Ein Treffen … 10 Jahre verspätet

Ich betrat das Büro, und meine Mitarbeiterin reichte mir eine Telefonnummer. Sie sagte, ein Russisch sprechender Mann habe angerufen und so geklungen, als ob er verzweifelt mit jemanden reden wolle.

Wenn wir Anrufe von Russisch Sprechenden erhalten, ist da immer die Hoffnung, dass sie jüdisch sein könnten, also rief ich sofort zurück.
Alexey war wirklich jüdisch. Tatsächlich besuchte er vor zehn Jahren das Juden für Jesus Schabbat-Treffen in Essen. Aber zu jener Zeit verdrängten andere Dinge sein Interesse an Gott und der Bibel, und er gab auf. Zehn schwierige Jahre später erkannte Alexey, dass er zurück in die Gemeinschaft mit Gläubigen kommen, die Bibel lesen und Menschen haben musste, die für ihn beten. Das fühlte sich besser an als das Leben von Unfrieden und Vereinsamung, welches er im Moment führte.

„[…] rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir […] denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt!“ Apostelgeschichte 18, 9-11

Er kehrte zu unseren alten Räumlichkeiten zurück, aber dort war jetzt eine deutsche Gemeinde. Niemand konnte ihm sagen, wo wir zu finden seien. Er fand uns schließlich online und konnte wieder eine Verbindung herstellen.
Alexey war noch nicht bereit, den Herrn anzunehmen. Aber er war bereit, mit mir gemeinsam die Schriften zu lesen und zu studieren, über Sünde, Errettung und den Retter zu sprechen und wollte unbedingt einen nächsten Besuchstermin machen.

Nach diesem Telefonat dachte ich an Apostelgeschichte 18, 9-11, „[…] rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir […] denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt!“ Was sich so angefühlt haben könnte wie das Verlieren einer Person vor zehn Jahren, war in Wirklichkeit Gottes Art sein Interesse wieder zu erwecken.