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Verfasst von Efraim Goldstein

Das verheißene Kind

Winterkälte kriecht unbemerkt durch die Ritzen in der Wand. Kein noch so eisiger Wind kann die glühende Stirn der Frau in den Wehen kühlen.

Ein Blick auf Jesajas Prophezeiung, dass Gott selbst unter den Menschen wohnen wird.

Winterkälte kriecht unbemerkt durch die Ritzen in der Wand. Kein noch so eisiger Wind kann die glühende Stirn der Frau in den Wehen kühlen. Mehrere andere Frauen drängen sich am behelfsmäßigen Bett. Sie merkt nichts vom besorgten Ausdruck der Hebamme oder der Angst der Helfer um sie herum.

„Ich bin zu müde, ich halte das nicht aus!“

„Ich kann nicht weitermachen,“ stöhnt sie. „Ich bin zu müde, ich halte das nicht aus!“ Aber an diesem Tag bekommt sie keine Ruhe, bis ihre Arbeit getan ist.

Da taucht der Kopf des Babys auf. Die Hebamme nimmt ihre Arbeit auf, schmeichelnd, führend, und zieht das Baby aus dem Geburtskanal, sodass das Neugeborene die Welt begrüßen kann. Die Nabelschnur wird durchgeschnitten, der Hals des Kindes gereinigt, und seine Augen gespült. Dann jubeln alle voller Freude und Triumph: „Das Baby ist geboren, du hast einen Sohn!“

Derartige Szenen tragen sich jeden Tag Tausende Male zu, und sind doch immer etwas ganz Neues, ganz ohne Banalität. Die Geburt eines Kindes ist eins der größten Dramen des Lebens, ein Fenster, durch das wir das Wunder der Schöpfung bestaunen können.

Einst hoffte eine jede jüdische Mutter, dass ihr Kind einmal der Schlüssel für die Zukunft Israels sein könnte. Mit dem Schmerz der Geburt kam der beruhigende Gedanke: „Vielleicht wird mein Kind Gottes Verheißungen an unsere Nation erfüllen. Vielleicht wird mein Junge der Messias sein.“

In den alten Zeiten trugen die Frauen der Stadt die Nachricht von einer zur anderen, und bald versammelten sich einige von ihnen vor dem Haus der Frau im Wochenbett, um sie im Namen Gottes zu segnen.1

In den Prophezeiungen Jesajas steht etwas vom Drama eines bestimmten Kindes und seiner Geburt – die Weissagung eines Sohnes wie kein anderer in der Welt.

In den Kapiteln 7-10 gibt es wiederholt Hinweise auf die Geburt eines Kindes, das die Geschichte Israels entscheidend beeinflussen wird.
Der Prophet Jesaja ging über die üblichen Hoffnungen bei Geburten weit hinaus. Er forderte seine Leser auf, sich mit dem Konzept eines Kindes in der Rolle eines Erlösers zu beschäftigen. Doch um die Bedeutung der Prophezeiungen Jesajas zu verstehen, ist es nötig, die entscheidende Zeit in der Geschichte Israels zu begreifen, in die sie eingebettet sind.

Turbulente Zeiten in Israel

Während der Herrschaft des jungen Königs Ahas von Juda von 735 bis 715 v. u. Z. hingen dunkle Wolken über dem Lande: Im Norden wuchs Assyrien unter Tiglat-Pileser III zu einer neuen Macht heran; nach seinen Eroberungen im Osten lenkte er seine Armeen nach Israel. Tiglat-Pileser nahm sich die vielen kleinen Länder vor, die an Mittelmeerküste lagen, so auch Israel und einen Teil Judas. Die nördlichen Stämme Israels standen davor, von der grausamen Kriegsmaschinerie der mächtigen assyrischen Heere verschlungen zu werden.

Tiglat-Pileser war ein rücksichtsloser Despot, der unaufhaltsam zu sein schien. Keine Armee des Nahen Ostens war in der Lage, den assyrischen Eroberern zu Paroli zu bieten. Das Schicksal von Israels Armee schien hoffnungslos.

Bald schon führten Rezin von Damaskus und Pekah von Israel Krieg gegen Ahas von Juda, vielleicht im Bemühen, ihn in ein Bündnis gegen Tiglat-Pileser zu zwingen.

