen, wie großzügig Gott ist, wie gerecht und wie treu er ist, und das Land steht als Bild für Gottes Sicherheit und seine Macht, sein Wort zu erfüllen.

Das ist übrigens nichts Geringeres als die Botschaft der ganzen Bibel und es lässt uns fragen: Wie wird Gott die Sünder (dich und mich) in seinen perfekten Himmel bekommen? Wie ist das möglich? Denn Gott ist heilig und sein Hass auf die Sünde ist grenzenlos. Die Antwort ist, dass der Messias Jeschua das schafft: Er bringt uns in eine ewige Beziehung zum Vater, trotz unserer Sünde, weil er die Sünde von uns wäscht und die Strafe auf sich nimmt, die eigentlich wir verdienen. Jesus, der ewige Sohn Gottes, nimmt unsere Sünden von uns und trägt selbst die fällige Strafe. Ein Tausch findet statt: Jesus gibt uns seine Rechtschaffenheit, seine Vollkommenheit und entfernt die Last der Sünde von uns. Das ist natürlich jüdische Theologie, wie sie vom großen jüdischen Propheten Jeschajahu / Jesaja prophezeit wird:

„Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben. Durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden.“ Yeshayahu / Jesaja 53, 11

Jetzt wo ich schließe, erinnern wir uns, dass es Aufgabe der Leviten war, die zwölf Stämme von der Gefahr fernzuhalten, fern von der Stiftshütte. Die Leviten handelten als Gottes heilige Wächter. Sie hielten das Volk Israel draußen. Warum? Um es vor der Heiligkeit Gottes zu schützen. Komm ihm zu nahe – und du stirbst. Gottes Heiligkeit und ein sündiger Mensch sind so als ob man ein Papiertaschentuch an eine Flamme hält, oder zu nahe an die Sonne fliegt. Wenn du heute jedoch eine Beziehung zu Gott haben willst, kannst du das, indem du zu Jesus kommst und ihm glaubst, dass er deine Sünde am Kreuz trug, dass er an deiner Stelle stirbt und die Strafe bekommt, die du verdient hast. Wenn du das tust, kannst du tatsächlich zum Vater kommen, jetzt und in die Ewigkeit.

Wie passend ist es, den Text mit den Worten der Abschiedsrede Jesu zu beenden!

„Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Und von nun an kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.“ Jochanan / Johannes 14, 6-7