Aussätzige und die Gute Botschaft

Vielleicht denken Sie an den Mann, der von Jesus heilend angerührt wurde, nachdem er gefleht hatte: „Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen“ (Matthäus 8,2). Oder vielleicht erinnern Sie sich an den einzelnen Aussätzigen von zehnen, der anbetend zu den Füßen des Herrn niederfiel, während die anderen ohne ein einziges Dankeswort davonrannten (Lukas 17,11-19).

„Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen“ (Matthäus 8,2).

Ich denke oft an die vier Aussätzigen, von denen wir in 2. Könige 7 lesen. Kennen Sie die Geschichte noch? Aus dem Text wissen wir, dass diese vier Männer zugrunde gingen – nicht nur an der Krankheit, sondern auch an den Umständen. Das Heer der Aramäer belagerte die Stadt Samaria; und vom menschlichen Standpunkt aus war es nur noch eine Frage der Zeit, wann sich jeder Mensch innerhalb der Stadtmauern einem von zwei Schicksalen ergeben müsste – Versklavung unter den Feind oder Tod durch Hunger und Seuchen. Außerhalb der Stadttore betrachteten die vier Aussätzigen die scheinbare Hoffnungslosigkeit der Lage und entschieden sich für eine noch nie dagewesene Handlungsweise: „Wir wollen zum Heer der Aramäer überlaufen! Lassen sie uns leben, so leben wir, töten sie uns, so sind wir tot“ (Vers 4).

Also zogen sie los. Aber als sie ins Heerlager der Aramäer kamen, entdeckten sie, dass der Feind geflohen war und eine regelrechte Schatzkammer zurückgelassen hatte: Reichtümer, Kleidungsstücke und – am herrlichsten von allem – Nahrungsmittel. Und was taten die Aussätzigen? Aus der Bibel erfahren wir: Sie „gingen in ein Zelt und aßen und tranken; und sie nahmen Silber, Gold und Kleider daraus mit und gingen hin und verbargen es“ (Vers 8). Danach verfuhren sie mit den Schätzen aus einem anderen Zelt genauso.

„Dieser Tag ist ein Tag guter Botschaft.“

Und dann schoss ihnen ein überführender Gedanke durch den Geist und ins Herz. „Wir handeln nicht recht. Dieser Tag ist ein Tag guter Botschaft, [und wir schweigen] … Wir wollen gehen und es dem Haus des Königs melden“ (Vers 9).

Manchmal fragen mich die Menschen, warum wir Juden für Jesus so felsenfest entschlossen sind, die Gute Botschaft zu unserem eigenen Volk zu tragen – und auch zu jedem anderen, der uns zuhören möchte. Es gibt viele Gründe. Aber einer der stärksten Triebfedern lässt sich wohl in dem zusammenfassen, was diese Aussätzigen verstanden hatten: Schweigen ist falsch. Sollten wir den Schatz etwa einfach in einem düsteren Zelt verstecken? Sollten wir nichts von dem Sieg und dem geistlichen Festmahl sagen, das all diejenigen von uns erwartet, die Buße tun und ihr Vertrauen auf den Herrn setzen? Diese Möglichkeit steht uns schlicht und einfach gar nicht offen – nicht, während unsere Brüder und Schwestern belagert werden und an ihrem Unglauben zugrunde gehen.

Schweigen ist falsch.

Bis wir an Jeschua (Jesus) glauben, sind wir alle wie diese Aussätzigen: Wir gehen außerhalb der Stadttore zugrunde. Wenn wir aber Buße tun und glauben, dass er für unsere Sünden gestorben und von den Toten auferstanden ist, dann reinigt er uns von unserer Sünde. Er gewährt uns die Gabe ewigen Lebens – eine innige Beziehung zu ihm, jetzt und für alle Ewigkeit.

Dieser Tag ist ein Tag guter Botschaft. Genau wie die Aussätzigen müssen wir einfach losziehen und davon erzählen.