Wie des Öfteren in der Vergangenheit, entsandte Gott einen Menschen in diese unruhigen Zeiten, den Propheten Jesaja. Dieser Prophet sollte 50 Jahre lang auf die Bedürfnisse, Ängste und Hoffnungen des Volkes Gottes eingehen.

Jesaja konfrontierte König Ahas in der offenen Art, die für seine Mission typisch war. Er sprach offen über die Ängste des Königs und überbrachte Gottes beruhigende Botschaft:

„Aber der HERR sprach zu Jesaja: Geh hinaus, Ahas entgegen, du und dein Sohn Schear-Jaschub, an das Ende der Wasserleitung des oberen Teiches, an der Straße beim Acker des Walkers, und sprich zu ihm: Hüte dich und bleibe still; fürchte dich nicht, und dein Herz sei unverzagt vor diesen beiden Brandscheiten, die nur noch rauchen, vor dem Zorn Rezins und der Aramäer und des Sohnes Remaljas.“ (Jesaja 7, 3-4 )

Ein Zeichen der Zeit

Ahas stand vor einem Dilemma: Auf der einen Seite bedrohten Rezin und Pekah die Dynastie Davids, indem sie den Sohn von Tabeel auf den Thron setzten. Auf der anderen Seite schluckte Assyrien ein Königreich nach dem anderen. Die größte Frage in den Köpfen der königlichen Familie war wohl: „Was wird mit Gottes Versprechen geschehen, dass Davids Thron für alle Zeit bestehen soll?“ Der besorgte König Ahas wollte einfach nicht auf Gott vertrauen.

Jesaja versicherte ihm, dass Gott dem Land Juda ein Zeichen geben würde, das sein Vertrauen restaurieren würde. Da die Dynastie bedroht war, würden die Menschen Zuversicht brauchen, um auf Gott zu vertrauen, dass er den Thron Davids „für alle Generationen“ bewahren würde. 2 Daher musste das bevorstehende Zeichen in irgendeiner Weise die Frage beantworten, was mit dem Hause Davids wird. 3

Gott bot Ahas an, ihm ein Zeichen zu geben, entweder so tief wie die Hölle oder so hoch wie der Himmel, doch Ahas lehnte ab. „Ich will den Herrn nicht versuchen,“ protestierte er zum Schein. Doch in Wirklichkeit hatte Ahas seine ganz eigene Art, mit der Situation umzugehen, durch eine gottlose Allianz mit Tiglat-Pileser. 4

König Ahas war ganz klar nicht an einem Zeichen interessiert oder an einem prophetischen Wort des Herrn, das unter Umständen seine eigenen Pläne stören könnte. Und so kam von Jesaja die scharfe Rüge: „Ist es nicht genug, dass du die Männer ermüdest? Musst du auch Gott ermüden?“
Der Prophet fuhr fort und sprach das gesamte Haus David an: 5

„Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Almah (junge Frau oder Jungfrau) ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel.“ Jesaja 7,14

„Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Almah (junge Frau oder Jungfrau) ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel.“ (Jesaja 7,14)

Jesajas Prophezeiung sollte den König von Juda daran erinnern, dass das Schicksal der Nation nicht mit Intrigen mit gegnerischen Armeen oder temporären Allianzen der Monarchen gesichert werden konnte. Das Schicksal des jüdischen Volkes ruhte sicher in den Händen des Herrn, des Gottes Israels.

Das jüdische Volk und sein König Ahas hatte vor allem eine Krise: eine Glaubenskrise. Und was genau war dieses Zeichen, so tief wie die Hölle oder so hoch wie der Himmel, das Gott seinem Volk geben wollte?

Ein Kind wird geboren

Unsere Anführer hatten versagt. Sie erlaubten den Menschen, Götzen anzubeten, was ihren Untergang darstellte. König Ahas vermittelte, in seinem Streben nach militärischen Bündnissen, den Menschen die Botschaft, dass es keinen Gott in Juda gebe, der über sein Volk wachen würde. Ahas Verhalten zeigte, dass er überzeugt war, dass die Zukunft der Nation allein von Allianzen abhing, die er schmieden konnte und von seiner Schläue in der politischen Arena.

