Hindernisse überwinden – und glauben

Die Botschaft vom Messias beinhaltet ja sowohl gute als auch schlechte Nachrichten.

Wie soll man denn sein Leben auf einem dermaßen einfachen Glauben aufbauen wie der Vorstellung, dass Jesus als Bezahlung für unsere Sünden gestorben und von den Toten auferstanden ist? Ein weiteres Hindernis ist die Anstößigkeit des Evangeliums. Die Botschaft vom Messias beinhaltet ja sowohl gute als auch schlechte Nachrichten. Die gute Nachricht ist, dass Jeschua sein Leben aus freien Stücken niedergelegt und das Gericht erduldet hat, das unsere Sünden verdienen.

Darum können wir Vergebung erhalten und vor diesem Gericht gerettet werden, wenn wir an das glauben, was er für uns getan hat. Die schlechte Nachricht ist natürlich, dass wir alle Sünder sind und den Zorn Gottes verdienen. Ein weiteres Hindernis ist der Preis des Evangeliums: Unsere Errettung ist zwar ein kostenloses Geschenk – wir wissen aber dennoch, dass unser Glaube höchstwahrscheinlich gewisse Konsequenzen nach sich ziehen wird.

Ja, viele Hindernisse können uns im Weg stehen. Doch trotz dieser und anderer Barrieren haben in den vergangenen fast zwei Jahrtausenden jüdische und nichtjüdische Männer und Frauen die Entscheidung getroffen, dem Evangelium zu glauben und Jesus nachzufolgen. Eine bestimmte Bibelstelle erzählt von zwei Blinden, denen diese Entscheidung scheinbar relativ leicht fiel.

Den Bericht über sie lesen wir im Neuen Testament, und zwar im Matthäus-Evangelium, Kapitel 20, Verse 29-34.

„Und als sie von Jericho auszogen, folgte ihm eine große Volksmenge nach. Und siehe, zwei Blinde saßen am Weg. Als sie hörten, dass Jesus vorüberziehe, riefen sie und sprachen: Herr, du Sohn Davids, erbarme dich über uns! Aber das Volk gebot ihnen, sie sollten schweigen. Sie aber riefen nur noch mehr und sprachen: Herr, du Sohn Davids, erbarme dich über uns! Und Jesus stand still, rief sie und sprach: Was wollt ihr, dass ich euch tun soll? Sie sagten zu ihm: Herr, dass unsere Augen geöffnet werden! Da erbarmte sich Jesus über sie und rührte ihre Augen an, und sogleich wurden ihre Augen wieder sehend, und sie folgten ihm nach.“

Sie mussten demütig genug sein, um einzugestehen: Sie benötigten eine Hilfe.

Vielleicht denken wir ja, für diese Männer sei das Rufen nach Jeschua bestimmt ziemlich leicht gewesen. Schließlich befanden sie sich doch in großer Not und hatten nichts zu verlieren. Aber trotzdem: Sogar in ihrer verzweifelten Misere mussten diese zwei Blinden (und zwar jeder von ihnen für sich selbst) sehr hohe Hürden nehmen – Hürden, die sie von ihrem glaubensvollen Ruf hätten abhalten können: „Herr, du Sohn Davids, erbarme dich über uns!“ Erstens mussten sie das Hindernis der Selbsttäuschung überwinden. Mit anderen Worten mussten sie sich selbst gegenüber ehrlich genug sein, um zu erkennen: Jawohl, sie hatten ein Problem, und sie brauchten Hilfe. Sie mussten demütig genug sein, um einzugestehen: Sie benötigten eine Hilfe, die von außerhalb kam; denn es war für sie einfach unmöglich, ihr Problem selbstständig zu lösen.

Auch das Hindernis einer Verdiensthaltung mussten sie überwinden. Sie hätten die Hilfe Jesu einfordern können. Sie hätten behaupten können, ihr Dilemma sei doch ungerecht. Sie hätten darauf beharren können, dass sie Jesu Beistand doch wohl verdient hatten. Aber das taten sie nicht. Anstatt seine Hilfe einzufordern, flehten sie um sein Erbarmen. Und damit gaben sie zu, dass er nicht verpflichtet war, ihnen zu helfen. Ihnen war klar, dass sie eine Veränderung ihrer Lage nicht automatisch verdient hatten.

Sie mussten das Hindernis des Zweifels überwinden – der Frage, ob Jesus ihnen auch wirklich helfen würde. Ganz bestimmt hatten sie davon gehört, wie er anderen geholfen hatte. Ob sie sich wohl einen Augenblick lang fragten, ob er ihnen überhaupt zur Hilfe kommen würde? Anscheinend nicht. Der Text lässt nämlich erkennen, dass sie die Stimmen erhoben, sobald sie ihn näherkommen hörten. Sie zweifelten nicht; sie wankten nicht. Sie riefen ganz einfach mit völliger Entschlossenheit: „Herr, du Sohn Davids, erbarme dich über uns!“

Allerdings gab es da andere Menschen in der Volksmenge, die diese Hilferufe zum Schweigen bringen wollten. Tatsächlich gab es Leute, die den Blinden befahlen, still zu sein. Hochinteressant! Jesus konnte die beiden Blinden heilen; die Umstehenden konnten das nicht. Und trotzdem scholten einige eben dieser Umstehenden die Blinden, weil sie nach dem Einzigen riefen, der ihnen überhaupt helfen konnte. Also mussten sie auch das Hindernis der Entmutigung durch die Volksmenge überwinden. Und genau das taten sie. Diese zwei Männer hörten nicht auf die Scheltworte der Volksmenge. Stattdessen schrien sie noch viel innbrünstiger: „Herr, du Sohn Davids, erbarme dich über uns!“

Sie mussten bereit sein für eine neue Lebensweise.

