„Leben führen“

Einigen begegnen wir im Vorbeigehen, während wir ihnen ein Traktat geben, mit anderen haben wir vielleicht eine kurze Unterhaltung auf der Straße und wieder andere werden ein Teil unseres Lebens. Das ist genau meine Erfahrung seitdem wir nach Berlin gezogen sind.

Ich denke, dass die einfachsten Unterhaltungen manchmal die sind, die wir mit Fremden führen, die wir vielleicht nie wieder sehen werden. Wir können ihnen die lebensverändernde Nachricht von Jesus mitteilen, und dann setzen sie ihr Leben fort und wir das unsere. Natürlich ist darunter auch ein Ewigkeitsanteil, der weiter fortbesteht, aber man könnte argumentieren, dass uns eine solche Unterhaltung sehr wenig kostet.

Mit einigen unserer Kontakte jedoch endet es damit, dass wir gemeinsam „das Leben führen“.

Mit einigen unserer Kontakte jedoch endet es damit, dass wir gemeinsam „das Leben führen“. Ich habe Kontakte, die ich gekannt habe, bevor sie Eltern wurden, und einige, die ich gekannt habe, als sie noch unverheiratet waren. Ich habe gesehen, wie meine Kontakte durch unterschiedliche Phasen ihrer geistlichen Reise gehen, von Offenheit zu Verhärtung, von Neugier zur Denkweise, schon alles zu wissen. Ich habe auch gesehen, wie sie mit familiären oder persönlichen Tragödien umgegangen sind. Bei all dem betrachte ich es als enormes Privileg, sie durch das Auf und Ab, die Höhen und Tiefen begleiten zu können. Ich denke oft darüber nach, was Jesus gefühlt haben muss, als Er die Menschenmassen sah. Er kannte sie natürlich weit besser als sie sich selbst kannten. Die Evangelien berichten uns, dass Er Mitleid mit ihnen empfand, weil Er sie wie „Schafe ohne Hirten“ sah.

Im Verlauf der letzten drei Jahre habe ich eine gute Beziehung zu den jungen jüdischen Israelis Alon* und Roland* aufgebaut. Es war eine Freude zu sehen, wie Alon das Evangelium begriffen und damit gerungen hat und wie er Babyschritte in Richtung Jesus unternahm. Ich bin mit ihm durch die harten Zeiten gegangen, als er versuchte, sich durch die Sprache, die Kultur und die Einsamkeit in Berlin zu kämpfen. Ich habe gesehen, wie er sich mit persönlichen Problemen in seinem Leben befasste, und konnte mit ihm und für ihn für diese Dinge beten. Roland ist eine völlig andere Person, erscheint sehr selbstsicher und hat dennoch auch seine tieferen Fragen. Wir haben zusammen gelacht und wir hatten auch sehr tiefe Gespräche darüber, wie Gott ihm helfen kann, die Probleme zu lösen, mit denen er kämpft. Es ist ein Privileg gewesen, mit diesen zwei jungen Männern „Leben zu führen“ und ich freue mich auf den Tag, an dem Gott bei ihnen durchbrechen und sie für Sich gewinnen wird. Bitte beten Sie mit mir für sie und für so viele andere in Berlin!

*Namen geändert