König Ahas hatte die Worte König Davids vergessen, der vor ihm gelebt hatte: „Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.“ (Psalm 121:4)

Die Zukunft des Landes schien düster: Wenn die Anführer versagen, sind die Menschen ohne Hoffnung. Wohin geht ein Volk, wenn es seinen Anführern nicht vertrauen kann? In allen Zeiten haben die Gesellschaften mit diesem Problem der Führung ohne Mandat gekämpft. Ein Land ohne tüchtige Anführer treibt ziellos im Meer der Tyrannei und Torheit umher.

Vor diesem Hintergrund erklärt Jesaja, dass Gott selbst in die Zukunft der Nation eingreifen werde – und der Prophet lenkt den Schwerpunkt fort von den Machenschaften von Königen und Fürsten und hin zum Treiben von  Kindern.

Die Kapitel 7-10 des Buches Jesaja nennen manche „Das Buch von Immanuel“. Diesen Teil nennt man auch den „Diskurs der drei Kinder“. Die drei genannten Kinder sind: Schear-Jaschub (Jesaja 7,3), Immanuel (Jesaja 7,14, Jesaja 8,8 und10) und Maher-Schalal-Hasch-Bas (Jesaja 8, 1,3,4). 6
Warum Kinder? Wie kann ein Kind gegenüber dem Krieg bestehen? Schließlich erwarten wir, dass Kinder unschuldig und verletzlich sind. Sie sind diejenigen, die wir schützen und aufziehen müssen. Sie können angenehm, liebenswert und lernfähig sein, doch sie werden nur selten als Lösung für eine nationale Bedrohung angesehen. Und die Feinde Israels waren erschreckend.

Die Antwort könnte sein, dass Gott sich manchmal dazu entschließt, seine Kraft durch ein Kind zu offenbaren. Dies ist typisch für unseren Schöpfer, der über alle Widrigkeiten triumphieren und die Probleme seines Volkes nur mit einem zerbrechlichen Kind lösen kann.

Gott ist stark genug, um seine Feinde dadurch zu besiegen

Es stimmt, dass das Buch Jesaja häufig aufzeigt, dass Gott mächtig genug war, seine Feinde in nur einem Augenblick zu zerstören, doch immer wieder, wenn der Prophet zum Kern, dem Mittel der Erlösung, kommt, schaut uns ein Kindergesicht an. Gott ist stark genug, um seine Feinde dadurch zu besiegen, indem er verwundbar, hauchdünn und bescheiden ist, indem er die Feindschaft in Freundschaft verwandelt, als einzige Hoffnung. 7

Ein Kind würde an Ahas Hof geboren werden, hieß es. Das Kind würde wachsen und sich unter normalen Umständen entwickeln, doch bevor es alt genug sein würde, um Falsch von Richtig zu unterscheiden, würden die Assyrer Syrien und Israel verwüsten – ganz wie es 733–732 v. u. Z. dann auch geschah.
Das Zeichen des Kindes war ein Hinweis darauf, dass Gott die Situation vollständig unter Kontrolle hatte. Gegnerische Armeen konnten den HERRN der Heerscharen nicht bedrohen, ebensowenig wie der Mangel an Glauben bei Gottes auserwähltem Volk ihn dazu bringen würde, es aufzugeben. Während die Prophezeiung ein Tadel für König Ahas wegen seines mangelnden Glaubens darstellte, war sie auch eine Botschaft der Hoffnung, dass Gottes göttliche Intervention in die Angelegenheiten des Landes in keiner Weise behindert werden würde.

Die Bedeutung von Immanuel

Die traditionelle jüdische Lehre über die Bedeutung von Immanuel ist der folgenden Beschreibung zu entnehmen:

„Mit uns ist Gott“ ist der Name, der nach Jesaja 7,14 einem noch ungeborenen Baby gegeben werden würde, offenbar als Symbol gemeint, wie der Vers 16 erklären soll. Es wird allgemein angenommen, dass der Name mit Apostroph geschrieben werden soll: In der Tat sind die Worte „immanu’el“, die in Kapitel 8, Vers 10 stehen, nach allgemeiner Einschätzung kein Eigenname, sondern ein einfacher Aussagesatz, dass „Gott mit uns“ ist. Der Name Immanuel erscheint weder in der Literatur des Talmud noch des Midrasch. 8

Die mittelalterliche jüdische Kommentator David Kimchi interpretierte die Passage in Jesaja 7,14 so, dass das Zeichen nur die Überzeugungskraft der prophetischen Botschaft unterstreichen sollte. Er glaubte, dass das Zeichen (das Kind) ein Zeitgenosse von Ahas sein musste und nicht ein Symbol für ein zukünftiges Geschehen. 9