Ein letztes Hindernis hätte sie abhalten können: Das Hindernis bzw. die Verantwortung, eine neue Lebensweise zu akzeptieren und sich daran zu gewöhnen – nämlich ein Leben mit Augenlicht. Sie wollten ihre Sehkraft zurückgewinnen. Aber das Sehvermögen brachte eben auch die Verpflichtung mit sich, ihre Blindheit dahinten zu lassen. Ihr Leben würde von da an anders aussehen. Sie mussten bereit sein für eine neue Lebensweise. Für Veränderung. Zur Nachfolge hinter demjenigen her, der ihnen das Augenlicht geschenkt hatte.

Viele Hindernisse hätten ihre Stimmen zum Schweigen bringen können. Aber als Jeschua sich näherte, riefen die beiden Blinden nach ihm. Was wollten sie? Sie wollten sehen können. Wie reagierte Jesus auf ihr Schreien? Er empfand Erbarmen, und er rührte sie an. Was erhielten sie? Sie erhielten ihr Augenlicht. Und wen oder was sahen sie? Sie sahen den Messias Jeschua – denjenigen, der gerade unterwegs war nach Jerusalem, um für ihre Sünden zu sterben und von den Toten aufzuerstehen. Und was taten die beiden? Sie erhoben sich und folgten ihm nach.

Sind wir bereit zu dem Eingeständnis, dass wir ein Problem haben?

Diese zwei jüdischen Männer kamen vor vielen, vielen Jahren zu Jesus. Und um zu ihm zu kommen, mussten sie einige sehr beträchtliche Hindernisse überwinden. Die Zeiten haben sich geändert; doch die Hindernisse sind für viele unter uns genau die gleichen. Wir sind wie diese zwei Blinden außerhalb von Jericho, und Jesus kommt auf uns zu. Wir hören ihn kommen; wir haben die Möglichkeit, nach ihm zu rufen. Aber tun wir das auch? Zuerst müssen wir gewisse Hindernisse überwinden – zum Beispiel das Hindernis der Selbsttäuschung. Die Bibel erklärt, dass wir durch unsere Sünde von Gott getrennt sind. Statt seine erfrischende Gegenwart zu erleben, führen wir unser Leben in Frust, Enttäuschung und sogar Verzweiflung. Sind wir bereit zu dem Eingeständnis, dass wir ein Problem haben? Oder sind wir fest entschlossen, an unserer Blindheit festzuhalten?

Können wir dieses Hindernis der Selbsttäuschung überwinden?
Können wir das Hindernis einer Verdiensthaltung überwinden? Was haben wir aufgrund unserer Sünden tatsächlich verdient? Das Gericht Gottes. Was bietet er uns stattdessen an? Seine Vergebung, seine Gnade, seine Barmherzigkeit.

Wir müssen auch das Hindernis des Zweifels überwinden. Wird Jesus uns wirklich hören, wenn wir nach ihm rufen? Wird er uns tatsächlich retten, wenn wir Buße tun? Ja, das wird er. Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll errettet werden.

Oft müssen wir dazu noch das Hindernis der Entmutigung überwinden. Es kann sogar von allen Hindernissen am wenigsten überwindbar aussehen. Leider gibt es Menschen, die nicht wollen, dass wir nach Jeschua rufen. Sie selber können uns nicht helfen – und es wäre ihnen lieber, wenn wir blind bleiben würden.

Er erwartet, dass wir aufstehen und ihm nachfolgen.

Und schließlich ist da noch das Hindernis, sich an eine neue Lebensweise zu gewöhnen. Was macht Jesus für uns, wenn wir Buße tun? Er vergibt uns unsere Sünden und schenkt uns die Gabe ewigen Lebens. Was erwartet er von uns als Reaktion? Er erwartet, dass wir aufstehen und ihm nachfolgen.

Jeschua kommt auf Sie zu, genau wie er damals auf diese beiden Blinden außerhalb von Jericho zukam. Er hat Ihre Situation gesehen. Er ist von Erbarmen bewegt. Er möchte Ihr Leben anrühren.

Wünschen Sie seine Hilfe? Wünschen Sie seine Vergebung? Dann drängen Sie über die Hindernisse hinaus und rufen Sie: „Herr, Sohn Davids, erbarme dich über mich!“ Dazu ist nichts weiter nötig als ein schlichtes Gebet des Glaubens. Ein Beispiel:

„Herr Jesus, ich erkenne, dass ich durch meine Sünde von dir getrennt bin. Ich weiß, dass ich deine Hilfe nicht verdient habe. Verdient habe ich nur dein Gericht. Aber ich glaube, dass du für meine Sünden gestorben und von den Toten auferstanden bist. Herr, Sohn Davids, erbarme dich über mich! Vergib mir und schenke mir die Kraft und den Mut, dir nachzufolgen. Amen.“