Glaube ich wirklich?

Der Titel des Traktates verkündete auf eine heitere aber provokative Weise, “Weihnachten ist ein jüdisches Fest – oder sollte es sein”. In dem Traktat wurde diese Aussage genauer erklärt. Wenn Jesus, gemäß Mose und den Propheten, der jüdische Messias ist – und Er ist es – dann ist jeder Tag,der an Seine Geburt erinnert, sicherlich ein jüdischer Feiertag. Noch wichtiger: Wenn Jesus der jüdische Messias ist, dann sollten wir Juden an Ihn glauben!

Als ich meine Traktate verteilte, kam eine junge jüdische Frau auf mich zu, nahm ein Traktat aus meiner Hand, stand da, las es und stellte mir dann eine Frage. “So, Sie glauben wirklich, dass ein junges Teenager-Mädchen ein Kind zur Welt brachte, ohne jemals sexuelle Beziehungen mit einem Mann gehabt zu haben, so wie es das Neue Testament berichtet?”

“Ja,” sagte ich einfach. “Das tue ich.”

Sie schüttelte den Kopf, nicht nur missbilligend, sondern mit einem Hauch von Mitleid. “Ein netter jüdischer junger Mann wie Sie,” klagte sie. “Sie sollten sich schämen.”

“Darf ich Ihnen eine Frage stellen?” fragte ich mit einem warmen Grinsen.

Sie zuckte mit den Achseln. “Sicher. Schießen Sie los.”

“Glauben Sie, dass Mose das Rote Meer teilte?”

Sie runzelte die Stirn. “Niemand glaubt das. Es ist nur eine unserer Geschichten.”

“Was ist mit den Mauern von Jericho? Glauben Sie, dass sie tatsächlich eingestürzt sind?”

Falls es eine Schlacht um Jericho gab,” begann sie geduldig, “und falls die Mauern einstürzten, bin ich sicher, dass es einen logischen Grund dafür gab.”

“Was ist mit David, der Goliath mit einem Stein und einer Schleuder tötete?”

“Das ist nie passiert,” versicherte sie mir.

“So, Sie glauben, dass keines dieser Wunder geschah, von denen die hebräischen Schriften berichten.”

“Nein,” sagte sie.

“Eine nette jüdische junge Frau wie Sie,” lächelte ich. “Sie sollten sich schämen.”

Sie überlegte einen Moment, dann lächelte sie zurück.

Das Problem meiner Gesprächspartnerin lag nicht in den Behauptungen des Neuen Testamentes über die Jungfrauengeburt des Messias. Ihr Problem lag schon in der Vorstellung, dass der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs es liebt, Wunder für diejenigen zu wirken, die Er liebt und die Er erreichen möchte.

Diese Wunder sind in der ganzen Bibel unzählig vorhanden, besonders im Leben des Messias Jeschua. Jesus empfand Mitleid mit einer Menge von über 5000 Menschen. So speiste Er sie mit fünf Broten und zwei Fischen. Er heilte unsere Lahmen, unsere Blinden und unsere Kranken. Er reinigte unsere Aussätzigen. Er hat sogar einige unserer Söhne und Töchter von den Toten auferweckt. Aber so sehr ich mich wundere über die übernatürlichen Taten, die Er vollbrachte, wundere ich mich manchmal sogar mehr über den übernatürlichen Beweggrund, der Ihn zum Handeln nötigte – Seine unbegreifliche Liebe. Aus dieser Liebe heraus nahm Er Fleisch an, trat als Kind in Bethlehem in die Menschheit ein, und bot letztendlich Sein Leben als Bezahlung für unsere Sünden an.

[…] Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben.” (Jesaja 7, 14)

Was meine Verwunderung über dieses übernatürliche Ereignis noch größer werden lässt, ist, wann es geschah nicht, als ich Gott suchte, sondern als ich von Ihm entfremdet und Ihm gegenüber feindlich war (vgl. Römer 5, 10).

Glaube ich diese wunderbaren Behauptungen? Ja, ich tue es. Ein netter jüdischer Mann wie ich? Ja, und ich schäme mich nicht.

Während Weihnachten näher rückt, freuen Sie sich über Seine wundersame Geburt; und Seinen wundersamen, sühnenden Tod; und Seine wundersame Auferstehung. Und während Sie sich freuen, beten Sie bitte für uns Juden für Jesus, während wir die Botschaft von Gottes unbegreiflicher Liebe verkündigen.

Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.” (Johannes 3, 16)