Aber was sagt die Schrift dazu? Denken Sie daran, dass Ahas das Zeichen des Immanuel ablehnte und sich an den assyrischen König wandte. Das Zeichen sollte die Juden segnen – damals und in Zukunft. Gott stellte den verlorenen Glauben wieder her, nicht nur in Ahas’ Generation, sondern auch in künftigen Generationen des jüdischen Volkes. Es ist völlig richtig, anzunehmen, dass die Prophezeiung weit über die Zeit hinaus, für die sie ausgegeben wurde, gelten solle.

Der Prophet sagte dem König, dass das Zeichen rätselhafter Natur sein sollte. Und wenn diese Geburt schon ungewöhnlich sein sollte, müsste sie mehr mit sich bringen als nur einen Name, den eine optimistische Mutter für ihren Sohn aussuchte, den Erstgeborenen, um ihre Hoffnung auf eine sichere Zukunft ausdrücken. Auch war die Prophezeiung nicht einfach nur ein tröstendes Wort für den König. Sie war Gottes Versprechen, den Lauf der Geschichte zu ändern – ein Zeichen, welches das Verhältnis Gottes zur Menschheit völlig verändern würde.

Die Identität des Immanuel

Wenn diese Prophezeiung mehr als nur ein örtlich begrenztes Ereignis sein sollte, wenn ihre Aussage eine Offenbarung Gottes an sein Volk sein würde, müsste das Kind jemand ganz Besonderes sein.

Einige meinen, das Kind sei Ahas’ Sohn Hiskia, die prominenteste Person dieser Zeit. Doch kann man ihn als das fragliche Kind ausschließen, da Ahas den Thron bestieg, als Hiskia bereits neun Jahre alt war. 10

Einige meinen, das Kind sei eins der Kinder von Jesaja oder ein anderes von Ahas. Doch da die Mutter in der Prophezeiung als „Almah“ bezeichnet wird (eine junge Frau im heiratsfähigen Alter), sind diese beiden Meinungen unhaltbar. Die fragliche Mutter ist nicht die Frau des Jesaja oder die des Ahas.
Könnte sich das Wort Mutter auf alle Mütter in Juda beziehen, die ihrem Nachwuchs Namen geben, die Hoffnung auf Gott symbolisieren? Oder könnte sie eine königliche Zeitgenossin des Propheten sein und der Name ihres Kindes die Gegenwart Gottes bei den Menschen symbolisieren? Könnte der Name ihres Kindes auf einem kommenden Messias anspielen? Wenn ja: Ist die Mutter, wie es die Christen glauben, Miriam (Maria) und ihr Kind Jeschua (Jesus)?
Grundlage für die Lehre der jungfräulichen Geburt ist der Bericht über die Geburt Jeschuas im Neuen Testament, der besagt, dass Maria kein sexuelles Verhältnis zu einem Mann gehabt hatte. Matthäus 1,23 zitiert den Vers Jesaja 7,14 und sieht die Verheißung in Jeschua erfüllt. 11 Diese Interpretation ist durchaus legitim, da Jesaja von Gottes Eingreifen als Herrscher in die Angelegenheiten Israels gesprochen hatte.

Die Passage aus Matthäus setzt das wunderbare Eingreifen Gottes voraus, als Grundlage für die Ankunft des lange erwarteten Messias. Der ultimative Schutz des Volkes Israel würde nicht mit angreifbaren Verträgen oder militärischer Macht kommen, sondern durch die Hand Gottes, durch den Messias.

Immanuel, Gottes Messias

Gott beauftragte Jesaja, eine Botschaft der Hoffnung zu einem entscheidenden Zeitpunkt in Israels’ Geschichte zu verkünden. Die Zeit würde kommen, in der sich Gott nähern und bei seinem Volk leben würde. Als Nation brauchte Israel die Gewissheit, dass trotz der kommenden Geduldsproben die Verheißung von Gottes Gegenwart Bestand haben würde. Diese Gegenwart drückte sich nicht indirekt immateriell oder abstrakt aus, sondern sehr konkret, als Immanuel – als Jeschua.

