Er hat uns die Ewigkeit ins Herz gelegt

Es heißt: „Eternity for Men“ („Ewigkeit für Männer“). Ich kann mich nicht erinnern, wann ich es zum letzten Mal benutzt habe. Deshalb habe ich nach mehreren Jahrzehnten immer noch eine halbe Flasche davon.

Vielleicht ist es für mich an der Zeit, meine Flasche „Ewigkeit“ wegzuwerfen. Aber an das Konzept der Ewigkeit möchte ich mich, im Gegensatz zum Rasierwasser, jeden Tag erinnern. Wie ist es bei Ihnen?

Viele von uns sind wie das kleine Kind, das auf die Frage, was das Wort „Ewigkeit“ seiner Meinung nach bedeute, sagte: „Ich weiß nicht, aber es hört sich nach einer wirklich langen Zeit an.“ Das ist das Geheimnis, denn tatsächlich ist Ewigkeit zeitlos.

Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, aus dem Blickwinkel zweier Bibelstellen über Ewigkeit nachzudenken, als ich gebeten wurde, sie bei der Trauerfeier für Ceil Rosen, Ehefrau von Moishe Rosen, dem Gründer von Juden für Jesus, zu lesen und zu kommentieren. Der erste Abschnitt aus Prediger 3 wird oft auf Beerdigungen gelesen, während 1. Korinther 13 beliebt bei Hochzeiten ist. Eine von Ceils Töchtern bat mich, diese beiden miteinander zu verbinden, besonders Prediger 3, 11 und 1. Korinther 13, 12-13. In diesen Abschnitten sehen wir das Geschenk der Ewigkeit, das Geheimnis der Ewigkeit, und das Versprechen von Ewigkeit.

Er hat alles vortrefflich gemacht zu seiner Zeit, auch die Ewigkeit hat er ihnen ins Herz gelegt – nur dass der Mensch das Werk, das Gott getan hat, nicht von Anfang bis zu Ende ergründen kann“ (Prediger 3, 11).

Es ist ein guter Vers, über den man nachdenken kann, wenn die Aussicht auf Tod, offen gesagt, beängstigend sein kann.

Es ist ein guter Vers, über den man nachdenken kann, wenn die Aussicht auf Tod, offen gesagt, beängstigend sein kann. Schließlich ist genau das, was uns Angst machen kann, der Beweis eines wunderbaren Geschenkes; wir hätten keine Angst vor dem Tod, wenn wir uns nicht instinktiv nach der Ewigkeit sehnten, die Gott in unser Herz gelegt hat!

Sogar unsere Unfähigkeit „das Werk, das Gott getan hat, […] von Anfang bis zu Ende“ zu ergründen, kann ein Trost sein. Er ist allwissend und wir sind es nicht … wir können mit dem Versuch aufhören, zu analysieren und Antworten darauf zu finden, warum alles so geschieht wie es geschieht, während wir sowohl die Segnungen genießen als auch den Schmerz dieses Lebens ertragen.

Gott hat uns das Geschenk der Ewigkeit in unsere Herzen gegeben, und dennoch bleibt genau dieses Geschenk ein Geheimnis für uns. Wir können bestimmte schmerzhafte Ereignisse genauso wenig verarbeiten wie die Tatsache, dass es da so etwas wie ewig geben kann. Je mehr wir jedoch Gott kennen, desto heller werden unsere Einblicke in die Ewigkeit sein. Und der Herr gibt uns tatsächlich ab und zu Einblicke, Andeutungen, Zuflüstern Seiner ewigen Liebe zu uns. Diese Stückchen zeitloser Realität werden manchmal in dem Leben und der Liebe wahrgenommen, die wir auf Erden genießen.

Die Sehnsucht tobt gegen den Verlust, und für einige verwandelt sich diese Sehnsucht in Verzweiflung.

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum der Tod so qualvoll ist. In den liebevollen Beziehungen, die wir auf Erden so schätzen, erleben wir einen Teil der Ewigkeit, die Gott in unsere Herzen gelegt hat. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, steigt die Sehnsucht nach „Für immer“ auf. Die Sehnsucht tobt gegen den Verlust, und für einige verwandelt sich diese Sehnsucht in Verzweiflung. Aber für diejenigen von uns, die durch den Glauben an den Messias Jeschua (Jesus) Schutz unter den Flügeln des Allerhöchsten gefunden haben, kann dieser Schmerz, den wir genau dann so akut spüren, wenn wir geliebte gläubige Menschen vermissen, auf geheimnisvolle Art verbunden werden mit einer sehr realen Hoffnung. Es ist die Hoffnung, mit ihnen und allen, die auf Gott vertraut haben, wieder vereint zu werden – eine Hoffnung darauf, für immer in der Ewigkeit mit ihnen vereint zu sein.

Wir können das Geschenk der Ewigkeit in einer Spannung mit dem Geheimnis der Ewigkeit halten, wegen dieses Versprechens: „Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe“ (1. Korinther 13, 12-13).

Gott hat die Ewigkeit in unser Herz gelegt, und deshalb ist der Tod so seltsam und schmerzhaft. Wir sehnen uns danach, in den Armen unserer geliebten Menschen zu sein, aber am allermeisten danach, die Liebe unseres Schöpfers voll und ganz zu empfangen. Weder können wir die Ewigkeit verstehen noch alles, was Gott gerade in diesem unserem vergänglichen Leben tut. Aber eines Tages werden wir es wissen, aufgrund der Liebe Gottes, die wir durch den Messias erfahren. Bis dahin sind wir dazu berufen zu lieben wie Er liebt.

C. S. Lewis, der berühmte britische Autor sagte einmal:

„Aber der Himmel ist kein Gemütszustand. Himmel ist Wirklichkeit selbst. Alles, was ganz wirklich ist, ist himmlisch. Denn alles Erschütterliche soll erschüttert werden, auf daß da bleibe das Unerschütterliche.“1

Dies ist die Liebe Gottes in Jesus. Unerschütterlich!

1 Aus: C. S. Lewis: DIE GROSSE SCHEIDUNG ODER ZWISCHEN HIMMEL UND HÖLLE. Johannes Verlag Einsiedeln, Freiburg, 2018, S. 74.