Jeschua (Jesus) hat im Laufe seines Lebens Dutzende messianische Prophezeiungen erfüllt. Er wurde in Bethlehem geboren, stammte aus der Linie Davids, heilte Kranke und Blinde, weckte Tote auf und kam sogar genau zum richtigen Zeitpunkt in der Geschichte. Viele der Prophezeiungen, die er erfüllte, geschahen während Pessach. Dadurch bekommt dieses ohnehin bedeutende Fest für jeden, der selbst danach forschen möchte, eine noch tiefere Bedeutung. Hier sind fünf davon:
1. David beschrieb Jeschuas Tod (bis ins Detail) tausend Jahre vorher.
Prophezeiung:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? …Alle, die mich sehen, spotten über mich; sie reißen den Mund auf und schütteln den Kopf: »Er soll doch auf den Herrn vertrauen; der soll ihn befreien; der soll ihn retten, er hat ja Lust an ihm!« …Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, und alle meine Gebeine sind ausgerenkt. Mein Herz ist geworden wie Wachs, zerschmolzen in meinem Innern. Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen, und du legst mich in den Staub des Todes. Denn Hunde umringen mich, eine Rotte von Übeltätern umgibt mich; sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben. Ich kann alle meine Gebeine zählen; sie schauen her und sehen mich [schadenfroh] an. Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los über mein Gewand.“ (Psalm 22,2; 8–9; 15–19).
Erfüllung:
"Gleicherweise spotteten aber auch die obersten Priester samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten! Ist er der König Israels, so steige er nun vom Kreuz herab, und wir wollen ihm glauben! Er hat auf Gott vertraut; der befreie ihn jetzt, wenn er Lust an ihm hat; denn er hat ja gesagt: Ich bin Gottes Sohn! …Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani, das heißt: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«" (Matthäus 27,41–43;46)
„Als nun die Kriegsknechte Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Kriegsknecht einen Teil, und dazu das Untergewand. Das Untergewand aber war ohne Naht, von oben bis unten in einem Stück gewoben. Da sprachen sie zueinander: Lasst uns das nicht zertrennen, sondern darum losen, wem es gehören soll! — damit die Schrift erfüllt würde, die spricht: »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und über mein Gewand das Los geworfen«. …Nach diesem, da Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet! Es stand nun ein Gefäß voll Essig da; sie aber tränkten einen Schwamm mit Essig, legten ihn um einen Ysop und hielten es ihm an den Mund. …sondern einer der Kriegsknechte stach mit einem Speer in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus.“ (Johannes 19,23–24;28–29;34)
David erlebte in seinem Leben viel Leid und Verfolgung, und in Psalm 22 scheint es, als würde er über sich selbst schreiben. Doch diese Beschreibung einer qualvollen Hinrichtung passt zu keinem Ereignis in Davids Leben. Es liest sich vielmehr wie eine prophetische und erstaunlich genaue Vorschau auf das zukünftige Leiden seines Nachkommen, des Messias. David beschreibt, wie er von Gott verlassen ist, von Menschen verspottet wird, sich ganz Gott überlässt, starken Durst leidet, wie seine Hände und Füße durchbohrt werden, wie er „ausgegossen“ wird und wie seine Kleidung verteilt und ausgelost wird.
Besonders auffällig im Zusammenhang mit der Kreuzigung ist die Stelle über die durchbohrten Hände und Füße. Diese Verse werden oft diskutiert, weil die ältesten hebräischen Texte das Wort k’ari („wie ein Löwe“) enthalten, was dann heißen würde: „wie ein Löwe sind meine Hände und Füße“. Aus textkritischer Sicht ergibt das keinen Sinn. In der griechischen Septuaginta wurde das hebräische Wort dagegen als ka’aru („durchbohrt“) verstanden – und das passt deutlich besser. Deshalb können wir davon ausgehen, dass David hier tatsächlich eine Kreuzigung beschreibt.
