Freue Dich, Jerusalem...

Einerseits bin ich natürlich auf ewig dankbar, dass Gott Seinen Sohn in die Welt gesandt hat. Andererseits ist es auch herzzerreißend. Schließlich ist es ja nicht so, dass Jesus für einen angenehmen Kulissenwechsel auf die Erde kam. Er verließ alles, was am hellsten und schönsten war, um eine zerbrochene, durch Sünde verdunkelte Welt zu betreten – Sünde, die Seinen Tod bedeuten würde. So dankbar ich auch bin, es schmerzt mich noch immer zu wissen, dass meine eigene Sünde eine Rolle dabei gespielt hat.

Dennoch freue ich mich – und ich hoffe, Sie auch – aber es ist eine Freude, die nicht im Einklang steht mit all dem äußerlichen Schmuck in der “schönsten Zeit des Jahres”. Die funkelnden Lichter, Geschenke und Musik löschen nicht den Schmerz und das Leiden, das viele in dieser oder offen gesagt in jeder Zeit des Jahres erfahren. Überall sehen wir Beweise dafür, warum Jesus geboren werden musste, warum Er sterben musste.

Und um uns herum hoffen so viele Menschen auf fröhliche Feiertage, die nicht im Entferntesten mit der Geburt unseres Erretters in Bezug zu stehen scheinen.

Die meisten Menschen verwechseln Freude mit etwas, das Glück genannt werden könnte, d. h. mit Gefühlen von Zufriedenheit und persönlichem Wohlbefinden, basierend auf glücklichen Umständen oder freudigen Ereignissen. Aber Umstände verändern sich schnell und Ereignisse enttäuschen oft. Freude ist anders.

Das Versprechen von Freude schimmerte bei der Geburt Jesu in Bethlehem, aber es war Jerusalem, wo das Versprechen hervorbrach und für alle Ewigkeit sichergestellt wurde. Ich weiß, dass viele Herzen anfangen schneller zu schlagen, wenn ich Jerusalem erwähne, und dass Augen bei der Erwähnung des Namens der großen Stadt aufstrahlen. Auch ich habe große Freude, wenn ich an Jerusalem denke, aber genau wie bei der Feier von Jesu Geburt könnte meine Freude nicht im Einklang mit der Freude anderer Menschen stehen.

Die Stadt Jerusalem ist unbestreitbar wunderschön und dennoch ist sie ein sehr dunkler Ort gewesen und kann es immer noch sein. Als wir unseren Erkenne Deinen Gott Jerusalem Einsatz planten, hatten wir das hohe Maß an Armut, Obdachlosigkeit und Sucht dort zu bedenken. Strenggläubige orthodoxe Frauen neigen besonders dazu, isoliert und belastet zu sein, mit vielen Kindern, die sie zu versorgen haben und zu wenig Hilfe oder Ressourcen, als dass sie wirklich etwas bewirken. Wir werden uns diesen Problemen weiterhin mit praktischer Versorgung und der guten Nachricht von Jesus stellen, aber offen gesagt kann es sich anfühlen wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Viele der am stärksten religiösen Menschen sind immer noch das, worauf sich Jesus mit “blinde Blindenleiter” (vgl. Matthäus 15, 14) bezog. Falls Sie sich aufmachen, nicht nur, um die berühmten Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, sondern wirklich, um die Stadt und ihre Menschen zu sehen, werden Sie verstehen, warum Jesus über Jerusalem geweint hat.

Dennoch ist es möglich, in diesem Monat wahre Freude in Jerusalem und auf der ganzen Welt zu finden. Jesus zeigte uns genau, wie wahre Freude zu finden ist und Er bleibt unser Vorbild: “[…] indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat.” (Hebräer 12, 2)

Um der vor Ihm liegenden Freude willen. Was, meinen Sie, hat diese Freude ausgelöst? Es hatte sehr wenig mit Seinem persönlichen Glück auf der Erde zu tun. Sicherlich, Jesus sah vorbei an der Schande des Kreuzes, zu der vollständig wiederhergestellten Gemeinschaft zur rechten Hand des Vaters. Aber diese Freude, die vor Ihm lag, beinhaltete auch die Aussicht auf Beziehungen, die Er mit denen genießen würde, die ihr Vertrauen auf Ihn setzten. Und ich denke, Er hatte auch die Freude im Sinn, die Sein Leiden Ihnen und mir ermöglichen würde.

Jesu Freude wird zu unserer, wenn wir auf Ihn vertrauen, und sie bleibt unsere, wenn wir wahre Gemeinschaft mit Ihm genießen – ohne Rücksicht auf die Lebensumstände. Wenn Sie nach Glück suchen, aber stattdessen Schwierigkeiten und Enttäuschung finden, sollten Sie sich nicht bloß auf eine Veränderung der Umstände konzentrieren. Bitten Sie Gott um Hilfe bei der Suche nach Freude, derselben Freude, die Jesus auf der anderen Seite von Leiden und Schmerz fand – Freude, die dadurch entstand, dass er sich mehr um das kümmerte, was der Vater wollte, als die Not des Kreuzes zu vermeiden.

In diesem Monat werden viele Anhänger Jesu leidenschaftlich das Lied singen, “Freue dich, Welt, dein König naht. Mach deine Tore weit.”

Es ist vielen nicht bewusst, dass das Lied nicht über die Geburt Jesu geschrieben wurde, sondern über Seine Wiederkunft. Wenn Sie dieses Weihnachtslied singen, werden Sie wohl an die kleine Stadt Bethlehem oder an Jerusalem denken? Es liegen nur 26 Kilometer zwischen diesen beiden Städten, aber für Jesus bedeutete diese Reise eine Lebenszeit an Ausdauer, Leiden und Tod, damit Er eine Ewigkeit an Freude und Jubel hervorbringen konnte.

Wir, die Christus vertraut haben, sind immer noch auf dieser Reise, navigieren auf Zwischenstationen, an denen Schmerz und Leiden andauern. Aber wenn wir durch den Glauben an dem Schmerz vorbei spähen, werden auch wir die vor uns liegende Freude sehen.

Während wir unsere Augen zu dem Anfänger und Vollender unseres Glaubens erheben, bin ich sicher, werden sich die Engel freuen zu sehen, dass Er die Ehre bekommt – und ich denke, es wird auch unserem himmlischen Vater große Freude bereiten. Lasst uns die Reisegruppe unterstützen, indem wir unsere Freude an Jesus denjenigen mitteilen, die Ihn noch nicht kennen. Wenn Sie mit uns zusammenarbeiten, mögen wir gemeinsam die wahre und andauernde Freude teilen, Sein Licht an einem dunklen Ort leuchten zu lassen auf dem Planeten – in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria, und bis an die Enden der Erde (siehe Apostelgeschichte 1, 8).