pokemon

Hast du auch manchmal das Gefühl, dass du in einer Zeitschleife gefangen bist? In jüngster Zeit gab es wieder eine Serie neuer Superhelden-Filme, Pokémon feiert ein überraschendes Comeback und die Gruppe Blink 182 ist mit ihrem Album plötzlich auf Platz 1 in den Charts: Es fühlt sich beizeiten so an, als ob die letzten 15 Jahre nicht stattgefunden hätten und wir immer noch im Jahr 2001 stecken würden. Aber vielleicht sind den Filmemachern, Musik-Enthusiasten und Videospiel-Designern auch nur die Ideen ausgegangen? Schließlich gilt: Es gibt nichts Neues unter der Sonne…

Das Gefühl, in einer Zeitschleife zu leben, ist nicht nur auf die Pop-Kultur beschränkt. Die Parascha-Lektion dieser Woche ist der Beginn des Buches Debarim / 5. Buch Mose und ist im Wesentlichen eine Nacherzählung von großen Teilen der Thora, die wir schon gelesen haben! Mosche rekapituliert unsere Reise durch die Wüste, unseren Gehorsam bzw. seine Abwesenheit und das alles aus seinem Blickwinkel.

Das Gefühl, in einer Zeitschleife zu leben, ist nicht nur auf die Pop-Kultur beschränkt.

Manchmal denkt man einfach: „Spar dir die Tinte, Mosche! Das alles haben wir doch alles schon gehört.“ Anstatt das zu wiederholen, was wir gerade gelesen haben, könnte Gott dem Mosche (und uns) vielleicht ein wenig darüber offenbaren, was die Zukunft bringt, oder wie genau Er die Welt erschuf. Ein paar mehr Details wären schon schön!

Warum also wiederholt Sich Gott hier? Morgen beginnt bei uns die Zeit der Trauer über die Zerstörung unserer beiden Tempel, die – die laut der Tradition – jeweils am 9. Tag des Monats Aw geschah, daher nennt man diesen Tag auch „Tischa B‘Aw“ (= der 9. Aw). Warum begehen wir jedes Jahr diese beiden Tage des Unglücks? Um uns daran zu erinnern. Ansonsten wären sie einfach zu leicht zu vergessen.

Mosche geht für das Volk also noch einmal die Reise durch und Gott befiehlt, dass alles aufgeschrieben wird. Warum? Damit wir uns besser daran erinnern. Oder besser gesagt, damit wir uns besser an die Fürsorge Gottes erinnern, an unseren Ungehorsam und seine Folgen. Tischa B‘Aw gibt uns die Möglichkeit, über unseren Ungehorsam nachzudenken, der dazu führte, dass Gott uns aus unserem Land verbannte. Vielleicht hätte es keinen zweiten Tisha B’Av gegeben, wenn wir uns die Lehren des ersten mehr zu Herzen genommen hätten…

Also erinnern wir uns. Damals, in der Zeit des Mosche, erinnerte Gott uns an all das, was er getan hatte, um uns darauf vorzubereiten, was vor uns lag. Im Prinzip machte er eine Bestandsaufnahme vor den Kämpfen, die auf der anderen Seite des Jarden (Jordan) auf uns warteten. Ebenso erinnert uns Gott in den Hebräischen Schriften oft daran, dass wir uns daran erinnern sollen, was Er bereits getan hat, damit wir Ihm auch daraufhin vertrauen, was Er noch tun wird.

Bei Seinem letzten Passah-Seder nahm Er das Afikomen (Matzenbrot), brach es und erklärte, dass es für Seinen Leib steht.

Jeschua hat uns auch dazu ermutigt, uns zu erinnern. Bei Seinem letzten Passah-Seder nahm Er das Afikomen (Matzenbrot), brach es und erklärte, dass es für Seinen Leib steht. Er nahm den Kelch der Erlösung und erklärte, dass der Wein für Sein Blut steht. Und dann sagte Er, dass wir den Vorgang wiederholen sollen, um uns daran zu erinnern. Wir sollen uns daran erinnern, dass, dass Sein Körper zerbrochen und Sein Blut vergossen wurde, um den Preis für die Bosheit von uns Menschen zu zahlen, damit unser Leben gerettet werden kann. Genau wie die ersten Passalämmer – sie starben, sodass wir leben konnten.

Vielleicht bist du auch an einem Punkt in deinem Leben angelangt, an dem du eine Bestandsaufnahme durchführen musst. Wofür genau hast du bisher gelebt? Wo wirst du in fünf Jahren stehen? Die Geschichte hat die unangenehme Angewohnheit, sich zu wiederholen. Wenn wir vergessen, was früher passiert ist, werden wir in Zukunft letztendlich die gleichen Fehler machen. Also ist es gut, einmal „zurückzuspulen“ und über alles nachzudenken. Unser Versagen und Ungehorsam aus unserer Vergangenheit kann uns helfen zu erkennen, wie sehr wir Gott brauchen – und vor allem, wie sehr wir die Vergebung brauchen, die durch den Messias Jeschua kommt. Denn wenn wir ehrlich sind, gibt es keinen anderen Weg, unser verdorbenes Wesen zu ändern, als den, durch denjenigen verändert zu werden, der uns so sehr geliebt hat, dass Er für uns gestorben ist. Und wir alle brauchen das!

Und so erinnerte sich Mosche in der Wüste, so erinnern wir uns an Tischa B’Aw und diejenigen unter uns, die wir den Messias Jeschua kennen, erinnern uns an Seinen Tod, wenn wir das Brot essen und den Wein trinken. Denn wenn wir mit den Fehlern unserer Vergangenheit konfrontiert werden, werden wir uns vielleicht an Ihn wenden, um in unserer jetzigen Gegenwart um Hilfe zu bitten. Pokémon wird eines Tages vergessen und die Musik von Blink 182 wird verblassen, aber Gottes Botschaft der Vergebung und Erlösung bleibt. Warum? Weil Er sich auf jeden Fall daran erinnern wird!