Jeschuas letzte Worte erinnern an das Ende des Psalms: „Es ist vollbracht“
Psalm 22 passt genau zu dem, was mit seinem Nachkommen Jesus während der Pessach-Woche geschah. Er starb mit durchbohrten Händen und Füßen und rief zu Gott mit genau den gleichen Worten, die David geschrieben hatte. Er wurde verspottet, und die Leute sagten: „Gott soll ihn retten.“ Am Kreuz sagte Jeschua auch, dass er Durst hat – wieder genau wie bei David. Die Soldaten teilten seine Kleidung unter sich auf und losten darum. Nach seinem Tod wurde seine Seite durchbohrt, und Wasser floss heraus. Jeschuas letzte Worte erinnern an das Ende des Psalms: „Es ist vollbracht“ (Psalm 22,31; Johannes 19,30).
2. Der Messias trägt unsere Sünden und leidet still an unserer Stelle.
Prophezeiung:
„Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn. Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.“ (Jesaja 53,5–7)
Erfüllung:
„Und als er von den obersten Priestern und den Ältesten verklagt wurde, antwortete er nichts. Da sprach Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, was sie alles gegen dich aussagen? Und er antwortete ihm auch nicht auf ein einziges Wort, sodass der Statthalter sich sehr verwunderte.“ (Matthäus 27,12–14)
„Und der Vorhang im Tempel riss von oben bis unten entzwei. Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüberstand, sah, dass er so schrie und verschied, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!‘“ (Markus 15,38–39)
Schon lange vorher beschrieb der Prophet Jesaja einen Messias, der für sein Volk leiden würde. Diese Stelle wurde oft in jüdischen und christlichen Kreisen diskutiert – geht es hier um den Messias oder um Israel? Kurz gesagt: beides. Aber die Frage bleibt: Wie kann Israel für Israel sühnen? Diese Prophezeiung ergibt viel mehr Sinn, wenn wir sie als Bild eines Messias verstehen, der stellvertretend Sühne bringt. Jesaja beschreibt einen Mann, der wegen unserer Sünden verwundet wird und unsere Schuld trägt. Er schreibt auch, dass dieser Mann seinen Mund nicht öffnet, um sich zu verteidigen.
Jeschuas sühnendes Opfer machte es möglich, sich Gott ohne eine Barriere zu nähern.
Als Jeschua vor Gericht stand, verteidigte er sich nicht – sehr zum Erstaunen des römischen Statthalters. Egal wie absurd die Anklagen waren, Jeschua nahm das Urteil demütig und freiwillig an. Direkt nach seinem Tod zerriss der Vorhang im Tempel parokhet – der Vorhang, der das Allerheiligste vom Rest trennte – von oben bis unten. Vorher durfte nur der Hohepriester dahintergehen und dort für das Volk eintreten. Das plötzliche Zerreißen dieses Vorhangs wäre zu jeder Zeit ein schockierendes Ereignis gewesen, aber weil es zur heiligen Zeit von Pessach geschah, wurde es wahrscheinlich als eine Art Zeichen (Omen) wahrgenommen. Während viele es damals vielleicht nicht deuten konnten, zeigte Gott damit, dass Jeschuas sühnendes Opfer es möglich machte, sich ihm ohne eine Trennung zu nähern.
3. Der Messias kommt auf einem Esel.
Prophezeiung:
„Frohlocke sehr, du Tochter Zion; jauchze, du Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir; ein Gerechter und ein Retter ist er, demütig und reitend auf einem Esel, und zwar auf einem Füllen, einem Jungen der Eselin.“ (Sacharja 9,9)
Erfüllung:
„Als sie sich nun Jerusalem näherten und nach Bethphage an den Ölberg kamen, sandte Jesus zwei Jünger und sprach zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt, und sogleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; die bindet los und führt sie zu mir! Und wenn euch jemand etwas sagt, so sprecht: Der Herr braucht sie!, dann wird er sie sogleich senden. Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist, der spricht: »Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir demütig und reitend auf einem Esel, und zwar auf einem Füllen, dem Jungen des Lasttiers«.“ (Matthäus 21,1–5)
Sacharja sagte voraus, dass man den Messias daran erkennen würde, dass er auf einem Esel in Jerusalem einzieht. Fünf Tage vor Pessach, genau an dem Tag, an dem die Lämmer für das Opfer ausgewählt wurden, ritt Jeschua auf einem Esel in die Stadt. Die Menschen jubelten, legten ihre Kleider auf den Weg und schwenkten Palmzweige. Sie erkannten die Erfüllung dieser Prophezeiung und begrüßten Jeschua als den Messias.