Indem er seinen Sohn auf die Erde sandte, ließ Gott die Ewigkeit in die Zeit kommen. Dieser Besuch war nicht vorübergehend: Als Jesus kam, vereinte er Staub und Gottheit –Zeit und Ewigkeit – in einem. Das ewige Wort wurde zum einem Menschen in Fleisch und Blut – und diese Vereinigung wird ewig dauern. Als perfekter Mensch auf der Erde zeigte uns Jesus Christus, wie es ist, in der Ewigkeit zu leben.12

Als Immanuel verspricht uns Jeschua auch seine bleibende Gegenwart, das heißt, er wird immer bei uns sein, „…sogar bis an das Ende aller Tage.“ 13 Die Worte des Trostes, die bei König Ahas verloren gingen, fanden ihren eigentlichen Sinn im Leben der Anhänger des Jeschua.

Die Verheißung, die Jesaja Ahas machte, war für den König eine große Chance, die trostlose Situation umzukehren. Er hätte eifrig die Führung Gottes suchen sollen, nicht nur zum Wohle der Nation sondern auch zum Wohle seiner Seele. Ahas benötigte das prophetische Wort Jesajas, um die Krise in seinem eigenen geistlichen Leben zu lösen. Aber Ahas traf eine unheilvolle Entscheidung: Er bestand darauf, die Sicherheit zu seinen eigenen Bedingungen zu suchen – und sein Land wurde durch das Bündnis mit den Assyrern vernichtet.

In seiner demonstrativen Frömmigkeit bat Ahas Gott nicht wirklich um ein Zeichen. Gott sagte: „Ist das etwa nichts?“ In einem Tag schuf Gott die Sonne und die Sterne, und er bewirkte es dann, dass die Sonne während einer Schlacht stillstand. Er teilte das Meer für die Israeliten und ersäufte die Ägypter darin. Derselbe Gott, der alles tun kann, wann immer Er will, kann nicht von der scheinbaren Unmöglichkeit aufgehalten werden, dass eine Jungfrau kein Kind gebären könnte. Das größte Wunder in der Angelegenheit ist, dass dieses verheißene Kind nicht nur ein Mensch ist, sondern auch Immanuel – Gott mit uns.

Gibt es wirklich irgend etwas, das für Gott zu schwer ist?

Gott ist mit uns, weil Er uns liebt. Gott ist einer von uns geworden, weil Er uns zeigen wollte, wie Er wirklich ist. Gott will auch jetzt bei uns sein. Die Frage ist: Wollen wir bei ihm sein?

Fußnoten
1. Hayyim Schauss, The Lifetime of a Jew, Union of American Hebrew Congregations, New York, S. 12.
2. Edward E.Hindson 1978, Isaiah’s Immanuel, Grand Rapids: Baker Book House, S. 31.
3. Ebenda, S. 33.
4. 2. Könige16 berichtet, wie Ahas einen Botschafter zu Tiglat-Pileser sandte und ihm anbot, sein Vasall zu sein. Noch schlimmer: Ahas ging nach Damaskus, um den assyrischen König zu treffen. Er sah dort einen heidnischen Altar und der gefiel ihm so gut, dass er, als er nach Hause kam, genau so einen bauen ließ, gleich neben dem Altar des Herrn.
5. Gott würde ein Zeichen geben, nicht nur zum Segen von Ahas sondern für das gesamte Haus Juda (das Pronomen ändert sich hier von „l’cha“ – „dir“ – zu „lachem“, dem Plural).
6. Walter C. Kaiser, Hgb., Classical Evangelical Essays, „The Prophecy of the Virgin Mother“ von Willis J. Beecher, Baker Book House, Grand Rapids, MI, S. 182.
7. John Oswalt, New International Commentary on the Old Testament Isaiah, William B. Eerdmans Publishing Co., Grand Rapids, MI, Bd. 1, S. 229.
8. Encyclopedia Judaica, Keter Publishing House, Jerusalem, Israel, Bd. 8, S. 1294.
9. Ebenda, S. 1293.
10. Isaac Troki, Faith Strengthened, KTAV Publ. House, New York: 1970, S. 105.
11. Es ist hierbei hilfreich, sich die hebräischen Termini für „Jungfrau“ und „junge Frau“ genauer anzuschauen. (siehe „Almah: Virgin or Young Maiden?“).
12. Warren Weirsbe, His Name is Wonderful, S. 74.
13. Matthäus 28,20.