4. Das Pessachlamm weist auf den Messias hin.
Prophezeiung:
„Dieses Lamm aber soll makellos sein, männlich und einjährig. Von den Schafen oder Ziegen sollt ihr es nehmen, und ihr sollt es aufbewahren bis zum vierzehnten Tag dieses Monats. Und die ganze Versammlung der Gemeinde Israels soll es zur Abendzeit schächten ...Und sie sollen von dem Blut nehmen und damit beide Türpfosten und die Oberschwellen der Häuser bestreichen, in denen sie essen.“ (2. Mose 12)
Erfüllung:
„Denn ihr wisst ja, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid aus eurem nichtigen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut des Christus als eines makellosen und unbefleckten Lammes.“ (1. Petrus 1,18–19)
Genau wie das Pessachlamm war Jeschua ohne Fehler – ohne Sünde. Deshalb konnte er durch seinen Tod und seine Auferstehung Sühne bringen, wie es kein Tier und kein Mensch je konnte. Das Blut des Lammes war ein Bund – eine Vereinbarung und ein Zeichen zwischen Gott und denen, die es anwendeten, dass das Blut sie schützen würde. Auf die gleiche Weise, wie das Blut unsere Vorfahren vor dem Zorn Gottes bedeckte, bietet Jeschuas Opfer dieselbe Bedeckung. Tatsächlich setzte er den neuen Bund ein, der dem jüdischen Volk verheißen wurde, mit dem Kelch, der sein Blut symbolisiert (Jeremia 31,31-34; Lukas 22,10).
5. Der Messias wird auferstehen.
Prophezeiung:
„Denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und wirst nicht zulassen, dass dein Getreuer die Verwesung sieht.“ (Psalm 16,10)
Erfüllung:
„Es sei mir erlaubt, freimütig zu euch zu reden von dem Stammvater David: Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist unter uns bis zu diesem Tag …hat er vorausschauend von der Auferstehung des Christus geredet, dass seine Seele nicht dem Totenreich preisgegeben worden ist und auch sein Fleisch die Verwesung nicht gesehen hat. Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen.“ (Apostelgeschichte 2,29;31-32)
David schrieb, dass Gott nicht zulassen würde, dass sein Heiliger Verwesung sieht. Im ursprünglichen Kontext der Psalmen könnte es so klingen, als würde er einfach ausdrücken, dass Gott sein Leben verlängern würde. Aber wie Petrus darauf hinweist, starb David schließlich doch, und sein Körper lag weiterhin dort. Wer also wäre unberührt von den Auswirkungen des Todes?
Als Nachkomme Davids erfüllte Jeschua die prophetische Kraft des Psalms
Nachdem Petrus (zusammen mit vielen anderen) die Auferstehung Jeschuas drei Tage nach seinem Tod an Pessach gesehen hatte, weist er auf Davids Worte hin und erklärt, dass Jeschua dieser Heilige war – der Gesalbte Gottes, der nicht vom Tod überwunden werden würde. Als Nachkomme Davids erfüllte Jeschua die prophetische Kraft des Psalms und schenkte die alte Hoffnung, die wir in einem Erbe des ewigen Lebens haben.
Erfüllung an Pessach, Erfüllung heute
In all diesen Prophezeiungen sehen wir, dass Jeschua die biblischen Erwartungen und Vorausdeutungen dessen erfüllt hat, was der Messias tun würde: Er war ein williges Opfer, ein leidender Diener, der in Frieden kam, gekreuzigt wurde und von den Toten auferstand. Indem er dies während des Pessachfestes tat – zu der Zeit, in der wir uns an Gottes Treue erinnern, uns aus der Knechtschaft zu befreien – gab Jeschua diesem Fest eine noch tiefere Bedeutung. Wenn die Konsequenzen dieser Aussagen wahr sind, haben wir die Möglichkeit, nicht nur unsere Erlösung aus der Sklaverei zu feiern, sondern auch die Versöhnung mit Gott durch den Messias Jeschua.
Hinweis: Hervorgehobene Stellen in den Bibelzitaten wurden vom Autor zur Betonung ergänzt.